IEC Conference
VDE
14.10.2014 Veranstaltungsinformation 49 0

​Neuer Schwung für die Normung

Seit fast 110 Jahren übernimmt die International Electrotechnical Commission (IEC) weltweit die Aufgabe, elektrotechnische Normen zu entwickeln. Neben der Gremienarbeit hat auch die Nachwuchsförderung immense Bedeutung. Deshalb lädt die IEC Jungingenieure zum Young Professionals Workshop nach Tokio ein. Drei Mitglieder der „Next Generation DKE“ sind dabei und dürfen im Herbst ihre Koffer packen.

Dr. Nicole Groß Portrait

Dr. Nicole Groß

Dr. Nicole Groß Portrait

Dr. Nicole Groß, Verwaltungsleiterin und stellv. Geschäftsführerin am FZI: "Normung ist eine wichtige Grundlage, um Wissenschaft und Forschung auf dem gloablen Markt etablieren zu können."

Florian Spiteller Portrait

Florian Spiteller

Florian Spiteller Portrait

Florian Spiteller, Testmanager bei iSyst und Sprecher der Jungmitgliederreferenten im VDE: "Die IEC will lernen, auf welche Hürden wir bei einer möglichen Mitarbeit stoßen und wie sich diese überwinden lassen."

Christoph Borlinghaus Portrait

Christoph Borlinghaus

Christoph Borlinghaus Portrait

Christoph Borlinghaus, Fachkoordinator am VDE- Prüf- und Zertifizierungsinstitut: "Ich denke, dass es sehr aufschlussreich sein wird mitzuerleben, wie Normung auf internationaler Ebene funktioniert."

Interview

Eine gesponserte Reise nach Tokio: das hört sich verlockend an.
SPITELLER: Das ist es auch. Auch wenn Tokio „nur“ ein willkommenes Zubrot ist. Es geht beim IEC Young Professionals Workshop um weit Wichtigeres.
DR. GROSS: Normung ist eine wichtige Grundlage, um Innovationen aus Wissenschaft und Forschung auf dem nationalen und globalen Markt etablieren zu können und unsere Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Am FZI und als Lehrbeauftragte sehe ich nahezu täglich, wie essentiell das ist. Aber es ist eine große Herausforderung, auch andere junge Ingenieure für das Thema begeistern zu können.

Der Workshop findet immer parallel zum jährlichen IEC General Meeting statt. Die DKE darf jedes Jahr drei Young Professionals dazu einladen.
SPITELLER: Im Unterschied zum Generell Meeting geht es bei uns nicht um die klassische Normungsarbeit, sondern um die Frage, wie junge Ingenieure für eine Mitarbeit gewonnen werden können. Die IEC will lernen, auf welche Hürden wir bei einer möglichen Mitarbeit stoßen und wie sich diese überwinden lassen.

Normung empfinden viele offensichtlich noch als sperriges, langweiliges Thema.
BORLINGHAUS: Natürlich ist Normung mit Arbeit verbunden. Und es gibt immer wieder auch Sitzungen, die auf Teilnehmer ermüdend wirken. Andererseits aber ist die Aufgabe – neben der generellen Bedeutung – auch ausgesprochen spannend. Alleine der Umstand, dass hier ein Konsens gefunden werden muss zwischen den unterschiedlichen Ansätzen und Interessen von Herstellern, Prüfinstituten und Verbänden. Und ich kann den Entstehungsprozess einer Norm begleiten: Von der Idee über die Entwürfe bis hin zur Veröffentlichung und Anwendung.

Was erwarten Sie, wenn Sie Mitte November in Tokio landen?
SPITELLER: Ich hatte als einziger von uns Dreien die Möglichkeit, bereits im vergangenen Jahr in Neu Delhi dabei zu sein. Neben wichtigen Meetings steht auch der gegenseitige Austausch im Fokus – beginnend mit einer Willkommensparty. So können wir neben den rund 100 anwesenden jungen Ingenieuren aus aller Welt Vertreter führender Industrieunternehmen kennenlernen. Der Hauptteil besteht in klassischen Workshops mit Informationseinheiten und der Möglichkeit in kleineren Gruppen einzelne Themen zu bearbeiten.
BORLINGHAUS: Ich denke, dass es sehr aufschlussreich sein wird mitzuerleben, wie Normung auf internationaler Ebene funktioniert und uns damit der Einstieg in die IEC Arbeitsgremien erleichtert wird.

Mit der im letzten Jahr gegründeten „Next Generation DKE“ scheint der Austausch von jungen Ingenieuren zum Bereich Normungsarbeit dynamisch geworden zu sein.
DR. GROSS: Die Gruppe ist nur ein kleiner Ausschnitt der Aktivitäten zur Einbindung der Young Professionals. Hinzu kommen das Netzwerken mit den jungen Ingenieuren in den Unternehmen, Kaminabende in den Bezirksvereinen und das Einbringen in die Lehre.
SPITELLER: Mittlerweile arbeiten wir übrigens schon an einem erweiterten Kommunikationskonzept, um weiter über die Bedeutung der Normungsarbeit aufzuklären. Dazu gehört auch, dass wir eine Geschichte über unsere Tokio-Erfahrungen veröffentlichen wollen.

Artikel aus dem VDE dialog 04/2014

Wissenswertes