Verbindungen zwischen Geräten und dem Internet müssen vor externen Eingriffen geschützt werden
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26.09.2017 154 0

Informationssicherheit im Heimnetzwerk - das Internet bedenkenlos nutzen

Die Heizung regeln wir von unterwegs, das Licht wird per Sprachsteuerung eingeschaltet und die Bankgeschäfte werden sowieso nur noch online geregelt. Durch die zunehmende Digitalisierung verändert sich unser Alltag. Künftig werden neben PC und Smartphone immer mehr Geräte mit dem Internet verbunden sein – und somit auch mit „fremden“ Geräten und anderen Nutzern, die Sie leicht ausspionieren können, wenn Sie nicht für entsprechende Schutzmaßnahmen gesorgt haben.

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Jürgen Ripperger

Was ist eigentlich Informationssicherheit?

Das VDE-Instiut prüft und zertifizierzt Produkte auf Informationssicherheit
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Informationen sind interpretierte Daten. Eine Zahl kann beispielsweise eine Anzahl, eine Uhrzeit oder eine Entfernung zwischen zwei Orten sein. Erst nach ihrer Interpretation, z. B. dem Hinzufügen einer Einheit, wird sie zu einer Information. In der heutigen Zeit nutzen wir vermehrt Datenträger, Computer und Netzwerke, um Informationen zu verarbeiten, zu speichern oder zu übertragen. Informationen sind ein wesentlicher Wert für Unternehmen, Behörden sowie Privatpersonen und müssen angemessen geschützt werden.
Der Kern der Informationssicherheit ist die Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit (Zugänglichkeit zu jeder Zeit für berechtigte Nutzer), der Integrität (Vollständigkeit und Richtigkeit der Information) und der Vertraulichkeit (Schutz vor Zugriff von unberechtigten Dritten) von Informationen.
Für die eigenen vier Wände bedeutet dies zum Beispiel, den unberechtigten Zugriff von außen auf sensible Daten wie private Fotos, Online-Banking oder Smart-Home-Anwendungen zu verhindern.

Informationssicherheit zu Hause erhöhen - Tipps vom VDE-Institut

Um auf der sicheren Seite zu sein, muss die Daten- und Informationssicherheit im vernetzten Zuhause gewährleistet sein. Wir empfehlen Ihnen daher:

  • Ihr W-LAN sollte mit den aktuellen Schutzstandards betrieben werden, beispielsweise WPA2. Alte Standards können leicht geknackt oder umgangen werden. Ein komplexes und möglichst langes W-LAN-Passwort sollte implementiert sein.
  • Auch Passwörter zu den Smart Home-Systemen (lokal oder im Internet) sollten hinreichend lang und nicht über Lexikon-Angriffe zu erraten sein. Dazu gibt es verschiedene Anleitungen, um geeignete und komplizierte Passwörter zu erstellen (Groß- und Kleinschreibung, Sonderzeichen, Buchstaben und Zahlen).
  • Passwörter sollten nur für jeweils ein System verwendet werden, um nicht mit einem Passwort andere Internet-Accounts öffnen zu können.
  • Es sollten regelmäßige Sicherheits-Updates der Smart Home-Komponenten durchgeführt werden. Einige Systeme führen automatische Updates durch, andere müssen manuell gestartet werden.
  • Die Internetrouter (DSL-Router, LTE-Gateways) sollten ebenfalls auf dem neuesten Update-Level und durch ein geeignetes Passwort gesichert sein.
  • Der Fernzugriff (Zugriff über das Internet) zu einem Smart Home-System sollte speziell geschützt und verschlüsselt sein (beim Hersteller bestätigen lassen).
  • Die Datenschutzerklärung der Anbieter muss darauf hinweisen, welche persönlichen Daten verarbeitet werden und wie diese behandelt werden. Deshalb ist es wichtig, diese Erklärung genau zu lesen.
  • Handys und Tablets, mit denen das Smart Home gesteuert wird, sollten nicht „gerooted“ (jailbreak) und auch immer auf dem neusten Update-Stand sein.
  • Apps zur Fernsteuerung des Smart Home sollten nur von vertrauenswürdigen Quellen installiert werden und möglichst von einer unabhängigen Stelle geprüft sein.
  • Smart Home-Systeme und -Komponenten sollten möglichst von unabhängigen Stellen in Bezug auf Informationssicherheit und Datenschutz geprüft sein.

Was muss ich bei längerer Abwesenheit beachten?

VDE-geprüfte Produkte stellen den Datenschutz für Verbraucher sicher
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Einfach, aber effektiv ist der Sicherheitsgrundsatz, das WLAN zu deaktivieren, wenn es nicht gebraucht wird – etwa nachts, bei längerer Abwesenheit oder im Urlaub. Denn was nicht verbunden ist, kann nicht angegriffen werden. Einige Router haben Taster am Gehäuse, über die man das WLAN an- und auszuschalten kann. Daneben ist bei manchen Modellen auch ein Timer integriert, der das WLAN zu bestimmten Zeiten automatisch deaktiviert bzw. wieder aktiviert. Ist keine der beiden Möglichkeiten an Ihrem Router gegeben, kann man das WLAN nach dem Deaktivieren nur noch mit einem LAN-Kabel wieder aktivieren. Vergewissern Sie sich am besten vor dem Ausschalten des WLANs, wie Sie anschließend Ihren Router wieder in Betrieb nehmen können. Bitte beachten Sie auch, dass Geräte, die im Haus über WLAN angebunden sind, wie zum Beispiel WLAN-Kameras oder -Alarmanlagen, beim deaktivierten WLAN nicht mehr funktionieren.
Für weitere Sicherheit sorgt das Abschalten der WPS-Funktion. WPS steht für „Wi-Fi Protected Setup“ und baut ein drahtloses Heimnetzwerk mit Verschlüsselung nur durch einen Tastendruck am Router oder eine PIN auf ohne ein langes WLAN Passwort manuell eingeben zu müssen. Eine nützliche Funktion, welche das unkomplizierte Verbinden von Geräten mit dem Netzwerk ermöglicht. Das Aktivieren des WPS führt allerdings bei einigen Router-Modellen durch eine Schwachstelle dazu, dass fremde Geräte den Sicherheitsschlüssel ermitteln und sich somit mit dem WLAN-Netz verbinden können.

VDE-Institut erklärt Informationssicherheit

Haftungsausschluss

Trotz sorgfältiger Recherche können diese Texte unvollständig oder fehlerhaft sein. Für daraus entstehende Schäden an Personen oder Gegenständen übernehmen die Herausgeber keine Haftung.

Modellspezifisch sollen unbedingt die Herstellerangaben eingehalten werden.

Weiterführende Informationen zum Thema Informationssicherheit