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VDE
25.07.2022

Rückblich auf unsere Wasserstoff-Veranstaltungen 2022 und 2023


Wasserstoff: Zukunft der Metropolregion Rhein-Neckar?

Hype oder Heilsbringer – was bedeutet der aktuelle Fokus von Politik und Wirtschaft auf den Wasserstoff für die Bürgerinnen und Bürger, die Unternehmen und Organisationen in der Metropolregion Rhein-Neckar? Welche konkreten Projekte gibt es schon bei uns, wo wird die „H2-Revolution“ greifbar? Wir freuen uns auf spannende, kurzweilige Impuls-Vorträge, eine mitreißende Podiumsdiskussion sowie auf das Netzwerken bei einem kleinen Imbiss mit Ihnen!

Hype oder Heilsbringer – was bedeutet der aktuelle Fokus von Politik und Wirtschaft auf den Wasserstoff für die Bürgerinnen und Bürger, die Unternehmen und Organisationen in der Metropolregion Rhein-Neckar? Welche konkreten Projekte gibt es schon bei uns, wo wird die „H2-Revolution“ greifbar? Wir freuen uns auf spannende, kurzweilige Impuls-Vorträge, eine mitreißende Podiumsdiskussion sowie auf das Netzwerken bei einem kleinen Imbiss mit Ihnen!

Die kostenfreie Veranstaltung beginnt am 09. März 2023 um 18:00 Uhr und findet im MAFINEX Technologiezentrum, Julius-Hatry-Straße 1 in  Mannheim statt. Alle Informationen, das Programm sowie den Link die Anmeldung finden Sie hier. 
 

Auftaktveranstaltung zur Normungsroadmap-Wasserstofftechnologien

Am 31. März 2023 beginnen die Arbeiten am Projekt Normungsroadmap Wasserstofftechnologien mit einer Auftaktveranstaltung, auf der Sie die Ziele des Projektes und seine zentralen Bausteine kennenlernen können. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Projekt 

Registrieren Sie sich jetzt unter www.din-veranstaltungen.de (Login Code: nrmh2)


Ankündigung Juni 2023: Woche des Wasserstoffs

Freuen Sie sich im Juni 2023 auf unsere Veranstaltungen zur "Woche des Wasserstoffs".

Alle weitere Details und Informationen finden Sie in Kürze hier auf unserer Seite.

Freuen Sie sich im Juni 2023 auf unsere Veranstaltungen zur "Woche des Wasserstoffs".

Alle weitere Details und Informationen finden Sie in Kürze hier auf unserer Seite.

Rückblick auf unsere Online-Veranstaltungen 2022

Rückblick 2022 und 2023

Diese Veranstaltungsreihe fand jeden ersten Dienstag im Monat "online" statt. Sie wurde mit den Mitgliedern der VDE Regionen organisiert und zeigt, wie viele Menschen sich im VDE Netzwerk bereits intensiv mit Wasserstoff beschäftigen. Jeden Monat tauchten wir in diesem Format gemeinsam mit Ihnen in ein anderes spannendes Thema der Wasserstoffwelt ab.

Diese Veranstaltungsreihe fand jeden ersten Dienstag im Monat "online" statt. Sie wurde mit den Mitgliedern der VDE Regionen organisiert und zeigt, wie viele Menschen sich im VDE Netzwerk bereits intensiv mit Wasserstoff beschäftigen. Jeden Monat tauchten wir in diesem Format gemeinsam mit Ihnen in ein anderes spannendes Thema der Wasserstoffwelt ab.

