Elektroauto mit Solarzapfsäule und Windrädern
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27.06.2017 Pressemitteilung 571 0

Jetzt Tempo, bitte: VDE analysiert den Weg zur Mobilität der Zukunft

Letzte Hindernisse erfordern starke Teamarbeit. Statt Grabenkämpfe empfiehlt der VDE moderierte Plattformen und Akteurs-Allianzen

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Die Mobilität der Zukunft wird vernetzt, digital und elektrisch sein. Aber was für technologische, regulatorische und gesellschaftliche Herausforderungen liegen vor uns? Und was muss hierfür getan werden? In dem neuen „VDE Bluepaper Mobility“ zeigt der Technologieverband VDE, wie der Weg hin zur autonomen und elektrischen Mobilität beschleunigt werden kann. Das Papier, das der VDE heute und morgen auf dem Kongress INNOVATIONS(T)RAUM ELEKTROMOBILITÄT 2017 in Berlin Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik präsentiert, analysiert die noch zu erledigende Aufgaben angefangen bei der Energieversorgung über Sicherheitsaspekte bis zu neuen Geschäftsmodellen. Es skizziert mögliche Lösungen und gibt Handlungsempfehlungen. Eines ist sicher: Die Fahrzeuge der Zukunft werden nur dann ihre Vorteile ausspielen, wenn sie sich sowohl in Energie- als auch in Kommunikationsinfrastrukturen einbinden lassen. Und wenn alle Komponenten des Systems Elektromobilität reibungslos zusammenarbeiten. Das ist eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft.


Energie- und Ladeinfrastrukturen müssen auf den Prüfstand


Die Elektromobilität wird einen großen Einfluss auf das Energieversorgungssystem ausüben. Laut VDE-Experten würde der jährliche Endenergiebedarf des Verkehrs mit 730 TWh (Terawattstunden) die gesamte derzeitige Bruttostromerzeugung von 628 TWh übersteigen. Deshalb muss bereits jetzt untersucht werden, ob der derzeit geplante Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten für die anstehende Elektrifizierung ausreicht oder ob Nachjustierungen erforderlich sind. Gleiches gilt für die Netz- und Ladeinfrastruktur. Hier stehen insbesondere das Thema Schnelladesäulen und technisch umsetzbare und wirtschaftlich darstellbare Konzepte im Fokus.


Interoperable und sichere Gesamtlösungen sind gefragt


Um die Bereitschaft zum Umstieg auf Elektromobilität zu erhöhen, müssen intelligente Zugangs- oder Bezahlsysteme entwickelt werden, die einen barrierelosen und durchgängigen Gesamtablauf gewährleisten – auch grenzüberschreitend. So sind die Interoperabilität von Lade- und Speichertechnologien und  systemen sowie eine modulare Bauweise von Speichertechnologien wichtige Schlüssel dazu, eine überzeugende Energiebereitstellung und damit eine hohe Nutzerakzeptanz zu sichern. Und vor allem für urbane Regionen gilt es, intelligente übergreifende und interoperable Lösungen für eine digital vernetzte Multimodalität zu entwickeln. Nur so kann eine „New Mobility“ nach dem Motto „Das richtige Verkehrsmittel, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort“ realisiert werden.

Vernetztes und (hoch-)automatisiertes Fahren kann ebenfalls nur dann Wirklichkeit werden, wenn anspruchsvolle Anforderungen an Daten, Analyse und Plattformen erfüllt werden. Zudem gilt es neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Offene Fragen gibt es mit Blick auf den Einsatz künstlicher Intelligenz, kooperative Fähigkeiten und Netze sowie Sicherheit und Verkehrsmanagement. Und wie bei allen digital vernetzten Lösungen gilt auch im Bereich Elektromobilität: Cyber-Security ist eine prozessuale Herausforderung, die mit höchster Priorität zu versehen ist. Zu guter Letzt hängt der Erfolg der Elektromobilität an den verfügbaren Fachkräften und Experten. Hier fordert der VDE in die berufliche und akademische Qualifizierung von Mitarbeitern zu investieren, einheitliche und hohe Qualifikationsstandards in Ausbildung und Studium sowie moderne und dynamische Aus- und Weiterbildungskonzepte zu etablieren.


