Posi BMT
Rainer Weisflog, Staatliche Studienakademie Bautzen
28.03.2013 Seite 12 0

Neues VDE-Positionspapier zur Aus- und Weiterbildung in der Biomedizinischen Technik

Experten empfehlen bundesweite interdisziplinäre Wissensplattform und einheitliche Ausbildungsziele​.

Die Studienangebote und Studierendenzahlen im Bereich der Biomedizinischen Technik (BMT) sind in den letzten Jahren stetig gewachsen, gleichzeitig werden die Studieninhalte und Abschlussqualifikationen immer unübersichtlicher. Das erschwert die Vergleichbarkeit aus Sicht der potentiellen Arbeitgeber und die Studienorientierung für Schüler und Abiturienten. Dies sind Ergebnisse des neuen VDE-Positionspapiers „Biomedizinische Technik: Aus- und Weiterbildung in deutschsprachigen Ländern“. Die Autoren geben darin einen Überblick über das Fachgebiet der Biomedizinischen Technik (BMT), Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Empfehlungen für eine optimale Förderung von Fachkräften. Die medizinischen Geräte und Systeme in modernen Krankenhäusern und Praxen entstehen durch die enge Zusammenarbeit von Ingenieuren, Medizinern, Naturwissenschaftlern und Informatikern. Hinter dem gesamten Prozess der Forschung, Konzeption, Entwicklung, Prüfung und Zulassung sowie Anwendung steht die BMT: eine Zukunftstechnologie von wachsender gesellschaftlicher und ökonomischer Bedeutung für die Gesundheitsversorgung.

Damit Deutschland seine gute Position in der Medizintechnik weiter halten und ausbauen kann, ist eine konsistente und nachhaltige Nachwuchsförderung und Weiterbildung von Fachkräften notwendig. Aus Sicht der Autoren sollten die BMT-Studiengänge durch eine bundesweite Förderung strukturierter Aus- und Weiterbildungsziele vereinheitlicht und Fördermittel durch den Bund bereitgestellt werden. Die Autoren empfehlen vorhandenes und neues Wissen im Bereich der BMT in einer elektronischen interaktiven Lehr- und Lernplattform für Aus- und Weiterbildung zu bündeln. Dies setzt die Finanzierung seitens des Bundes und/oder der Länder voraus sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und den Hochschulen. Zudem sollten die Ausbildungsschwerpunkte praxisorientierter sein und die Bereiche Technik und Medizin stärker verzahnen. Die Experten bemängeln zudem, dass Innovationen in der Medizintechnik nicht schnell genug in die Ausbildung einfließen. Insgesamt sollten sowohl die Ausbildungsinhalte als auch Weiterbildungsmaßnahmen stärker interdisziplinär ausgerichtet sein. Moderne Lernkonzepte, die eLearning und Präsenzveranstaltungen kombinieren, müssten weiter ausgebaut werden.

Immer mehr Universitäten und Fachhochschulen im deutschsprachigen Raum bieten Studiengänge oder Vertiefungsfächer im Fachgebiet der BMT an. 2012 waren es 27 Universitäten, 41 Fachhochschulen und eine Berufsakademie mit insgesamt 70 unterschiedlich bezeichneten Studiengängen mit BMT-Bezug. Während 2004 nur 380 Universitätsstudenten und 470 Fachhochschulstudenten mit BMT-Vertiefung in einem Jahrgang studierten, waren es 2012 schon 1.900 Studenten von Universitäten und 2.400 Fachhochschulstudenten. Pro Jahr gibt es auf dem Gebiet der BMT rund 2.500 Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten und etwa 150 abgeschlossene Promotionen an den BMT-ausbildenden Einrichtungen.

Das VDE-Positionspapier „Biomedizinische Technik: Aus- und Weiterbildung in deutschsprachigen Ländern“ hat der Fachausschuss „Aus- und Weiterbildung – BMT im Studium“ der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE erarbeitet.

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