Batterien und Akkus sind ein heikles Sicherheitsthema, auf das besonders geachtet werden muss
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26.09.2017 315 0

Batterien und Akkus – Das müssen Sie wissen

Batterien und Akkus begegnen uns überall im Alltag. Immer mehr mobil betriebene Geräte wie beispielsweise tragbare Computer, Handys, Elektrowerkzeuge oder Foto- und Filmkameras können dank ihnen unabhängig vom Stromnetz genutzt werden. Bei der Auswahl der einzusetzenden Batterie sollte immer auf Qualität und geprüfte Sicherheit geachtet werden. Fehlerhafte Batterien und Akkus können Geräte beschädigen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Bränden oder Explosionen kommen.

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Hendrik Schäfer

Was ist der Unterschied zwischen Batterien und Akkus?

Es wird zwischen „aufladbaren“ Akkumulatoren (Akkus) und „nicht aufladbaren“ Primärbatterien unterschieden. Primärbatterien werden fälschlicherweise im allgemeinen Sprachgebrauch nur als Batterien bezeichnet.

Akkus haben gegenüber Primärbatterien den großen Vorteil, dass sie nach Gebrauch nicht entsorgt werden müssen, sondern bei richtiger Handhabung immer wieder verwendet werden können. Akkus lohnen sich für Geräte, die viel Strom verbrauchen oder die Sie sehr häufig benutzen.

Beachten Sie, dass bei Geräten, in denen Primärbatterien vorgeschrieben sind, auch solche eingesetzt werden. Darunter fallen beispielsweise ältere Geräte, die für den einwandfreien Betrieb eine Spannung von 1,5 Volt benötigen. Dazu zählen unter anderem analoge Kameras, Blutdruckmessgeräte oder Fernbedienungen. Akkus erreichen meist nur eine Nennspannung von etwa 1,2 Volt, so dass sie für den Einsatz in bestimmten Geräten nicht in Frage kommen, da ansonsten die richtige Funktion beeinträchtigt sein kann.

Tipps zum sachgemäßen Umgang mit Batterien und Akkus

Wie gehe ich mit Primärbatterien und Akkus richtig um?

Damit Primärbatterien und Akkus lange ihre Funktion erfüllen, ist der richtige Gebrauch wichtig.

Damit Primärbatterien und Akkus lange ihre Funktion erfüllen, ist der richtige Gebrauch wichtig.

Setzen Sie in ein Gerät immer nur Primärbatterien mit identischer Typenbezeichnung ein. Andernfalls kann es zu Fehlfunktionen der Primärbatterien und zur Verringerung der Gesamtkapazität kommen. Achten Sie daher beim Kauf von Primärbatterien auf die richtige Typenbezeichnung. Übliche Angaben sind Mignon (AA, LR6), Micro (AAA, LR03), Baby (C, LR14), Mono (D, LR20) und 9-V-Block (6LR61). Auch Primärbatterien verfügen über ein Verfallsdatum. Ein Blick auf die Verpackung oder die Primärbatterie selbst lohnt sich in jedem Fall, denn nur bis zu diesem Zeitpunkt garantieren die Hersteller einwandfreie Funktion und Leistung. Verlieren Primärbatterien nach längerer Einsatzzeit ihre Energie, lassen sie sich meist noch eine Zeit lang in Fernbedienungen oder Uhren verwenden.

Achten Sie darauf, dass Sie bei einem Gerät immer alle Primärbatterien gleichzeitig ersetzen. Teilweise entladene Primärbatterien ziehen Energie von einer frischen ab. Zudem erhöht sich die Gefahr des Auslaufens. Nehmen Sie die Primärbatterien heraus, wenn Sie ein Gerät längere Zeit nicht nutzen. Manche Geräte verbrauchen auch ausgeschaltet Strom und können somit die Primärbatterie entladen. Die Folge: Sie können auslaufen und das Gerät beschädigen.

Diese Empfehlung gilt auch bei Akkus. Bei Nichtbenutzung entladen sich Akkus schneller als herkömmliche Primärbatterien. Lassen Sie geladene Akkus daher nicht ungenutzt liegen. Nehmen Sie bei mehrmonatigen Nutzungspausen die Akkus aus dem Gerät und bewahren Sie sie ordnungsgemäß auf. Schonen Sie Ihre Akkus, indem Sie auf eine Schnellladung verzichten. Schnellladungen können mit Kapazitätsverlusten verbunden sein, weil nicht alle Produkte für diese Form des Wiederaufladens geeignet sind.

Generell gilt, dass Sie beim Kauf von Primärbatterien und Akkus auf Sicherheits- und Qualitätszeichen achten sollten. Daneben ist es ratsam, auf die Sicherheits- und Warnhinweise, welche auf Primärbatterien und Akkus vermerkt sind, zu achten. Auch wenn Primärbatterien und Akkus nur ein Bestandteil eines Gerätes sind, lohnt sich der Blick „ins Innere“.