In der letzten VDE H2-Online-Veranstaltung ließen wir das Jahr 2022 noch einmal „Revue“ passieren und haben einen Ausblick auf das Jahr 2023 gegeben. Andrea Appel (VDE) hat den Rückblick in einem Impulsvortrag zusammengefasst, da sich 2022 einiges ereignet hat: Weitere internationale Länderpartnerschaften wurden abgeschlossen, mehr Elektrolyse-Projekte stehen in den Start-Löchern bzw. sind ans Netz gegangen, auch andere Herstellungsverfahren werden in der Praxis angegangen; darüber hinaus haben das Osterpaket und die Renewables Energy Directive II sowie der Inflation Recution Act weitere Anstöße für den Wasserstoffmarkthochlauf gegeben. Itxaso Schott (ABO Wind) gab bei all den Geschehnissen jedoch zu bedenken, dass trotz dieser regulatorischen Maßnahmen Genehmigungsprozesse für einen schnellen Wasserstoffmarkthochlauf noch immer zu langsam sind – und dies fängt bei häufig fehlender Regionalplanung um Erneuerbaren Energien an. Darüber hinaus unterstrich sie, dass die klare Definition der Low-Carbon Wasserstoff Herstellungsverfahren endlich geklärt sein muss, damit klar ist, was „Grüner“ Wasserstoff ist und welche Import- und Preiskriterien künftig ausschlaggebend sein werden. Hauke Hinners (TransHyDE) ergänzte, dass die Geschwindigkeit der LNG Terminal-Umsetzung inklusive Bürger*innen-Dialoge ein gutes Beispiel sei, das auch für Erneuerbare nötig sei. „Im Jahr 2022 haben wir zumindest wieder einen richtigen Energiediskurs geführt“, unterstrich er. 

Die Frage, ob ungewöhnliche Kooperationen für den Wasserstoffmarkthochlauf unterstützend wirken könnten, bejahten beide. „Wir sollten im Kollektiv an den Themen arbeiten, denn je mehr daran arbeiten, desto besser verteilt ist das Risiko,“ so Itxaso Schott. Jetzt geht es darum, die Basis in der Praxis zu erarbeiten und der „Wasserstoff-Kuchen“ ist so groß, dass viele etwas davon haben können. Heute sollten wir lediglich dazu bereit sein, voneinander zu lernen und Wissen zu teilen. 

Denkt jemand an die Finanzierung von Wasserstofftechnologien?

In den vergangenen Veranstaltungen dieser Onlinereihe haben wir bereits darüber gesprochen, dass für die tatsächliche Umsetzung durchaus an vielen Stellen Wissenslücken bestehen und somit auch Fachkräfte, die die benötigte Infrastruktur bauen können. Es gibt noch ein weiteres Puzzlestück, das ebenso essenziell für jedes einzelne Infrastrukturprojekt ist: Die Finanzierung. Das Investitionsvolumen steigt konstant an, ebenso die Größe der Projekte, jedoch kommen aktuell nicht genauso viele Projekte in die tatsächliche Umsetzung. In dieser Veranstaltung wurden die Hintergründe dieser Problematik besprochen, nachdem Irem Alcioglu (VDE Renewables) zum Einstieg das Thema übersichtlich erklärt hat. 

Jörg Starr (GP Joule) sagte, dass aus der Sicht der Projektierer ein größerer Aufwand bestehe, da nicht nur die Planung der Elektrolyse mit ihrer Komplexität durchgeführt wird, sondern auch noch die Abnahme direkt mit geplant werden muss – und den Abnahmemarkt gibt es heute noch nicht. End-User müssen heute noch teilweise aufwändig überzeugt werden zu investieren und Abnahmeverträge von idealerweise 10 Jahren abzuschließen. Die Länge der Laufzeit und auch die Wahl des Wasserstoffs haben einen großen Einfluss auf die Finanzierung, so Manuela Heise von der DKB AG, Gemeinschaftsbank eG mit Ökobank (GLS). Kommunen seien das Sahnehäubchen, da sie für Sicherheit sorgen. 

Alle drei Diskussionsteilnehmende waren sich einig, dass die fehlende Klarheit in der Regulatorik einen weiteren wesentlichen Punkt für Verunsicherung im Markt ist und deshalb der letzte Schritt zur Investition nicht immer gegangen wird. Darüber hinaus sei die Förderungslandschaft Deutschlands nicht beschleunigend für die Projekte, sondern verzögere diese zusätzlich. Vielen Unternehmen fehle derzeit der Mut zur Investition, meint Starr. In kleinen Projekten ist mehr Agilität vorhanden und vor allem im Mobilitätssektor ist die Zahlungsbereitschaft größer als bei anderen Wasserstoffanwendenden. Der Mittelstand sei ein ganz wichtiger Faktor im Hochlauf des Wasserstoffmarktes. Als Tipp wurde den Teilnehmenden für eigene Planung von Wasserstoffprojekten mitgegeben, dass sie sich regionale Verbündete suchen sollten, um die Abnahme von Wasserstoff, Sauerstoff und Abwärme frühzeitig zu organisieren. Weiter wurde empfohlen frühzeitig mit Banken in Kontakt zu treten, damit die Finanzierung von Anfang an mitgedacht wird und Investitionsplanung, Eigenkapitaleinsatz, Förderung sowie Erträge in einem finanzierungsfähigen Verhältnis sind. 

