Vektormagnetfeld, wie es vom Herzen während des QRS-Komplexes erzeugt wird. Das vollständige Bild wurde aus dreidimensionalen Vektordaten interpoliert. Der Brustkorb ist schematisch in gelb gezeichnet.
Der Fachausschuss "Magnetische Methoden in der Medizin" setzt sich mit Verfahren auseinander, bei denen Magnetfelder gemessen oder erzeugt werden, um die medizinische Diagnostik und/oder Therapie zu unterstützen.
Aktuelles / Highlights:
Workshop "Clinical Magnetocardiography: requirements and experience to date"
auf der BMT 2007, 26.-29. September in Aachen
Invited Speakers:
- Silvia Comani Dept. Clinical Sciences & Bioimaging, University G D’Annunzio, Chieti
- Matthias Görnig Dept. of Internal Medicine, University Jena, Jena
- Birgit Hailer Dept. of Internal Medicine, Philippusstift, Essen
- Risto Ilmoniemi Laboratory of Biomedical Engineering, Helsinki University of Technology, Helsinki
- Alexander Schirdewan Dept. of Clinical and Molecular Cardiology, Charité Campus Buch, Berlin
- Fiona Smith Dept. of Medical Physics, University of Newcastle upon Tyne
- Uwe Steinhoff Dept. Biosignals, Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Berlin
Schwerpunkte /Aufgaben:
Die Themenbereiche orientieren sich an aktuellen magnetischen Methoden die im biomedizinischen Kontext entwickelt und angewendet werden. Zur Zeit sind folgende Themen vertreten:
Magnetometrie
Die Magnetometrie, auch Biomagnetismus genannt, setzt sich mit der Registrierung und Analyse von elektrophysiologisch erzeugten Magnetfeldern auseinander. Dazu gehört die Entwicklung von geeigneten Messgeräten, die Messtechnik, die Modellierung, Verarbeitung und Analyse der gemessenen Signale, sowie die Nutzung dieser Technik für die medizinische Diagnose. Biomagnetismus wird hauptsächlich in der Neurologie und in den Neurowissenschaften für Messungen am zentralen Nervensystem (Magnetenzephalographie, MEG) und an peripheren Nerven (Magnetoneurographie, MNG) genutzt. Auch in der Kardiologie (Magnetokardiographie, MKG) findet die biomagnetische Messmethode zahlreiche Anwendungen, insbesondere für pränatale Fragestellungen (fetales MKG). Die elektrische Aktivität des Gastrointestinaltraktes ist mit der Magnetgastrografie (MGG) und Magnetoenterographie (MEnG) untersucht worden.
Ansprechsperson: Peter van Leeuwen
Projekte: European Task Force on Magnetocardiography (ETFOM)
Magnetische Marker in der Medizin
Lokalisierung magnetisch markierter Tabletten im Gastrointestinaltrakt
Eine Arzneiform wird mit einem magnetischen Granulat versetzt, das normalerweise als Lebensmittelfarbstoff Verwendung findet. Durch ein starkes Magnetfeld erhält die Tablette ein permanentes magnetisches Moment. Nach Einnahme der Tablette verrät die Stärke des magnetischen Moments für jeden Zeitpunkt ihren Auflösungszustand. Dieser Vorgang wird mit dem mehrkanaligen SQUID-Sensor verfolgt, wie er z.B. in der Magnetkardiografie zum Einsatz kommt. Aus den magnetischen Messdaten lassen sich Ort und Stärke des magnetischen Moments mit hoher Genauigkeit und guter zeitlicher Auflösung ermitteln. Das Verfahren ist gesundheitlich völlig unbedenklich, so dass damit sogar Reihenuntersuchungen durchgeführt werden können, die statistische Aussagen über das Verhalten von Arzneiformen möglich machen. Für die pharmazeutische Industrie ist die Aufklärung des Auflösungsverhaltens von Tabletten nützlich, um die Freigabe des Wirkstoffs im Gastrointestinaltrakt örtlich und zeitlich zu optimieren.
Lokalisation und Quantifizierung von magnetischen Nanopartikeln
Magnetische Nanopartikel finden vielfache Anwendungen in der Krebstherapie, wie z.B. die unten dargestellte magnetische Thermoablation und das magnetische Drug Targeting. Für diese therapeutischen Anwendungen ist die Kenntnis der Konzentrationsverteilung der Partikel im Gewebe eine wichtige Information zur Therapiekontrolle. Die magnetische Messtechnik kann das Remanenzsignal und die magnetische Relaxation der Partikel nutzen, um Auskunft über Ort, Menge und Bindungszustand der Partikel zu gewinnen. Mit dem magnetischen Relaxations-Immunoassay (MARIA) kann das Bindungsverhalten von Antikörper-Antigen-Reaktionen quantitativ und zeitaufgelöst untersucht werden.
Kontakt: Lutz Trahms
Magnetic Drug Targeting
Anreicherung von Chemotherapeutika im Tumor durch magnetisch Nanopartikel
Ansprechperson: NN
Magnetic Impedance Imaging
Kontaktlose Anregung und Detektion von Wirbelströmen im Körper über ihr magnetisches Feld
Ansprechperson: NN
Magnetische Thermoablation
Elektromagnetische Wärmeeinwirkung zur Tumortherapie
Ansprechperson: NN
Magnetische Stimulation
Nervenstimulation über geschaltete Magnetfelder
Ansprechperson: NN
Ziele / Visionen:
Das Ziel des Fachausschusses ist die Förderung der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Magnetische Methoden in der Medizin durch