Ansgar Hinz und Brigitte Zypries im Publikum

Fragen zur Mobilität der Zukunft diskutierten VDE-CEO Ansgar Hinz und Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries beim Innovations(t)raum Elektromobilität 2017.

| Annette Hornischer
04.07.2017 Veranstaltungsrückblick 763 0

Elektromobilität: Vom Traum zur Realität

Die Mobilität der Zukunft wird vernetzt, digital und elektrisch sein. Aber was für technologische, regulatorische und gesellschaftliche Herausforderungen liegen vor uns? Und was muss getan werden, damit der Traum von der E-Mobility Realität wird? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der vom VDE und dem Deutschen Dialog Institut organisierten Veranstaltung Innovations(t)raum Elektromobilität am 27. und 28. Juni 2017 in Berlin. Unter den 250 Teilnehmern der Veranstaltung waren auch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und VDE-CEO Ansgar Hinz.

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Alexandra Momberger
Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries

„Damit Deutschland sich zum Leitmarkt für Elektromobilität entwickelt, muss auch die Industrie in die Gänge kommen", so Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries.

| Annette Hornischer

„Derzeit werden so viele Grundprinzipien des Automobils wie noch nie infrage gestellt: Elektromobilität, Car Sharing und autonomes Fahren – das sind die Trends, die die Zukunft des Autos bestimmen“, betonte Zypries beim Innovations(t)raum. „Damit Deutschland sich zum Leitmarkt für Elektromobilität entwickelt, muss auch die Industrie in die Gänge kommen – Politik kann nicht alles fördern“, so die Bundeswirtschaftsministerin: Die Politik unterstütze den Wandel zur Elektromobilität mit einer Kaufprämie, Ladeinfrastruktur und der Förderung von Forschung und Entwicklung: alleine für das IKT-Programm beträgt das Fördervolumen 80 Millionen Euro. Am vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen“ beteiligen sich von 2016 bis 2019 insgesamt 13 Pilotprojekte. Das Ziel: Konzepte und Systemlösungen für die intelligente Einbindung der Elektromobilität finden. Der Schwerpunkt liegt auf wirtschaftlich lohnenden Anwendungen der Elektromobilität im Nutzfahrzeugsegment. Im Vordergrund steht dabei nicht die Entwicklung der elektrischen Fahrzeuge und ihrer Antriebe selbst. Vielmehr geht es darum, Fahrzeuge in IKT-basierte ganzheitliche Logistik-, Energiemanagement- und Mobilitätskonzepte einzubinden.

Mobilität der Zukunft: Vernetzt – digital – elektrisch

VDE-CEO Ansgar Hinz

„IKT und Elektromobilität funktionieren nur im Team. Wissenschaft, Forschung, Industrie, Politik und Gesellschaft müssen zusammenarbeiten", betont VDE-CEO Ansgar Hinz.

| Annette Hornischer

Im Rahmen der Begleitforschung zu IKT für Elektromobilität III unterstützt der VDE die Projekte dabei, ihre Ziele zu erreichen. Dazu werden nationale und internationale Technologieentwicklungen abgeglichen und der Markt beobachtet. Die Begleitforschung fördert zudem übergeordnete innovationspolitische Ziele. Ein weiteres Ziel ist es, Akteure aus den Förderprojekten aus unterschiedlichen Branchen und Technologien zu gemeinsamen Lösungen bei Querschnittsthemen zu führen. Dies umfasst die rechtliche Regulierung, den Umgang mit personenbezogenen Daten, die Etablierung von Standards und Normen sowie die Vorbereitung der Entwicklung neuer Geschäftsfelder.

„IKT und Elektromobilität funktionieren nur im Team. Wissenschaft, Forschung, Industrie, Politik und Gesellschaft müssen zusammenarbeiten. Der VDE bietet hier als Plattform die idealen Voraussetzungen für die Kooperation, Kollaboration und Umsetzungsallianzen“, so VDE-CEO Ansgar Hinz. Es gehe um nicht weniger als den Innovations- und Technologiestandort Deutschland. Mobilität der Zukunft müsse vernetzt, digital, elektrisch und interoperabel sein. Open-Source-Lösungen statt proprietäre Systeme lautet die Devise. „Wir wissen in Deutschland und Europa wie klassische Mobilität auf hohem Niveau geht. Jetzt müssen wir der Welt zeigen, dass wir auch die sind, die die Mobilität der Zukunft denken, entwickeln und umsetzen.“

