Münchener VDE Abend 2014 

VDE Südbayern verleiht die VDE Awards 

München  27.11.2014 

 

 

VDE Awards 2014  Preisträger


Der VDE Südbayern zeichnete in diesem Jahr mit den VDE Awards 2014 wieder herausragende technisch-wissenschaftliche Leistungen in Südbayern aus. Die VDE Awards wurden in den Kategorien Wirtschaft, Wissenschaft und Schule vergeben, zusätzlich wurde der Medienpreis Technik verliehen. „Mit den VDE Awards möchten wir hervorragende wissenschaftliche Leistungen sowie das Engagement für mehr Technikbegeisterung in der Bevölkerung honorieren“, so Prof. Dr.-Ing. Petra Friedrich, Vorsitzende des VDE Südbayern. Ferner wurden die Sieger des VDE Smart Home Contest vorgestellt. Die Ehrungen fanden am 27. November beim Münchener VDE Abend 2014 im Bayerischen Hof statt.


Frau Heike Götz (Bayerisches Fernsehen) moderierte den Abend, sie begrüßte die Preisträger und die Gäste aus Wirtschaft, Hochschule, Politik, Verbände und Medien. Für den VDE Südbayern sei es zu einer Tradition geworden, in einer festlichen Veranstaltung besondere Leistungen zu würdigen. Die Vorsitzende des VDE Bezirksvereins Südbayern, Frau Prof. Friedrich, berichtete zunächst über die Aktivitäten des vergangenen Jahres im Bezirksverein.


Für den VDE Frankfurt überbrachte Herr Dipl.-Ing. Wolfgang Niedziella, Geschäftsführer des VDE- Prüf- und Zertifizierungsinstitut, die Grüße des VDE Vorstands. Er fasste kurz und prägnant die Ziele des VDE als technisch-wissenschaftlicher Verein zusammen.

 


VDE Smart Home Contest

 

Vor einem Jahr hatte der VDE Südbayern einen Hochschulwettbewerb ausgeschrieben – den Smart Home Contest. Hier sollten sich Studierende ein Projekt ausdenken, das sich mit Intelligenz und Vernetzung im Heim befasst. Als Ergebnis musste ein Projektbericht eingereicht und das Projekt öffentlich präsentiert werden. Acht Projektgruppen hatten sich beteiligt und vor wenigen Wochen die Ergebnisse einer Jury vorgestellt. Die eingeladenen Vertreter der drei siegreichen Projekte waren gespannt, wer die Preise und Preisgelder in Höhe von 1000, 2000 und 3000 Euro erhielt.


Die Preisverleihung begann mit dem dritten Preis, der an das Projekt Family Care - Assistenzsystem für ein selbstbestimmtes Leben ging. Das Team mit 16 Mitgliedern kommt von der Hochschule München, Betreuer war Alexander Wass von der Firma Tara Systems GmbH. Das Assistenzsystem erkennt durch Messung von Verbrauchsdaten wie Strom, Wasser und Heizung Anomalien und Not­situationen seiner Bewohner und leitet Hilfe ein. Als Vertreter des Teams nahmen Herr Sebastian Bögl, Herr Stephan Nöhmeier und Herr Max Obholzer den Preis entgegen.


Den zweiten Preis erhielt das Team mit dem Projekt MedLoo - Die intelligente Toilette. Das Team, Frau Bernadette Kinzel und Herrn Dennis Helmut, kommt von der TU München aus der Fakultät Elektro- und Informationstechnik, betreut von Prof. Bernhard Wolf. Sie hatten fachkundige Unter­stützung durch eine Pflegedienstleiterin, die die Probleme der Inkontinenz gerade bei älteren Menschen kennt.


Der erste Preis ging an das Team Nils Hornik, Christina Nußbaumer und Jakob Wittmann mit dem Projekt Automatisiertes Analysetool zur Eigenverbrauchsmaximierung durch intelligent gesteuerte Warmwassererzeuger. Das Projekt wurde von Prof. Jürgen Rackles und Prof. Gerd Becker von der Hochschule München betreut. Ziel des Projektes war es, einen Elektroboiler so zu steuern, dass selbst erzeugter Solarstrom dann zur Warmwasserbereitung eingesetzt wird, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist.

 

 

 

VDE Smart Home Contest Preisträger


 

VDE Awards 2014


In der Kategorie Schule wurde das Gymnasium Markt Indersdorf ausgezeichnet. Der Schulleiter, Herr Thomas Höhenleitner, sowie die Lehrer Manfred Dudda und Philipp Leebmann nahmen den Preis entgegen. Besondere Aufmerksamkeit hat ein Schulprojekt erregt, das Herr Dudda initiiert hat: Die Schüler aus mehreren Klassen haben mit Hilfe des Amateurfunkklub Dachau den Funkkontakt zur Raumstation ISS aufgenommen und konnten Fragen an den Astronauten Alexander Gerst stellen – ein Projekt, das jahrelange Vorbereitung erforderte. Eine weitere Aktivität ist der Wahlkurs Robotik, den Herr Leebmann leitet. Die Schüler nehmen regelmäßig mit selbst gebauten Robotern an einem Wettbewerb der Universität Southhampton teil und konnte schon mehrere Preise gewinnen. Eine weitere Arbeits­gemeinschaft beschäftigt sich professionell mit der Licht- und Tontechnik.


In der Kategorie Wissenschaft wurden 15 Arbeiten eingereicht, alles hervorragende Leistungen, so dass es der Jury schwerfiel, eine Auswahl zu treffen.


