100 years of Product Safety Illustration
VDE
02.03.2020 Pressemitteilung

100 Jahre VDE-Zeichen – 100 Jahre Verbraucherschutz weltweit

Jährlich werden mehr als 100.000 Produkte und Systeme vom VDE-Institut überprüft. Viele der Produkte bestehen die Eingangstests nicht und besonders Billigprodukte aus Asien fallen immer wieder negativ auf. 

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100 Jahre VDE-Zeichen - Geschichte

Seit 100 Jahren unterziehen die Experten des VDE-Instituts elektrotechnische Produkte einem Härtetest bevor sie das begehrte VDE-Dreieck erhalten.

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Elektrische Zahnbürsten und Rasenmäher, große und kleine Haushaltsgeräte, Multimediaprodukte – 200.000 Produkttypen mit Millionen Modellvarianten tragen weltweit das VDE-Zeichen, das in der gesamten Elektro- und Informationstechnik-Industrie bekannt ist und das rund zwei Drittel der Verbraucher kennen. Das Prüfzeichen, das für ein Höchstmaß an Sicherheit steht und Teil von „Made in Germany“ ist, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Der VDE, der das Zeichen 1920 aus der Taufe gehoben hat, lobt, dass das Sicherheitsniveau elektronischer Produkte und Anlagen in Deutschland weltweit am höchsten ist. Gleichzeitig mahnt die Technologieorganisation, dass gerade viele Billigprodukte bei den Prüfungen durchfallen – vor allem Produkte aus dem asiatischen Raum.

Die Prüfungen des VDE-Instituts sind hart. In Fachkreisen gilt das Prüfsiegel des VDE als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. „Viele der von den Herstellern bei uns eingereichten Produkte bestehen die Eingangstests unserer Prüfingenieure nicht“, berichtet Ansgar Hinz, CEO des VDE und Geschäftsführer des VDE-Instituts. Diese Produkte müssen entsprechend nachgebessert werden, ehe sie das VDE-Zeichen führen dürfen. Viele Hersteller lassen nicht erst das fertige Produkt testen, sondern arbeiten mittlerweile bereits während der Entwicklungsphase mit den VDE-Experten zusammen, um später das VDE-Zeichen zu erhalten. „Sicherheit und Schutz der Anwender stehen bei uns an erster Stelle“, so Hinz weiter.

Viele Billigprodukte weisen Mängel auf

Ein Waffeleisen für 10 Euro, eine Bohrmaschine für 20 Euro, die seit einigen Jahren zu beobachtende „Geiz-ist-geil“-Mentalität der Verbraucher birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Um billig produzieren zu können, sind viele Produktionsstätten nach Asien verlagert worden. „Eine Vielzahl der dort hergestellten Waren entspricht aber nicht den europäischen Sicherheitsstandards. Wir beobachten mit großer Sorge den Trend, dass vor allem Online-Bestellungen aus dem asiatischen Raum häufig unseren Normen und Standards nicht genügen und damit zu Fehlfunktionen, Kurzschlüssen und Sicherheitsproblemen führen können“, schildert Ansgar Hinz. Bei Produkten, die kein Prüfsiegel wie das VDE-Dreieck vorweisen können, heißt es aufpassen. Daran ändert erst einmal auch die CE-Kennzeichnung nichts, mit der der Hersteller lediglich erklärt, dass sein Produkt den Anforderungen der europäischen Richtlinien entspricht; „Geiz-ist-geil“ muss da aufhören, wo Anwender in Gefahr geraten.

Funkverbindungen und -prüfungen

Mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute für das VDE-Institut tätig, das sich in den vergangenen Jahren zum Systemanbieter gewandelt hat, denn immer mehr Produkte arbeiten heute vernetzt. Die Experten des VDE-Instituts überprüfen regelmäßig Interoperabilität, elektromagnetische Verträglichkeit und funktionale Sicherheit von drahtlosen Kommunikationsverbindungen, Schnittstellen und Netzanbindungen. „Dieser Bereich wird in den kommenden Jahren exponentiell weiterwachsen. Denn überall um uns herum ist Elektronik, die in immer stärkerem Maße unter- und miteinander interagiert. Diese Anwendungen zu überprüfen nimmt in Zukunft an Bedeutung zu“, erklärt VDE-Chef Ansgar Hinz. In einem erst vor wenigen Jahren eingerichteten Smart-Home-Labor wird heute zudem die Cyber-Sicherheit getestet, deren Bedeutung rasant wächst.

„Schwarze Liste“ des VDE-Instituts

Zum Schutz der Verbraucher arbeitet das VDE-Institut intensiv mit den europäischen Zollbehörden und mit Interpol zusammen. So kontrollieren die Zollbehörden bei der Wareneinfuhr in die Europäische Union die Vorlage eines gültigen Zertifikats für jedes VDE-Prüfzeichen an einem Produkt. Binnen Minuten werden die Zertifikate online verifiziert, Plagiate schneller aufgespürt. Wichtigstes Instrument für die Sensibilisierung und Aufklärung der Verbraucher ist die sogenannte „Schwarze Liste“ des VDE-Instituts. Hier werden entdeckte Plagiate und unsichere Produkte veröffentlicht. Zusammen mit der Online-Liste VDE-geprüfter Produkte ist dies eine der meistbesuchten Seiten des VDE. Um Missbrauchsfällen entgegenzutreten, führt das VDE-Institut eigene Überwachungsmaßnahmen wie Marktkontrollen, Beobachtungen und Messekontrollen durch. Zudem wird die Produktion von mehr als 7.000 Fertigungsstellen weltweit vor Ort überwacht. In 44 Ländern unterhält das VDE-Institut Inspektionsbüros.

Die Geschichte des VDE-Zeichens

Im Jahr 1920 richtete der 1893 gegründete VDE in Berlin eine zentrale Prüfstelle ein, die auf die Überprüfung elektrotechnischer Produkte mit den bestehenden VDE-Bestimmungen achten sollte. Im Jahr 1934 trugen bereits fast 4.000 Produkte das VDE-Zeichen. Im Konsumgüterbereich, der Industrie, in Krankenhäusern, in Autos, in Bahnen und Kraftwerken begleitete das VDE-Zeichen den Aufschwung mit dem Ergebnis, dass das Sicherheitsniveau elektrotechnischer Produkte und Anlagen in Deutschland seit Jahrzehnten weltweit als das höchste gilt. Dass beispielsweise die Zahl, der durch Stromunfälle ums Leben gekommenen Menschen sich seit Jahrzehnten von einstmals über 400 auf heute deutlich unter 50 Fälle pro Jahr reduziert hat, ist unter anderem ein Verdienst des Dreiecks mit den drei Buchstaben VDE.

Ein Großteil der Kunden des VDE-Instituts stammt aus dem europäischen und asiatischen Ausland. Vor allem aus China steigt die Nachfrage nach dem VDE-Sicherheitszeichen. Mit der VDE Global Services GmbH ist der VDE mit Niederlassungen in China, Hongkong, Taiwan, Japan und Südkorea vertreten. In Europa ist der VDE in Bulgarien, Italien Frankreich, Portugal, Spanien und der Türkei vertreten. In Osteuropa stellen Polen und Russland die wichtigsten Kunden. 

 

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