Panel Smart Communities
VDE Renewables
12.05.2022

VDE Renewables Panel auf der EM Power: "Smart Communities in der Energiewende"

Anlässlich der Intersolar München lud VDE Renewables zum Forum "Smart Communities in der Energiewende" ein. Auf dem Podium diskutierten verschiedene Akteure wie Energieversorger, kommunale Klimaschutzbeauftragte und Bürgerenergiegenossenschaften über effektive Maßnahmen für Kommunen zur Unterstützung der Energiewende.

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Ulrike Jahn

"Das Potenzial für PV-Anlagen ist weiterhin enorm. Hier könnten die Kommunen eine zentrale Rolle spielen", sagte Ulrike Jahn, Senior-Expertin beim VDE Renewables.

Jahn empfahl, dass Kommunen ein Solarpotenzialkataster aufbauen könnten, in dem Bürgerinnen und Bürger leicht überprüfen können, ob ihre Gebäude oder Freiflächen für die Installation einer Solaranlage geeignet sind und wie viel Energie sie produzieren könnten. Kommunale Förderungen könnten zusätzliche Anreize schaffen.

Ein Vorbild ist die bayerische Kreisstadt Wunsiedel. Der Geschäftsführer des örtlichen Energieversorgers SWW Wunsiedel, Marco Krasser, zeigte seine Vision von einer CO2-neutralen Energieversorgung auf: "Bis heute haben wir bei unserem Ziel, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, nichts erreicht. Das Wichtigste ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger mitmachen." VDE Renewables und die Stadt Wunsiedel haben eine einzigartige Partnerschaft bei der Festlegung von Standards und der Überprüfung der Effizienz von lokalen Maßnahmen aufgebaut.

Auf dem Podium machte Alois Schläffer, Regionalmanager der Klimamodellregion Saalachtal in Österreich, deutlich, dass die Energiewende eine Bewegung von unten nach oben ist. Sie war von Anfang an eine Bürgerbewegung. Bürger und private Unternehmen gehörten zu den ersten, die in eigene PV-Anlagen investierten, sei es für den Eigenverbrauch oder für die Einspeisung der Energie, um eine Rendite zu erzielen.

Andreas Henze von der Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Lang stellte die Ergebnisse einer Umfrage für den Landkreis Freising vor, wie groß der Aufwand für die komplette Energiewende ist. Derzeit werden nur 10 Prozent der Dachflächen in Freising genutzt. Bis 2035 könnte der Anteil auf 30 Prozent steigen. Das bedeutet, dass etwa 30 zusätzliche Windräder benötigt werden, sowie 400 - 500 Hektar Freifläche für PV-Module.

Professor Dr. Dominikus Bücker von der Technischen Hochschule Rosenheim zeigte auf, wie regionale Akteure zusammenarbeiten können, um die Energiewende zu verwirklichen. Hochschulen, Privatwirtschaft oder Bürger stehen im ständigen Austausch. Eine Aktion ist der Klima-Bierdeckel: Bierdeckel für die Kleinen aus der Region, die verschiedene Klimamythen erklären.

Der Vorstandsvorsitzende des VDE Renewables, Burkhard Holder, dankte den Podiumsteilnehmern für die realistische Darstellung des Ist-Zustandes: "Selbst die innovativste Gesellschaft hat Schwierigkeiten, die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Außerdem haben wir einen Fachkräftemangel, deshalb brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz."

Auf dem Podium von links nach rechts: Moderatorin Ulrike Jahn, Andreas Henze, Marco Krasser, Dominikus Bücker, Burkhard Holder, Alois Schläffer