Podium VDE-Pressekonferenz zur CeBIT 2016

Dr. Walter Börmann, Dr. Bruno Jacobfeuerborn, Prof. Dr.-Ing. Frank Fitzek und Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Kays (von links)

| VDE
14.03.2016 Pressemitteilung 80 0

VDE fordert mehr Tempo bei 5G

Ohne 5G sind weder Industrie 4.0 noch vernetzte Mobilität machbar. Technologiepolitische Weichen für 5G-Netz müssen jetzt gestellt werden.

Der zukünftige Kommunikationsstandard 5G wird die Alltagswelt und Wirtschaft epochal verändern. Als erstes vorausschauendes Netz, das selbstständig steuern und regeln kann, ermöglicht es jederzeit und überall die Echtzeit-Vernetzung von Milliarden von Endgeräten. 5G ermöglicht eine Vielzahl neuer Anwendungen, die heute noch undenkbar sind, mit enorm wirtschaftlichem Potenzial. So prognostiziert McKinsey für das Internet der Dinge bis 2025 ein Marktpotenzial von rund 11 Billionen Dollar und damit mehr als ein Zehntel der globalen Wirtschaftsleistung. Deutschlands Chancen, die Entwicklung von 5G maßgeblich mitzubestimmen, stehen günstig dank einer guten Forschungs- und Normungsposition, dank der Stärken im System-Know-how, der Innovationskraft mittelständischer „Hidden Champions“ und einer ausgeprägten Kompetenz im Bereich Sicherheit und Zuverlässigkeit.

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Trotz dieser Stärken droht Deutschland im Innovationswettlauf zurückzufallen, warnte der Technologieverband VDE heute auf der CeBIT. Denn in Ländern wie Südkorea, China und den USA würden bereits mit zum Teil massiver staatlicher Unterstützung Testläufe für 5G gestartet. Umso wichtiger sei es jetzt, bei der Realisierung des Turbo-Internets an Tempo zuzulegen. Besonders hohe Priorität müssten neben der Standardisierung der Ausbau der Breitband-Infrastruktur, die Erleichterung der Frequenzfreigabe, technologiepolitische Unterstützung für 5G-Testläufe und die Novellierung von Marktregeln und Gesetzen haben. Darüber hinaus fordert der VDE ein einheitliches innovationspolitisches Digitalisierungskonzept, technologiepolitische Impulse durch Adaption der neuen Technik sowie Unterstützung für den Mittelstand und Innovationsförderung insbesondere bei Basistechnologien wie der Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik sowie bei langfristiger Grundlagenforschung.

Jetzt Voraussetzungen für Industrie 4.0 und vernetzte Mobilität schaffen

Um die Voraussetzungen für Industrie 4.0 und vernetzte Mobilität zu schaffen und 5G mit wirklichen „taktilen“ Echtzeit-Qualitäten erfolgreich zu etablieren, sind Mobile Clouds, Luftfunkschnittstellen, schnellere und sichere Prozessoren, Fast Computing und Mehrwege-Kommunikation erforderlich. Die zentralen technischen Herausforderungen für das echtzeitfähige Steuern und Regeln von Objekten lauten: extrem hoher Datendurchsatz (10 Gb/s), minimale Latenz (1 ms), hohe Netzverfügbarkeit und Sicherheit. Dafür müssen leistungsfähige neue Technologien entwickelt werden. Zuallererst aber müsse die Politik die Weichen hierfür stellen, so der VDE.

Über den VDE:
Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik ist mit 36.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierende, 6.000 Young Professionals) und 1.200 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung in den Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Die Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte der Verbandsarbeit. Das VDE-Zeichen, das 67 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Die Technologiegebiete des VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mikrotechnik sowie Automation. Mehr Infos zum VDE unter: www.vde.com.