Gesellschaftliche Akzeptanz als Treiber der Elektromobilität

In einem Punkt war sich die Mehrheit der Referenten einig: Ein entscheidender Treiber für das Gelingen der Verkehrswende ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Im Zuge der Begleitforschung haben Bridging IT und der VDE in einer Studie die Ladeinfrastruktur aus Kundensicht unter die Lupe genommen: Für einen flächendeckenden Durchbruch der Elektromobilität benötigen die unterschiedlichen Nutzergruppen künftig passgenaue Ladelösungen. Für Interessenten hat das regelmäßige Aufladen des Elektroautos und damit die Ladeinfrastruktur einen sehr hohen Stellenwert – auch wenn sie dabei den Ladebedarf überschätzen. Deswegen ist öffentliche Ladeinfrastruktur in der Markthochlaufphase besonders wichtig, um das Vertrauen potentieller Elektrofahrzeugkäufer zu gewinnen. Weiteren Handlungsbedarf gibt es laut Studie bei den Themen:

  • Standorte der Ladeinfrastruktur
  • Ladeleistung und Ladestandards
  • Verfügbarkeit und Zugänglichkeit
  • Sichtbarkeit
  • Informationsbereitstellung
  • Berechtigung und Bezahlung.

Mit dem Thema Berechtigung und Bezahlung befasst sich auch das Projekt „OVAL: Ohne Voranmeldung laden“, das Teil des Programms IKT für Elektromobilität III ist. „Die Kernfrage des Projekts: Wie lässt sich die von der Europäischen Union vorgeschriebene Option Ad-hoc-Laden und Bezahlen umsetzen?“, erläuterte Wolfgang Klebsch vom VDE im Rahmen der Projektvorstellungen am zweiten Veranstaltungstag. Im Fokus stehen dabei technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte des Ad-Hoc-Ladens. Bei den Bezahlmethoden wird auch die Technologie Blockchain als mögliche Lösung untersucht. „Derzeit erarbeiten wir eine Studie zum Ad-Hoc-Laden und den verschiedenen Bezahlmethoden. Die Ergebnisse und Empfehlungen werden im Lauf des Jahres 2017 veröffentlicht“, berichtete Klebsch. Danach werden sie in Pilotanlagen an Standorten in Hilden und Langenfeld in einem Feldversuch getestet.

Mit Smart Mobility in die Zukunft

Wie der Weg zur autonomen und elektrischen Mobilität beschleunigt werden kann, war nicht nur Thema beim Innovations(t)raum Elektromobilität. Die VDE-Mobility-Experten analysieren in ihrem zur Veranstaltung erschienen Bluepaper die noch zu erledigenden Aufgaben: angefangen bei der Energieversorgung über Sicherheitsaspekte bis zu neuen Geschäftsmodellen. Das Paper skizziert mögliche Lösungen und gibt Handlungsempfehlungen. Eines ist sicher: Die Fahrzeuge der Zukunft werden nur dann ihre Vorteile ausspielen, wenn sie sich sowohl in Energie- als auch in Kommunikationsinfrastrukturen einbinden lassen. Und wenn alle Komponenten des Systems Elektromobilität reibungslos zusammenarbeiten.

Impressionen des ersten Konferenztages

Innovations(t)raum Elektromobilität 2017

Ein zweitägiges interaktives Programm bot den Teilnehmern der Konferenz „Innovations(t)raum Elektromobilität 2017" spannende Impulsvorträge und Keynotes zu Visionen sowie Kooperationsmöglichkeiten mit Start-ups und internationalen Playern. Auch viele Projektergebnisse des Technologieprogramms „IKT für Elektromobilität III" wurden vorgestellt. Das Video zeigt Impressionen des ersten Konferenztages am 27. Juni 2017 in Berlin: Mit dabei Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und VDE-CEO Ansgar Hinz.

Impressionen des Innovations(t)raums 2017:

Zusammenarbeit in den Zukunftsfeldern Elektromobilität, Industrie 4.0, IT-Sicherheit, Energie und Smart Living

Ansgar Hinz, VDE-CEO und Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin

Der VDE unterstützt das BMWi bei zahlreichen Schlüsselprojekten mit seiner internationalen Experten-Plattform in der Elektro- und Informationstechnik für Wissenschaft, Normung und Produktprüfung.

| Annette Hornischer
03.07.2017

Seit Jahren arbeiten der VDE und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gemeinsam an zahlreichen Schlüsselprojekten in den Zukunftsfeldern Elektromobilität, Industrie 4.0, IT-Sicherheit, Energie und Smart Living. Der VDE unterstützt das BMWi dabei mit seinen Kernkompetenzen: einer starken internationalen Experten-Plattform in der Elektro- und Informationstechnik für Wissenschaft, Normung und Produktprüfung.

VDE und BMWi kooperieren