Smarte Technologien, Intelligente Heimvernetzung, Digitalisierung, Funktionale Sicherheit, Interoperabilität

Dr. Siegfried Pongratz, Leiter Smarte Technologien beim VDE-Institut, erläutert Dirk Wiese, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), die Aktivitäten im VDE-Smart-Home-Labor.

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05.04.2017 319 0

BMWi-Staatssekretär Wiese informiert sich über Cyber Security, Smart Living und besucht Smart-Home-Labor des VDE-Instituts

Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch zu den Themen Digitalisierung, Cyber Security, Funktionale Sicherheit und Interoperabilität. Bei seinem Besuch im VDE-Institut ließ sich Dirk Wiese, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), auch die Aktivitäten im Smart-Home-Labor demonstrieren und die Cloud-basierte interoperable Testplattform erläutern. Die vom VDE initiierte und im März gestartete Wirtschaftsinitiative Smart Living war ebenfalls Gesprächsthema.

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Smarte Technologien, Intelligente Heimvernetzung, Digitalisierung, Funktionale Sicherheit, Interoperabilität

Dirk Wiese, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi, Wolfgang Niedziella, Geschäftsführer des VDE-Instituts, und Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE, beim Besuch im Smart-Home-Labor.

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„Vor fünf Jahren im Zuge des vom BMWi geförderten Smart-Home-Projekts gestartet, entwickelt sich das Smart-Home-Labor mittlerweile weiter in Richtung Smart Living und Industrie 4.0“, erläutert Dr. Siegfried Pongratz, Leiter Smarte Technologien beim VDE-Institut. Am Livesystem demonstrieren die VDE-Experten Tests zur Informationssicherheit, zum Datenschutz und zur funktionalen Sicherheit. Als Modell dient eine smarte, mit dem Internet verbundene Waschmaschine. Bei einem nicht ausreichend geschützten Gerät – wie es in der Live-Demo der Fall ist – lassen sich durch einen simulierten Hackerangriff funktionale Sicherheitselemente beeinflussen. So lässt sich bei der Vorführung die Tür der Waschmaschine im Betrieb öffnen – eine Gefahr für Gerät und Nutzer: „Bei einer Waschmaschine ist der Schaden, der durch einen solchen Angriff entsteht, überschaubar. Bei kritischen Infrastrukturen hätte so ein Vorfall ganz andere Auswirkungen“, gibt Pongratz zu bedenken.

Anhand einer Smart-Home-fähigen Waschmaschine erläuterten die VDE-Experten auch die neu geschaffene Cloud-basierte Testplattform – Testsuite 2.0. Mit ihr können bis zu zehn unterschiedliche vernetzte Systeme und -Technologien gleichzeitig auf Interoperabilität getestet werden, etwa Smart-Home-Systeme oder Anwendungen im Bereich E-Mobility. „In der Testsuite 2.0 führen unsere Experten bereits während des Entwicklungsprozesses eine remote gesteuerte Prüfung der Konformität und Interoperabilität des jeweiligen Produkts anhand von definierten Use-Case-Szenarien durch“, erläutert Pongratz. Da es derzeit im Bereich Smart Home noch keine allgemeingültigen Standards gibt, entwickelt das VDE-Institut Prüfbestimmungen für Informationssicherheit und Datenschutz, die dann wiederum in die Normung einfließen.

Datenschutz entscheidet über Erfolg von Smart Home

Nach Schätzungen sind in Deutschland aktuell 500.000 Smart-Home-Systeme im Einsatz – was bei 40 Millionen deutschen Haushalten noch relativ wenig ist. Das Thema Datenschutz sei ein entscheidender Grund für die Zurückhaltung der Verbraucher. Viele Menschen sorgen sich um ihre Daten oder davor, dass ihre Privatsphäre nicht ausreichend geschützt wird, berichtet Pongratz: „Auch hier leisten wir mit unseren unabhängigen Tests wichtige Arbeit, um das Vertrauen der Endkunden zu steigern und Smart-Home-Systeme auf ihrem Weg zur Marktdurchdringung zu begleiten.“ Neben der (Daten-)Sicherheit sei Interoperabilität die zweite entscheidende Stellschraube.


Wirtschaftsinitiative Smart Living

Hier setzt die im Jahr 2012 unter Förderung des BMWi und gemeinsam mit ZVEH und ZVEI angestoßene Wirtschaftsinitiative Smart Living an. Ziel der Initiative ist es, Deutschland zu einem internationalen Leitmarkt für Smart-Living-Anwendungen zu entwickeln. Der VDE fordert in diesem Zusammenhang, schnell gemeinsam die Voraussetzungen zu schaffen, damit Deutschland angesichts der hohen Marktdynamik eine internationale Spitzenposition einnehmen kann. Gemeinsam mit dem BMWi haben die Beteiligten einen Strukturvorschlag für die Initiative erarbeitet, die bereits mit drei Arbeitsgruppen ihre Arbeit aufgenommen hat. Zentrale Handlungsfelder sind dabei die Marktaufklärung und die Förderung des Handwerks.


Zuverlässigkeit elektronischer Stromzähler

Vor dem Hintergrund aktueller Medienberichte zu fehlerhaften Messungen digitaler Stromzähler und dem beginnenden Smart-Meter-Rollout interessierte sich Wiese besonders für den Smart-Meter-Teststand. Insgesamt 600 Testfälle für Basiszähler können die VDE-Experten mit dem entwickelten Testsystem prüfen. Daneben sind auch Last-, Performance- und Robustheitsprüfungen möglich. „Bei uns können sich Messstellenbetreiber absichern, dass Intelligente Messsysteme (iMsys) miteinander kommunizieren können.“ Auch hier ist neben den klassischen metrologischen Prüfungen die Interoperabilität ein Schwerpunkt der Tests.“

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