VDE-Vorstandsvorsitzender Ansgar Hinz

VDE-Vorstandsvorsitzender Ansgar Hinz beim Mikroelektronik Symposium 2016

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21.09.2016 Pressemitteilung TOP

VDE fordert EU-weite Mikroelektronik-Agenda und mehr Mut zu New Mobility

Der Weg zum Leitanbieter für automatisiertes Fahren führt über eine starke Chipindustrie. Der VDE warnt vor zu langem Festhalten an alten industriellen Erfolgsmodellen.

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Die Mikroelektronik ist das Nervensystem der digitalen Gesellschaft, Motor der deutschen Industrie und wesentlicher Treiber für Entwicklungstrends wie Industrie 4.0, Smart Car und Smart Home. Beispiel Automobil: Heute schon kommen bis zu über 80 Prozent der Innovationen rund ums Auto aus Mikroelektronik und Software. In einem Oberklasse-Wagen sorgen etwa 70 elektronische Steuergeräte mit rund 13.000 passiven elektronischen Bauelementen für mehr Sicherheit, Komfort und Effizienz. Selbst bei einem Mittelklassefahrzeug liegt der Elektronikanteil am Produktionswert bereits bei über 30 Prozent. Mit dem Trend zum automatisierten und vernetzten Fahren wachsen der Anteil und die Bedeutung der Mikroelektronik weiter an. Denn automatisiertes Fahren setzt voraus, dass Fahrzeuge die Umgebung analysieren und mit aktuellen Informationen aus der Infrastruktur kombinieren. Mit dem Zusammenwachsen der Elektro-, IT- und Automobilbranche stellen sich aber neue Herausforderungen an die gesamte Wertschöpfungskette vom Chiphersteller bis zum Automobilhersteller, auch weil völlig neue Anbieter aus der Internet-Branche mit neuen Geschäftsmodellen auf den Mobilitätsmarkt drängen. Ideen, Vorschläge und Lösungen rund um diese Herausforderungen diskutierten Experten aus der Politik, Chipindustrie und Automobilbranche unter dem Motto „Mikroelektronik: Schlüsseltechnologie für automatisiertes Fahren!“ auf dem VDE/ZVEI-Symposium Mikroelektronik 2016 in Berlin. VDE-Vorstandsvorsitzender Ansgar Hinz plädierte hier für mehr Mut zur Veränderung: „Deutschland war und ist bis dato führender Standort, wenn es um die Automobilelektronik geht. Dennoch warnen zwei Drittel unserer Mitgliedsunternehmen: Diese Position ist nur durch deutliche Stärkung und den Ausbau der Mikroelektronik zu halten. Nur so werden wir Gestalter. Nur so vermeiden wir standortgefährdende Abhängigkeiten. Es geht hier immerhin um das Herzstück der deutschen und europäischen Industrie, um das uns der Rest der Welt bislang noch beneidet.“ Um den nächsten Schritt in Richtung New Mobility zu gehen, seien eine starke Teamleistung von Unternehmen und Politik, von Verbänden und Initiativen, eine effiziente 5G Infrastruktur, eine EU-weite Mikroelektronik-Agenda und mehr Mut zur Veränderung erforderlich.