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21.05.2015 Pressemitteilung 113 0

Smart City: DIN und VDE|DKE stellen Normungs-Roadmap 1.1 vor

Die Suchmaschinen-Abfrage „Smart Cities“ ergibt 80 Millionen Treffer, der Begriff „Smart City“ liefert sogar 223 Millionen. Nicht nur in der westlichen Welt sind die Diskussionen um Urbanisierungsprozesse und die Anforderungen an die künftige Stadtentwicklung in den Mittelpunkt gerückt. Normen und Standards bieten dabei Sicherheit und unterstützen darin, Hürden zu reduzieren und so die Vision Smart City realisieren zu können.

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Smart City – die Vielfalt der Definitionen spiegelt zugleich die Vielfalt der Herausforderungen: Für die Einen drückt sich smartness durch autonomes Fahren in einem car-sharing Programm mit app-gesteuertem Parkmanagementsystem aus, für Andere bedeutet es nachhaltige Wasserversorgung. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob die Informations- und Kommunikationstechnik im Zentrum aller Lösungsansätze steht. „Fest steht, dass bisherige, scheinbar autark voneinander existierende Lebens- und Technologiefelder künftig immer enger miteinander verbunden werden“, erläuterte Joachim Lonien, Projektmanager bei DIN. So dienen Straßenleuchten beispielsweise als WiFi-Stationen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Straßen werden je nach Bedarf für Fahrzeuge oder Fußgänger freigegeben.

Anlässlich der diesjährigen Metropolitan Solutions, die vom 20. bis 22. Mai 2015 in Berlin stattfindet, stellen DIN und VDE|DKE die Normungs-Roadmap Smart City 1.1 vor. Sie ist die Fortschreibung der ersten Normungs-Roadmap, die im April 2014 erschienen ist. Die aktuelle Ausgabe gibt einen Überblick über laufende Standardisierungsaktivitäten und zwischenzeitliche Ergebnisse. Darüber hinaus erläutert sie das Selbstverständnis und die Vorgehensweisen der Standardisierungsgremien. Als „Rolling-Roadmap“ versteht sie sich daher als Momentaufnahme und gibt zugleich Einblick in internationale Entwicklungen.

Neuland für die Standardisierung
Die Verwirklichung einer Vision Smart City kann zu größerem Wirtschaftswachstum führen, ohne urbane Individualität und technologische Kreativität zu behindern. Diese Überlegung steht im Mittelpunkt einer nicht mehr allein produktgetriebenen Standardisierung, wie sie bei Smart City der Fall ist. So sind nicht nur Technologien standardisierbar, sondern auch Prozesse und Dienstleistungen die u.a. das Beschaffungswesen unterstützen. Die Technikkonvergenz der Themen Smart Cities und Industrie 4.0 setzt zudem eine stärkere Interaktion voraus, die neue Herausforderungen in der Organisation von Schnittstellen mit sich bringt. „Hier betritt die Standardisierung weltweit Neuland“, erklärte Karsten Hunger, Normungsmanager der DKE. „Nicht nur die traditionellen Normungsorganisationen DIN und DKE sehen sich bei dieser Herausforderung in der Pflicht. Auch auf internationaler Ebene beobachten wir einen Umbruch der vertikalen Themen-Struktur.“

Im Zentrum der Präsentation von DIN und VDE|DKE (Stand C 01) während der Metropolitan Solutions 2015 ist eine multifunktionale Straßenleuchte installiert. Am Stand ist zudem die neue Normungs-Roadmap Smart City 1.1. erhältlich.

Über die DKE:
Die vom VDE getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE erarbeitet Normen und Sicherheitsbestimmungen für die Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Sie vertritt die deutschen Interessen im Europäischen Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) und in der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC). Rund 3.500 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung erarbeiten das VDE-Vorschriftenwerk in der DKE. Die VDE-Bestimmungen basieren heute größtenteils auf Europäischen Normen, die zu etwa 80 Prozent das Ergebnis der internationalen Normungsarbeit der IEC sind.

Über das DIN:
DIN ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Aufgabe von DIN ist es, zum Nutzen der Allgemeinheit unter Wahrung des öffentlichen Interesses in geordneten und transparenten Verfahren die Normung und Standardisierung anzuregen, zu organisieren, zu steuern und zu moderieren. Die Arbeitsergebnisse dienen der Innovation, Sicherheit und Verständigung in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit sowie der Qualitätssicherung und Rationalisierung und dem Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz. DIN richtet sich an den Bedürfnissen des Marktes aus und erbringt einen hohen betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzen, der mit rund 17 Mrd. Euro pro Jahr ermittelt wurde. DIN ist seit 1975 kraft Vertrags mit der Bundesrepublik Deutschland als nationale Normungsorganisation anerkannt.