Industrieroboter in Fertigungshalle

Schon heute lassen sich Routinetätigkeiten digitalisieren und automatisieren. Welche Auswirkungen hat das auf die Arbeitswelt in Industrie 4.0?

| Herrndorff / Fotolia
16.12.2016 108 0

Schöne neue Arbeitswelt in Industrie 4.0

Intelligente Systeme durchdringen zunehmend unsere Arbeitswelt. Schon heute lassen sich Routinetätigkeiten automatisieren und digitalisieren. Der aktuelle Statusreport "Arbeitswelt Industrie 4.0" von VDI und VDE gibt Antworten auf die Frage, wie die Arbeitswelt in Industrie 4.0 künftig aussehen wird.

Im Statusreport werden verschiedene Szenarien diskutiert. Diese reichen von einer Zunahme der Assistenzsysteme, um menschliche Arbeit physisch und kognitiv besser zu unterstützen, bis hin zu Automatisierungsszenarien. In diesen übernehmen Maschinen oder Softwarealgorithmen einzelne Tätigkeiten vollständig. Dies hat Auswirkungen auf alle Dimensionen der Arbeitswelt wie Arbeitsziel, -tätigkeit, -mittel und -ort sowie auf die Organisation, Beschäftigung, Führung, den Menschen und seine Qualifizierung. Bei der Qualifizierung etwa sind zwei verschiedene Szenarien denkbar.

Kontakt

Reinhold Pichler

Qualifizierung wird zum Schlüsselthema

Im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung wird es entweder zu einem Polarisierungsszenario kommen. Dies hätte die Erosion mittlerer Qualifizierungen zur Folge, weil manuelle und kognitive Routinetätigkeiten zunehmend digitalisiert und automatisiert werden. Die mittlere Qualifikationsebene würde demnach schrittweise bedeutungslos werden.

Die Alternative ist ein durchgängiges Upgrading-Szenario. In diesem wird das Qualifikationsniveau über alle Stufen hinweg angehoben. Den Autoren des Statusreports erscheint dieses Szenario für den Hochlohnstandort Deutschland am wahrscheinlichsten. Zur Folge hätte dieses Szenario, dass die Qualifizierungsanforderungen für praktisch alle Beschäftigten steigen.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Um die Chancen der Digitalisierung für Unternehmen und Beschäftige zu nutzen, stellen die Autoren des Statusberichts zwölf Maßnahmen vor. Dazu zählen unter anderem:

  • Schaffung leistungsfähiger Infrastrukturen
  • Erwerb digitaler Qualifikationen
  • Folgenabschätzung der Digitalisierung für Beschäftigte
  • neue Rahmenbedingungen für innovative Arbeitszeitmodelle
  • Innovationsförderung für KMU
  • Stärkung der Gründerkultur.

Anwendungsbeispiele aus Industrie 4.0

Der Statusbericht schließt ab mit Anwendungsbeispielen, sogenannten Use Cases, aus Industrie 4.0. Die Autoren beschreiben zum Beispiel den Einsatz von Wearables in der Logistik, die Gestaltung von Mensch-Maschine-Systemen für die flexible Produktion oder die flexible Kapazitätssteuerung mit Social Media.

Der Statusbericht Arbeitswelt Industrie 4.0 steht kostenlos als Download im VDE Shop zur Verfügung.