Glühbirne wird in Hand gehalten
natali_mis / stock.adobe.com
12.03.2018 Pressemitteilung 223 0

Staatlicher Protektionismus gefährdet Technologie und Innovation weltweit

Der Technologieverband sieht über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken hinaus drohende Folgen für Wissenschaft und Forschung. VDE fordert zusätzlich zur WTO eine World Innovation Organisation (WIO), die Zukunftstechnologien neutral und menschendienlich bewertet und fördert.

Kontakt

Pressesprecherin
Downloads + Links

Der Technologieverband VDE warnt ausdrücklich vor einer globalen Protektionismus-Olympiade. „Einseitige Strafmaßnahmen wie Zölle und Handelserschwernisse könnten erst der Anfang einer dramatischen Entwicklung sein. Wir sollten ernsthaft besorgt sein, dass es zu einer weltweiten Konfliktspirale zwischen den USA und der EU und letztlich auch Asien kommen wird“, warnt Ansgar Hinz, CEO des VDE. Er fordert stattdessen Konfliktmanagement mit ruhiger Hand aber deutlichen Signalen. Protektionistische Aktionen und Reaktionen würden der weltweiten Ökonomie auf ihrem Weg in ein globales, vernetztes Produktions- und Technologie-Ökosystem schaden. „Die aktuelle Metamorphose hin zur nächsten Evolutionsstufe der Industrialisierung mit einer weltweit verteilten, vernetzten Produktion – analog dem World Wide Web in der Datenverarbeitung – kann mit kurzsichtigen Begrenzungen einzelner Staaten nicht funktionieren“, warnt der VDE-Chef. Der VDE sieht über die wirtschaftlichen Risiken hinaus negative Folgen für Wissenschaft und Forschung: Diese Bereiche sind längst global verknüpft und profitieren von der Verschiedenheit der Forschungsschwerpunkte weltweit. Lenkende Eingriffe können auch hier zu Verzerrungen führen, bei denen am Ende für einen kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg gesellschaftsdienliche und nachhaltige Innovationen geopfert werden.

VDE empfiehlt Gründung einer World Innovation Organisation

Wenn für einzelne Staaten nur noch Fokusthemen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Vordergrund stehen, hat dies zwangsläufig Auswirkungen auf deren Technologie- und Förderpolitik mit fatalen Folgen für den gesamten Innovationsprozess weltweit. „Wir müssten erneuerbaren, nachhaltigen Energiesysteme und Industrie 4.0 Ade sagen, ebenso von vernetzten, partizipativen Mobilitätssystemen. Auch von tragfähigen Geschäftsmodellen, die globale Ecosysteme voraussetzen und einen fairen Handel bedingen, müssten wir uns verabschieden. Der VDE, der sich rund um den Globus für Sicherheit, Schutz und Qualität technologischer Produkte einsetzt, fordert daher neben der World Trade Organization (WTO) die Gründung einer World Innovation Organization (WIO), die Zukunftstechnologien neutral und menschendienlich fördert – ohne fehllenkende Eingriffe von Außen. „Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass eine Orientierung an Leitsätzen wie denen des VDE-Gründers Werner von Siemens heute wichtiger denn je ist. An erster Stelle stehen die Sicherheit und der Schutz von Mensch und Gesellschaft ohne jegliche Theatralik“, mahnt der VDE-Chef, der zudem bedauert, seine Botschaft nicht twitterfähig auf 280 Zeichen begrenzt zu haben.

Über den VDE, der mit 36.000 Mitgliedern, darunter 1.350 Unternehmen, und 1.600 Mitarbeitern zu den größten Technologieverbänden weltweit gehört:
Wie wichtig Grenzen überschreitende Ecosysteme für Innovation sind, zeigt sich täglich im
Engagement des VDE rund um den Globus.

  • In China organisiert der VDE mit State Grid China derzeit eine Initiative pro Energiewende.
  • In Singapur verbindet der VDE Energienetze mit Hilfe multimodaler Konzepte für eine Vielzahl von Inseln.
  • In Südafrika unterstützt der VDE Betreiber aus dem Energie-Sektor bei der Lösung ihrer technischen Herausforderungen auf dem Weg in eine Clean-Energy Zukunft. Ebenso berät der VDE die Regierung von Südafrika bei der Expertenausbildung vor Ort.
  • Im Silicon Valley bringt der VDE – gegenüber von Tesla – sein Know-how in der Batterieforschung zum Aufbau der lokalen Expertise ein.

Zum Schluss: Nirgends fragt der VDE nach Einfuhrzöllen für sein Wissen und seine Kompetenz!