Eine Steckdose ist für kleine Kinder ein interessantes Forschungsobjekt
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17.05.2019 244 0

Kinder und Elektrizität

Kinder können die Gefahren, die von Elektrizität ausgehen, nicht einschätzen. Neugierde und Forscherdrang können sie in brenzlige Situationen bringen, wenn nicht vorher schon Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden. Welche Maßnahmen das unter anderem sein können, erfahren Sie hier.

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Hendrik Schäfer

Sicherheit im Haus

In Haus und Wohnung heißt es zu allererst: Steckdosen sichern! Um den Schutzpegel kurzfristig zu erhöhen, kann dies durch eine nachträglich eingesetzte Kindersicherung geschehen. Besser ist der Austausch alter Steckdosen gegen Steckdosen mit integriertem Kinderschutz. Vergessen Sie nicht auch die Steckdosenleisten abzusichern, sofern sie keine eingebaute Kindersicherung haben. Die Miene eines Kugelschreibers, ein vergessener Nagel oder eine herumliegende Schraube – Kinder können sehr kreativ sein, wenn es darum geht, Werkzeuge zu finden, mit denen sie das Innenleben einer Steckdose erkunden können. Auch wenn die Steckdosen gesichert sind, sollten Sie darauf achten, dass solche Dinge nicht für kleine Kinder erreichbar sind.

Bei Renovierungsarbeiten ist zusätzliche Vorsicht geboten. Beim Streichen oder Tapezieren der Wände werden die Blenden der Steckdosen oft demontiert, um diese nicht mit Farbe zu verschmutzen. Achten Sie bei diesen Arbeiten immer auf Ihre Kinder. Kleben Sie die Steckdosen-Bereiche gut ab und klären Sie die Beteiligten über mögliche Gefahren auf. Ganz sichergehen können Sie, wenn Sie die Spannung über den Sicherungskasten abschalten. Der Schalter sollte gegen Wiedereinschalten gesichert und ein Hinweisschild angebracht werden, falls noch andere Personen Zugang zum Sicherungskasten haben. Prüfen Sie mit einem 2-poligen Phasenprüfer, dass keine Spannung mehr durch die entsprechende Leitung fließt.

Steckdosen sind allerdings nicht die einzige Gefahrenquelle für Kinder. Wir empfehlen Ihnen, auch die folgenden Hinweise unbedingt zu beachten:

  • Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten und sorgen Sie dafür, dass Ihre Hausinstallation auf dem neuesten Sicherheitsstand ist. Eine Nachrüstung mit einem Fehlerstromschutzschalter (< 30 mA) kann Leben retten.
  • Achten Sie schon beim Kauf von Elektrogeräten auf Kindersicherheit. Ein Beispiel: Die Scheibe des Backofens sollte nicht wärmer als ca. 85°C werden.
  • Verlegen Sie Kabel immer so, dass Kinder sich nicht daran hochziehen bzw. Geräte herunterziehen können. Die Kabel sollten jedoch nicht unter Teppichen verlegt werden. Denn dadurch kann es zu einem Wärmestau kommen.
  • Lassen Sie Elektrogeräte nicht unbeaufsichtigt herumliegen. Besonders nicht im Bad!
  • Nutzen Sie Schutzgitter für den Herd.
  • Klären Sie Ihre Kinder so früh wie möglich über die Gefahr von Elektrizität auf. Von Anfang an sollten sie lernen, dass elektrische Geräte kein Spielzeug sind.

Wenn Kinder draußen spielen

Auch im Freien lauern Gefahren durch Elektrizität. Lassen Sie Ihre Kinder nicht in der Nähe von elektrischen Anlagen wie Strommasten, Trafohäusern, Umspannwerken oder Bahnanlagen spielen. Rund um Hochspannungs- oder Oberleitungen sollten Sie und Ihre Kinder darauf verzichten, Heliumballons und Drachen steigen zu lassen. Die meisten Viehweiden werden mit Elektrozäunen abgesichert. Diese führen zwar keine lebensgefährliche Spannung, aber Ihre Kinder sollten auch hier niemals unbeaufsichtigt sein.

Wer nun denkt, dass er seine Kinder gefahrlos im Garten spielen lassen kann, dem geben wir ebenfalls noch ein paar Tipps mit an die Hand. Bevor Sie Ihre Kinder alleine im Garten spielen lassen, sorgen Sie dafür, dass alle Gartengeräte sicher verwahrt sind. Haben Sie einen aufblasbaren Pool mit elektrischer Luftpumpe, dann räumen Sie diese nach dem Aufpumpen sofort weg. Verlegen Sie keine Verlängerungskabel quer durch den Garten, schon gar nicht in der Nähe von Pool oder Planschbecken.

Auf das richtige Verhalten bei Gewitter sollten Kinder ebenfalls vorbereitet werden. Hierzu hat der VDE-Ausschuss Blitzschutz und Blitzforschung spezielles Material für Grundschüler erstellt. Hier wird den Kindern verständlich erklärt, wie sie sich am besten bei Gewitter in Sicherheit bringen und wo die Gefahren liegen. Beim Campen oder auf Festivals gilt: Bei Gewitter raus aus dem Zelt und rein ins Auto!

Sicheres Spielzeug

Bei elektrischem Spielzeug sollten Sie ganz besonders auf Sicherheit achten. Vor allem, wenn Sie es gebraucht kaufen, kann es sein, dass es nicht den aktuell gültigen Bestimmungen der europäischen Spielzeugrichtlinie entspricht. Nach dieser Richtlinie darf Spielzeug beispielsweise nur mit einer Nennspannung von maximal 24 Volt oder mit Batterien betrieben werden und das Batteriefach darf sich ohne Werkzeug nicht öffnen lassen. Zu hohe Lautstärke oder chemische Schadstoffe in den Kunststoffen können ebenfalls Gefahrenquellen sein.

Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die CE-Kennzeichnung. Bei dieser handelt es sich lediglich um eine Selbsterklärung des Herstellers, die Vorgaben der entsprechenden EU-Richtlinien eingehalten zu haben. Kontrolliert wurde dies von einer neutralen Stelle aber nicht! Informieren Sie sich vor dem Kauf von Spielzeug sorgfältig, zum Beispiel online, über Vergleichs- und Verbraucherschutzportale. Lassen sie sich vor dem Kauf ausführlich beraten und achten Sie auf Qualitätssiegel und Prüfzeichen wie dem VDE-Zeichen.

Vermeiden Sie Spielzeug mit

  • hohem Geräuschpegel, da dadurch Hörschäden entstehen können,
  • scharfen Ecken und Kanten,
  • Teilen, die sich leicht lösen und verschlucken lassen,
  • Scharnieren, in denen Kinder ihre Finger quetschen können,
  • gesundheitsgefährdenden Lösungsmitteln oder Weichmachern (häufig durch unangenehmen Geruch erkennbar),
  • langen Kordeln, Schnüren oder Bändern, da sich Kinder daran strangulieren können,
  • Batteriefächern, die ohne Hilfe von Werkzeug leicht zu öffnen sind.

Werfen Sie einen Blick auf die Rückruflisten (Rapexlisten) der EU Kommission, bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin oder bei Verbraucherschutzinitiativen.

Haftungsausschluss

Trotz sorgfältiger Recherche können diese Texte unvollständig oder fehlerhaft sein. Für daraus entstehende Schäden an Personen oder Gegenständen übernehmen die Herausgeber keine Haftung.

Modellspezifisch sollen unbedingt die Herstellerangaben eingehalten werden.

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