Für den Ausbau erneuerbarer Energien und der damit verbundene Aufbau eines Smart Grid werden eindeutig mehr Mitarbeiter, insbesondere Ingenieure, gebraucht. Ich bin mir sicher, dass es mehr Neues geben wird, als Altes verschwindet.

Derzeit haben wir bereits über eine Million Photovoltaik-Anlagen, über 20.000 Windräder und über 7.000 Biogas-Anlagen am deutschen Stromnetz angeschlossen und es sollen noch viel mehr werden. Es existiert also eine Unzahl kleiner Erzeuger, die teilweise gleichsam Verbraucher sind neben einigen großen Erzeugern innerhalb eines Netzes. Ganz zu schweigen von den vielen Elektroautos die einmal Verbraucher sein aber auch als Speicher dienen werden.

Es kommen also gewaltige Aufgaben auf uns zu, dass eben dieses Nebeneinander gemanagt wird. Das bedeutet im Wesentlichen eine Automatisierung der Verteilnetze im Hinblick auf Versorgungssicherheit von Energie und Energie-Effizienz. Wo automatisiert wird, wird auch gemessen (z. B. mit sog. Smart Metern bei den Verbrauchern oder Messungen im Netz) und geregelt. Dies muss massiv von der Informationstechnik unterstützt werden. Hinzu kommt der Aufbau einer wirksamen Infrastruktur von Energiespeichern, wobei es noch Forschungsbedarf an entsprechenden Technologien gibt. Nicht zuletzt müssen im Übertragungsbereich die nun notwendig gewordenen Trassen errichtet werden, die die Energie z. B. von den Windparks im Norden zu den Verbrauchern im Süden leiten. All dies muss geplant, entwickelt, aufgebaut, betrieben, instandgehalten und weiter ausgebaut werden.

Es ist also klar, dass für die uns bevorstehenden Aufgaben nahezu jedes Gebiet der Elektrotechnik und Informationstechnik betroffen ist bzw. sein wird: Von der Energietechnik über die Mess- und Regelungstechnik zur Informationstechnik und Mikroelektronik. Selbstverständlich geht es auch um Softwareentwicklung und vor allem um Systeme. Es werden hierfür im Ingenieurbereich Forscher, Entwickler, Planer, Vertriebler, Service-Leute und Instandhalter gebraucht.

Neben den einschlägigen Herstellern von Geräten und Anlagen, den Energienetzbetreibern und den Informationsnetzbetreibern wird es wohl etliche (IT-)Dienstleister und Gerätehersteller geben, die neben Anderen vom Aufbau des Smart Grid profitieren können.

Autor:
Dr.-Ing. Michael Schanz

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