Geschäftsfrau vor virtueller Kulisse
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11.09.2019 Kurzinformation 192 0

Gehirntraining – Training für Körper und Geist

Das Start-up brainjo hat Großes oder genauer: Sportliches vor – die Entwicklung des ersten Fitnessstudios für das Gehirn. Im Interview erklärt der Gründer und CEO Christian Michael Gnerlich, der sich im Arbeitskreis des VDE Nordbayern engagiert, was genau es damit auf sich hat und warum Italien 2006 Fußballweltmeister wurde.

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VDE dialog - Das Technologie-Magazin

Christian Michael Gnerlich - Gründer und CEO von brainjo

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Was ist brainjo?

Christian M. Gnerlich:  Wir wollen mit brainjo physische Trainingsgeräte mit Methoden für geistiges Training verbinden. Dazu entwickeln wir eine Softwarelösung, welche die Daten sammelt, die an den verschiedenen Geräten erhoben werden. Diese werden dann durch eine intelligente Datenanaylse ausgewertet und miteinander korreliert. So lässt sich ein personalisiertes Training schaffen, das auf jeden einzelnen Trainingsteilnehmer zugeschnitten ist. Schließlich ist ja schon lange bekannt, dass physisches Training auch große Auswirkungen auf den geistigen Zustand haben kann.

Welche Methoden für das geistige Training kommen zum Einsatz?

Christian M. Gnerlich: Aktuell arbeiten wir mit Biofeedback und Neurofeedback. Dabei werden wie bei einem EEG Gehirnströme gemessen. Auf diese Weise kann ein Teilnehmer quasi mit seinen Gedanken ein Computerspiel steuern. Das dient dazu, schneller in einen konzentrierten Zustand zu kommen und diesen länger aufrechtzuerhalten. Solche Geräte finden zum Beispiel im Topmanagement oder bei Leistungssportlern Anwendung. Die italienische Fußballnationalmannschaft beispielsweise hat vor der WM 2006 damit trainiert. Und wurde Weltmeister. Für uns ist es interessant, solche Dinge in ein Lifestyle-Umfeld wie eben ein Fitnessstudio zu holen.

Warum muss es eigentlich ein Fitnessstudio sein? Gehirnjogging zum Beispiel kann ich ja auch mit einer App auf meinem Smartphone machen.

Christian M. Gnerlich: Wir haben im vergangenen Jahr ein Proof of Concept erarbeitet und unsere Geräte im nichtmedizinischen Bereich getestet. Dabei erhielten wir die Reaktion, dass die Anwender das gerne im Rahmen ihres normalen Fitnessstudio- Aufenthalts machen würden. Die Menschen wollen geistiges und physisches Training gebündelt an einem Ort durchführen. Außerdem haben wir so die Möglichkeit, alle Daten in einer zentralen Datenbank zu speichern, Zusammenhänge zu erkennen und das Training zu personalisieren.

Wie weit ist Ihr Projekt?

Christian M. Gnerlich: Zunächst wollen wir jetzt EXIST durchlaufen – das ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dabei möchten wir den ersten Prototypen bauen. Diesen würden wir gerne in einem betriebsinternen Fitnessstudio installieren, um erste Studien mit Kunden durchzuführen. Im besten Fall findet sich danach ein Investor, der die Entwicklung zum vollen Produkt möglich macht.

Der Beitrag ist im VDE dialog – Das Technologie-Magazin, Ausgabe 2/2019, erschienen. 

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