Und Zusammenarbeit ist gefragt


Das technologische Potenzial zum Durchbruch der Elektromobilität in Deutschland ist vorhanden. Genutzt werden kann es aber nur, wenn die Kooperation und Kollaboration der beteiligten Akteure weiter verbessert wird. Dringend erforderlich sind der Austausch von Know-how, die Nutzung von Synergien und die Erarbeitung konstruktiver Lösungen. Statt Grabenkämpfe empfiehlt der VDE moderierte Plattformen und die Schaffung von Akteurs-Allianzen. „Einen wichtigen Schritt in diese Richtung machen wir heute in Berlin mit unserer Veranstaltung INNOVATIONS(T)RAUM ELEKTROMOBILITÄT. Hier bringen wir die relevanten Stakeholder – von der Politik bis zum Start-Up – zusammen, um gemeinsam Systemlösungen für die intelligente Einbindung der Elektromobilität in IKT-basierte ganzheitliche Logistik-, Energiemanagement- und Mobilitätskonzepte zu erarbeiten“, erklärt VDE-CEO Ansgar Hinz.
Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Mit dem Innovations(t)raum Elektromobilität 2017 als vierte Veranstaltung dieser Art setzen wir die Tradition einer engen branchenübergreifenden Vernetzung im Bereich der Elektromobilität fort. Die zweitägige Konferenz ist zugleich eine Bestandsaufnahme der Forschungsarbeiten im Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Es führt mehr als 100 Partner aus Wirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen mit dem Ziel, wirtschaftliche Konzepte der Elektromobilität in bisher wenig erprobten gewerblichen Anwendungen zu entwickeln und in Feldversuchen zu testen.“


INNOVATIONS(T)RAUM ELEKTROMOBILITÄT 2017 am 27./28.Juni in Berlin


Im Zeitraum 2016-2019 beschäftigen sich 13 Pilotprojekte im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Technologieprogramms „IKT für Elektromobilität III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen“ damit, Konzepte und Systemlösungen für die intelligente Einbindung zu finden. Auf dem Kongress INNOVATIONS(T)RAUM ELEKTROMOBILITÄT 2017 am 27./28.Juni in Berlin stellen sich diese Projekte nun vor mit dem Ziel, wirtschaftlich lohnende Anwendungen der Elektromobilität im Nutzfahrzeugsegment zu identifizieren und ihnen zum Durchbruch zu verhelfen.
Der Kongress wird vom Technologieverband VDE gemeinsam mit dem Deutschen Dialog Institut organisiert. Auf die Teilnehmer wartet ein interaktives Programm. Der erste Tag ist Visions-Vorträgen und Kooperationsmöglichkeiten mit Start-Ups und internationalen Playern gewidmet, am zweiten Tag werden neue Studien und Herangehensweisen an die Entwicklung von Geschäftsmodellen vorgestellt. Die abschließende Diskussionsrunde mit den CEOs von DB Schenker, VW, HERE und dem VDE verspricht aufgrund der Diversität der Teilnehmer kontrovers zu werden.


Nähere Informationen unter: www.innovationstraum2017.de


Mit Smart Mobility in die Zukunft


Mobilität zählt zu den wichtigen VDE-Fokusthemen. So vernetzt der VDE Experten aus relevanten Branchen und Fachdisziplinen im Bereich Smart Mobility im Sinne einer intersektoralen Zusammenarbeit, treibt die Entwicklung und internationalen Umsetzung von Normen und Standards voran und führt in modernsten Prüfeinrichtungen wie dem Umwelt- und Batterietestzentrum des VDE-Prüfinstituts bereits ab der Entwicklungsphase Prüfungen durch. Aktuell unterstützt der VDE unter anderem im Rahmen der Begleitforschung zum Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen“ Technologieprojekte im Bereich Elektromobilität dabei, ihre Ziele zu erreichen.