Das VDE-Institut prüft und zertifiziert Gerätebatterien, welche beispielsweise in Computern und Laptops, Unterhaltungselektronik, Gartengeräten und Elektrowerkzeugen eingesetzt werden.

Wie lade ich meinen Akku richtig?

Ist ein Akku einmal komplett entladen, lässt er sich auch nicht wieder richtig aufladen. Wichtig ist, einen Akku weder komplett zu entladen noch komplett aufzuladen.

Ist ein Akku einmal komplett entladen, lässt er sich auch nicht wieder richtig aufladen. Wichtig ist, einen Akku weder komplett zu entladen noch komplett aufzuladen.

Als Faustregel gilt hier, dass der Akkustand nicht unter 10 Prozent bzw. nicht über 90 Prozent sein sollte. Am besten ist es, den Akku direkt vor einem geplanten Gebrauch zu laden. Die Aufladung eines Akkus, ohne dass dieser dann zeitnah benutzt wird, sollte vermieden werden. Liegt zwischen der Aufladung und der Benutzung nämlich eine längere Zeit, so kann sich der Akku teilweise selbst entladen. Die Folge: Der Akku hält beim Gebrauch nicht lange durch.

Bei einem Ladegerät sollten Sie darauf achten, dass dieses für die jeweilige Größe und den jeweiligen Typ geeignet ist, da das Gerät ansonsten zum Sicherheitsrisiko werden kann. Ebenfalls kann sich dadurch die Lebensdauer der Akkus reduzieren. Wichtig ist, dass das Ladegerät den Ladevorgang abbricht, wenn die empfohlene Ladeschlussspannung erreicht wird. Die dazu benötigte Ladezeit wird natürlich umso geringer, je höher die Stromstärke beim Laden ist. Eine verkürzte Ladezeit ist oft praktisch, kann die Lebensdauer eines Akkus jedoch reduzieren.

Wie entsorge ich meine Akkus und Primärbatterien richtig?

Am Ende ihrer Lebensdauer gehören Altbatterien und Altakkus keinesfalls in den Hausmüll.

Am Ende ihrer Lebensdauer gehören Altbatterien und Altakkus keinesfalls in den Hausmüll.

Verbraucher/innen sind gesetzlich dazu verpflichtet, verbrauchte Primärbatterien und Akkus in den Sammelboxen im Handel zu entsorgen, die überall dort vorhanden sind, wo Primärbatterien und Akkus verkauft werden. Auch Kommunen nehmen Altbatterien und Altakkus zurück, beispielsweise auf Wertstoffhöfen. Die getrennte Sammlung hält zum einen die Schadstoffe aus Hausmüll und Umwelt fern, zum anderen ermöglicht sie die Rückgewinnung wertvoller Stoffe wie z. B. Stahl, Zink und Nickel.

Die Chemie in den Batterien – Was sind die häufigsten Gemische?

Chemische Elemente
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Die Alkali-Mangan-Chemie wird in Primärbatterien verwendet und zählt zu den wichtigsten elektrochemischen Energiespeichern. Aufgrund höherer Kapazität, besserer Belastbarkeit und längerer Lagerfähigkeit hat sie die Zink-Kohle-Batterie aus vielen Anwendungen verdrängt. Als elektrochemisch aktive Stoffe werden Zink in der negativen Elektrode und Braunstein in der positiven Elektrode verwendet. Das Alkali-Mangan-Gemisch wird meistens als zylindrische Rundzelle oder Knopfzelle angeboten.

Akkus: Die Nickel-Metallhydrid-Chemie ersetzt die Nickel-Cadmium-Chemie, dessen Inverkehrbringen durch eine EU-Richtlinie seit Anfang 2017 verboten ist. Grund hierfür ist, dass das Nickel-Cadmium-Gemisch umständlich zu recyceln ist und als stark umweltschädlich gilt. Bei Nickel-Metallhydrid werden als chemische Bestandteile Metallhydrid-Pulver an der negativen Elektrode und Nickeloxid-Hydrat an der positiven Elektrode verwendet.

Die Lithium-Ionen-Chemie wird für Akkus verwendet und ist eine elektrochemische Spannungsquelle auf der Basis des Leichtmetalls Lithium. Das aktive Material der negativen Elektrode eines gängigen Lithium-Ionen-Akkus besteht aus Graphit. Die positive Elektrode enthält meist Lithium-Metalloxide. Seine nutzbare Lebensdauer beträgt mehrere Jahre; allerdings ist dies stark von der Nutzung und den Lagerungsbedingungen abhängig. Lithium-Ionen-Akkus versorgen tragbare Geräte mit hohem Energiebedarf, für die herkömmliche Akkus zu schwer oder zu groß wären, beispielsweise Mobiltelefone, Digitalkameras oder Laptops sowie Elektro- und Hybridfahrzeuge.

Haftungsausschluss

Trotz sorgfältiger Recherche können diese Texte unvollständig oder fehlerhaft sein. Für daraus entstehende Schäden an Personen oder Gegenständen übernehmen die Herausgeber keine Haftung.

Modellspezifisch sollen unbedingt die Herstellerangaben eingehalten werden.

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