Wasserstoff Herkunftsnachweise vereinfachen und präziser machen - geht das?

Die Integration von Wasserstoff in unsere Energiesysteme sorgt dafür, dass sich die Energiezulieferersituation in Europa und insbesondere in Deutschland diversifiziert. Unzählige Zuliefererländer signalisieren die Bereitschaft Wasserstoff zur Verfügung zu stellen. Deutschland hat in den letzten zwei Jahren diverse Absichtserklärungen mit vielen Ländern abgeschlossen, doch unterscheiden sich die Herstellungsbedingungen in den Zuliefererländern teilweise erheblich. Einige Länder haben bereits einen für die deutschen Klimaziele akzeptablen Strommix an Erneuerbaren Energien – andere wiederum nicht. Die Herstellungsart, der Transportweg und die Umwandlungsformen (z.B. Ammoniak) haben einen großen Einfluss auf den CO2-Fußabdruck des gelieferten Kilogramms Wasserstoff. 
Diese Diskussion ist derzeit vorwiegend unter der „Herstellungsfarbe“ des Wasserstoffs bekannt. (Blau, Türkis, Grün etc. – lesen Sie hier mehr über die Herstellungsfarben.) Für viele Wasserstoffkonsumenten ist es notwendig die Herkunft und damit die Herstellungsart des Wasserstoffs nachweisen zu können, ist sich die Diskussionsrunde einig. Christina Leinauer (Fraunhofer FIT) betont jedoch, dass zunächst vorwiegend Elektrolyse-Betreibende auf die Zertifikate zurückgreifen werden, damit sie sowohl den geringeren Fußabdruck als auch den Wert des Wasserstoffs beweisen können. Peter Koop (SAP) fügt hinzu, dass es letztendlich für viele Unternehmen darum geht, auf der einen Seite ihre CO2-Ziele zu erreichen und auf der anderen Seite, darüber neue Kunden zu gewinnen, die den Wert von weniger Emissionen zu schätzen wissen und bereit sind mehr zu zahlen. 
Die Diskutierenden sind sich einig, dass die aktuell verwendeten gemittelten CO2-Messwerte über ein Jahr nicht zielführend sind, da sie nicht der Realität entsprechen. Hans-Jürgen Pfisterer (Hochschule Osnabrück) sagt, dass die Erfahrung zeigt, dass 15-Minutenwerte eine ausreichende Genauigkeit über die tatsächlichen Emissionen bieten. Die Einordnung in eine Farbpalette sei nicht ausreichend. Wichtig ist der Wert kg CO2 pro kg H2. Christina Leinauer betonte, dass hierbei die Integration von Primärdaten ein Schlüsselelement zur Umsetzung einer genauen Fußabdruckberechnung sei. Dazu brauche es jedoch allgemein auch noch mehr Digitalisierung, nur dann könne es gegeben sein, dass verifizierte Daten in Form von digitalen Zertifikaten mit der notwendigen Transparenz für die jeweiligen Anwendenden verbreitet seien. Diese vereinfacht gesagt „automatisierte“ Nachweisführung, würde die Genauigkeit der Herkunft erhöhen.

Die Schiene noch nachhaltiger machen - Ist Wasserstoff die Lösung?

