VDE Tec Summit 2018: Batterie-Session

Stephan Lux (Fraunhofer ISE), Dr. Dirk Bessau (European Battery Alliance), Moderator Patrick Heininger (VDE) und Rainer Hald (VARTA) diskutierten beim VDE Tec Summit 2018 über die Batterieproduktion in Europa.

| Hannibal/VDE
14.11.2018 Berlin Fachinformation 529 0

VDE Tec Summit: Die Diskussion über die Batterieproduktion in Europa am Tag danach

Im Rahmen der „Vernetzungskonferenz Elektromobilität“ hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am 13. November ein Thesenpapier zur industriellen Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa vorgestellt. Darin wird das Ziel festgelegt, bis zum Jahre 2030 rund 30 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Batteriezellen aus deutscher und europäischer Produktion zu beliefern. Das Thema der Standortfrage griff auch der VDE Tec Summit auf, der einen Tag später in Berlin stattfand.

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„Batterien kennen und können nur die Asiaten!“ – das hört man immer wieder. Dass diese Aussage so pauschal nicht stimmt, zeigte die Batterie-Session beim VDE Tec Summit 2018. Darin ging es neben der Standortfrage unter anderem auch um die Bedeutung der Batterie in der Industrie und um den aktuellen Stand der Technologieentwicklung.

„Batterien sind Zukunftstreiber in Europa", zeigte sich Dr. Dirk Bessau, Projektleiter bei InnoEnergy für die European Battery Alliance zuversichtlich. Die Initiative wurde vor einem Jahr von der EU-Kommission ins Leben gerufen, mit dem Ziel einen Aktionsplan für die Produktion von Batteriezellen in Europa anzustoßen. „Wir sehen für Europa ein Marktvolumen von 250 Milliarden Euro und 4 bis 5 Millionen neue Jobs", so Bessau. Der Wachstumstreiber sei dabei der Automotive-Bereich mit neuen Mobilitätskonzepten, allen voran die im Rahmen der Verkehrswende diskutierte Möglichkeit erneuerbare Energien stärker auch in den Verkehr einzubinden. „Wir haben in Europa die Kompetenzen für die Batteriezellfertigung", betonte Bessau, „es geht nun darum, ein Ökosystem zu schaffen, dass es der Industrie ermöglicht Projekte auch umzusetzen." Die European Battery Alliance soll dafür Enabler sein.

Die Batterie definiert den USP der Anwendung mit

Die strategische Bedeutung von Batterien für die Industrie präsentierte Rainer Hald, CTO von VARTA in seinem Vortrag. Längst sei das netz- beziehungsweise kabelgebundene Ökosystem dabei, durch Batterien abgelöst zu werden. So nehme die Zahl der batteriebetriebenen Geräte rapide zu: Bereits 50 Prozent der Powertools werden mit Batterien verkauft: „Die Batterie definiert den USP der Anwendung mit, wird so zur strategischen Komponente und ist längst ein Commodity-Produkt mehr", betonte der VARTA-CTO. Die Herausforderung bei der Batterietechnologie liege laut Hald ganz klar darin, die Energiedichte zu erhöhen: „Höher Energiedichten führen zu Wettbewerbsvorteilen." VARTA plane deshalb bei den kleinen Zellen bereits im nächsten Jahr, die Energiedichte um 20 Prozent zu erhöhen. Das werde möglich, weil der komplette Zellproduktions- und damit Wertschöpfungsprozess bei VARTA in Deutschland stattfindet: „So können Innovationen an unterschiedlichen Stellen der Produktion einfließen und wir profitieren von der Economy of Scales."

Neben der Energiedichte erklärte Stephan Lux vom Frauenhofer ISE noch die Themen Sicherheit, Kosten und Zuverlässigkeit zu den Herausforderungen der Batterietechnologie. Beim Thema Sicherheit verwies er auf . Bei den Kosten wies Lux darauf hin, dass nach wie vor 50 bis 70 Prozent der Kosten Materialkosten seien. Beim Thema Zuverlässigkeit ginge es vor allem auch um den Zugang zu Ressourcen. So sei gerade Kobalt eine begrenzte Ressource. Lux wies zudem auf die Kundenperspektive hin und stellte zur Debatte, ob es Ziel sein sollte, eine elektrische Reichweite von 800 Kilometern zu erreichen: „Vielleicht reichen uns ja auch 200 bis 300 Kilometer Reichweite in Kombination mit Schnellladen."