Ausgezeichnet wurde Herr Andreas Adler von der Hochschule Kempten für seine Masterarbeit mit dem Titel Finite Element Analysis of a Hydropower Generator. Hintergrund war die Notwendigkeit, die Erregerleistung eines Generators mit einem Simulationsprogramm nachzubilden und Abweichun­gen zwischen Theorie und Praxis zu ermitteln. Herr Adler hat es in seiner Arbeit geschafft, mit neuen Verfahren die bisherigen Grenzen der Simulation zu überwinden.


Herr Tobias Laas hat an der TU München bei Herrn Professor Nossek seine Bachelorarbeit ausge­führt. Sein Thema war Broadband Channel Estimation for Filter Bank Based Multicarrier Systems. Es geht hier um Mobilfunksysteme der vierten und fünften Generation. Der Funkkanal muss dabei für eine hohe Effizienz entzerrt werden. Für die Kanalschätzung hat Herr Laas ein neues Ver­fahren entwickelt, das aus der Filtertheorie stammt und sich durch hohe Effizienz und Geschwindigkeit auszeichnet. Das Verfahren wurde auf einer Konferenz veröffentlicht und wird bei der Normung zukünftiger Mobilfunkgenerationen berücksichtigt.


Frau Petra Maier hat ihre Masterarbeit bei Professor Schlichtmann (TU München) durchgeführt. Das Thema war A Loosely-Timed SystemC Model of a Linux SMP System with ARM cores emulated by QEMU. Der Entwurf von Prozessoren mit mehreren Kernen wird mittels Simulation überprüft und optimiert. Frau Maier hat eine neue Lösung für die Kopplung zweier Simulationsplattformen gefunden und demonstriert. Die Arbeit ermöglicht die gleichzeitige Verifikation von Hardware und Software unter Berücksichtigung des Zeitverhaltens, und das vierzig mal schneller als mit bisherige Methoden.


Herr Matthias Pohl hat an der Hochschule Augsburg studiert und seine Masterarbeit bei Prof. Kiefer ausgeführt, das Thema war An FPGA-Based Hardware Architecture for the Efficient Description of Natural Image Features. Das Erkennen von natürlichen Objekten in Kamerabildern ist eine wich­tige Aufgabe für Computer- Anwendungen. Bekannte Algorithmen sind jedoch meist sehr komplex. Ziel der Arbeit war es, einen Algorithmus zu entwickeln, der schneller und einfacher als bisher ist und in pro­grammierbaren FPGA- Logikbausteinen implementiert werden kann.


Herr Tim Stahl hat an der Hochschule Rosenheim im Studiengang Mechatronik studiert und sein Studium mit einer Bachelorarbeit bei Prof. Prasch abgeschlossen. Seine Arbeit Entwicklung / Studie eines Tools zur Leistungsberechnung von Palettiersystemen hat er bei einem Hersteller von Ver­packungstechnik ausgeführt. Palettiersysteme sind ein Teil der Verpackungstechnik und werden kun­denindividuell zusammengestellt. Der Kunde will natürlich wissen, was eine solche Maschine leistet. Dafür gab es bisher nur empirische Aussagen. Herr Stahl hat in seiner Arbeit ein Tool ent­wickelt und demonstriert, das die Leistung einer solchen Anlage berechnen kann.


Herr Dr.-Ing. Mario Casteñeda hat an der TU München bei Prof. Nossek seine Forschungsarbeiten ausgeführt und wurde hier promoviert. Der Titel seiner Dissertation ist Design of Multiuser Multiantenna Wireless Communication Systems, sie befasst sich mit Mobilfunksystemen hoher Effizienz, wie sie für die 5. Generation angedacht sind. Für die optimale Nutzung wird die Kenntnis der Übertragungseigenschaften des Funkkanals benötigt, was in der Regel nur unvollkommen erreichbar ist. Herr Dr. Casteñeda hat hier wesentliche Beiträge und zahlreiche Publikationen verfasst, die große Beachtung fanden.


Der Preis in der Kategorie Handwerk geht an Maximilian Baumgartner für einen hervorragenden Abschluss als Elektromeister. Herr Baumgartner hat nach dem Realschulabschluss eine Elektrolehre gemacht. Nach einem Praxisjahr hat er dann die Technikerschule besucht, dann den Abschluss als Betriebswirt des Handwerks und schließlich den Meisterkurs absolviert. Die Meisterprüfung umfasste in der Planung und Durchführung eines Projekt bestehend aus einer „Abgasrückführungsanlage zur Vermeidung bzw. Verringerung der CO2 – Belastung mit Alarmbetrieb“.


Der VDE-Medienpreis Technik wird für herausragende publizistische Arbeiten in der Elektrotechnik und Informationstechnik vergeben. 2014 zeichnet der VDE Südbayern Herrn Dipl.-Ing. Caspar Grote

für seinen herausragenden publizistischen Einsatz für die Verbreitung von Erkenntnissen und Ergeb­nissen der modernen Elektrotechnik und Medizinelektronik aus. Herr Grote ist Chefredakteur des Fachmedium DESIGN&ELEKTRONIK, eine monatliche Publikation für Elektronik-Entwickler. Seit 2010 verantwortet Herr Grote darüber hinaus die Publikation MEDIZIN+elektronik,


Der Abend wurde umrahmt durch das Ensemble „Die Kammermusikanten“. Neben den Ehrungen und dem Dinner blieb genügend Zeit, um Gespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen.



Bericht: Dr. Rainer Lüder

Fotos: Stefan Schumacher