Saalekaskade_Bild1
2017 Vattenfall AB
22.07.2021

Saalekaskade

zwischen Sperrmauer, 07907 Schleiz-Gräfenwarth und Am Ausgleichbecken, 07338 Kaulsdorf

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VDE Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Der Bau der Saalekaskade, der Mitte der 1920er Jahre begann und 1965 mit der Einweihung des großen Pumpspeicherkraftwerks Hohenwarte II abgeschlossen wurde, war ein groß angelegtes Projekt, das gleichzeitig dem Hochwasserschutz und der Erzeugung elektrischer Energie diente.

Beschreibung


erbaut: 1919-65

Noch vor gut 100 Jahren bewegten sich die Saale und ihre Nebenflüsse als ungestörte Flussläufe durch das Thüringer Schiefergebirge, durch tief eingeschnittene Täler, vorbei an einer faszinierenden Landschaft mit dichten Wäldern, Mühlen, kleinen Dörfern und felsigen Hügeln. Zwischen Beginn und Mitte des vorigen Jahrhunderts entstand daraus in Thüringen Deutschlands eindrucksvollste Wasserlandschaft. Fünf aufeinander folgende Stauseen bilden seitdem auf rund 80 km Länge die Saalekaskade. Der Höhenunterschied auf dieser Strecke beträgt 170 m und in den Talsperren werden rund 410 Millionen m³ Wasser aufgestaut.

Der ursprünglich für die Schifffahrt angelegte Talsperrenverbund im oberen Saalebereich diente früher wie heute auch als Hochwasserschutz sowie mit seinen Kraftwerken zur Erzeugung und Speicherung von elektrischer Energie. Die ersten beiden Wasserkraftwerke an der Saale waren das 1919/20 erbaute Kraftwerk Wisenta, das aus einem Nebenfluss der Saale gespeist wurde, und die zum Wasserkraftwerk umgebaute Fernmühle in Ziegenrück. 1926 wurde mit dem Bau der Anlagen (Staumauer, Kraftwerk) an der Bleilochtalsperre begonnen. Sie ging 1932 in Betrieb und der Speichersee ist noch heute der größte Stausee Deutschlands. Es folgten 1930/32 Talsperre und Laufwasserkraftwerk in Burgkhammer, 1935/42 das alte Pumpspeicherkraftwerk Hohenwarte und in den Jahren 1938/39 wurde das Kraftwerk Wisenta durch Anlage der Staumauer Walsburg und Aufstellung von zwei neuen Maschinensätzen erweitert und zum Pumpspeicherkraftwerk ausgestaltet. Noch in den letzten drei Jahren des Zweiten Weltkriegs erfolgten Bau von Staumauer und Laufwasserkraftwerk Eichicht. Den Abschluss des Baus der Saalekaskade bildete das von 1956 bis 1965 errichtete große Pumpspeicherkraftwerk Hohenwarte II.

Durch die Einbettung in die herrliche Thüringer Landschaft ist die Saalekaskade ein bekanntes Naturerholungsgebiet und beliebtes Urlaubsziel. Im Laufwasserkraftwerk „Fernmühle” in Ziegenrück, das auch gleichzeitig Museum ist, wird die geschichtliche Entwicklung der Thüringer Wasserkraft sehr anschaulich dargestellt.

Informationsstand: 10.02.2018
Schlagworte:
Stichworte: Saale; Thüringer Schiefergebirge; Wasserlandschaft; Stausee; Saalekaskade; Talsperre; Talsperrenverbund; Schifffahrt; Hochwasserschutz; Kraftwerke; Energieerzeugung; Wasserkraftwerk Wisenta; Wasserkraftwerk Fernmühle; Ziegenrück; Bleilochtalsperre; Pumpspeicherkraftwerk Bleiloch; Wasserkraftwerk Burgkhammer; Pumpspeicherkraftwerk Hohenwarte; Staumauer Walsburg; Zweiter Weltkrieg; Staumauer Eichicht; Wasserkraftwerk Eichicht; Pumpspeicherkraftwerk Hohenwarte II; Naturerholungsgebiet; Urlaubsziel

 
Quelle(n)

  • Axel-Rainer Porsch (VDE AK Geschichte E/E Bezirksverband Thüringen)
  • Hanno Trurnit, Thüringen im Strom der Zeit, München / Leipzig 1998
  • Herbert Kyser, Die Saaletalsperre; in: Elektrotechnische Zeitschrift 54(1933), Heft 28, S. 669-672 und Heft 29, S. 697-701

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