Der Schienenverkehr soll bis 2050 klimaneutral werden. Bis 2030 sind laut Klimaschutzgesetz (2021) jährlich noch 85 Tonnen Kohlenstoffdioxid äquivalent zulässig. Im Jahr 2020 waren es noch 150 Tonnen. Allerdings sind heute 40 Prozent des deutschen Schienennetzes – einem der dichtesten der Welt – noch nicht elektrifiziert. Etwa ein Drittel der gefahrenen Zugkilometer wird aktuell von Dieseltriebzügen erbracht. Es müssen also Alternativen geschaffen werden. Zur Auswahl stehen: die bekannte Oberleitungslösung, die Batterie und die Wasserstoffbrennstoffzellen. Am besten kann diese Entscheidung in Einzelfallbetrachtungen gefällt werden, denn die Strecken sind aufgrund von geografischen Gegebenheiten und Fahrlastprofilen unterschiedlich, betonte Dr. Wolfgang Klebsch (VDE Gruppe). Nur so könne gewehrleistet werden, dass die Alternative zu Diesel auch auf Basis der technischen Aspekte zur Anwendung passe. 
Auf die Frage, in welcher Form Wasserstoff letztlich zum Einsatz kommen werde, waren sich die Diskutanten einig: gasförmig. Verflüssigen, in Ölen gelöst oder als synthetischer Kraftstoff wäre der Aufwand zu groß. Man beobachte jetzt jedoch genau, für welche Drücke man sich auf der Straße entscheide und würde dann entsprechend anpassen, so die Aussage von Jochen Steinbauer (Siemens Mobility GmbH). Klar sei, dass der Wasserstoffbrennstoffzellenzug (HEMU) in jedem Fall eine große Batterie mitführen wird, da die Rekuperationsenergie bestmöglich genutzt werden soll und die Brennstoffzelle gleichmäßig laufen soll, so Dr. Carsten Söffker (Alstom)
Alle waren sich einig, dass in Deutschland in den kommenden Jahren einige HEMUs fahren werden, der sich den Markt jedoch mit anderen Lösungen teilen wird. Die Antriebstechnologien sind auf einem ähnlich hohen Level und unterscheiden sich letztlich in Nuancen voneinander. Letztlich brauche es jedoch die passende Infrastruktur rund um die Wasserstoffanwendung im Mobilitätsbereich. Damit entsteht wieder das „Henne-Ei-Problem“. Doch die beiden Hersteller sind zuversichtlich, dass die fehlende Wasserstoffinfrastruktur den Hochlauf von HEMUs nicht verhindert. Die ersten Aufträge kommen rein und zwar nicht nur aus Deutschland.  
 

Flexibilitäten im Stromnetz

H2-Gesamtsystemintegration in der Praxis - Wo klemmt's?

Fast monatlich werden neue Wasserstoffgroßprojekte von mehreren hundert Megawatt angekündigt. Diese Anlagen werden große Wasserstoffproduzenten und Stromkonsumenten sein. Zurzeit rechnen sich Elektrolyseanlagen noch nicht und das Businessmodel sieht vor, je mehr Volllaststunden der Elektrolyseur fahren kann, desto besser. Dieses Konzept sieht weiterhin eine zentralisierte Energieversorgung vor. 

Die neue Studie des Reiner Lemoine Instituts (RLI) hat sich der Frage gewidmet „Wo und wie in Deutschland die netzdienliche Wasserstofferzeugung stattfinden kann und wie sie dem gesamten Energiesystem nützt.“ Die Studie fokussiert sich auf kleine (5 bis 10 MW), dezentrale Elektrolyseure. Anne Schalling vom RLI stellte uns die in der Studie untersuchten Aspekte einer solchen Fahrweise von Elektrolyseuren vor. Ein wesentlicher Vorteil, der in der Studie herausgestellt wird, ist die potentielle Reduktion von Netzausbaukosten. Im Anschluss diskutierten wir mit Christian Buchmüller Fachhochschule Westküste, Kilian Helfenbein (RLI), Lucy Schwarz (Uniper SE) und Zorica Marijanovic (Next Kraftwerke GmbH), wie der optimale netzdienliche Einsatz von Elektrolyseuren aussehen könnte. Es herrschte Einigkeit, dass eine Kombination von verschiedenen Faktoren wie Standortwahl und Integration von Marktdienlichkeit gewinnbringend ist. 
Die Frage, ob wir künftig auch größere Elektrolyse Anlagen von mehr als 100 MW netzdienlich oder systemdienlich fahren werden, konnte nicht pauschal beantwortet werden, da dies von vielen Faktoren wie der Transportinfrastruktur, Gesetzgebung um Herkunftsnachweise oder der Standortwahl und natürlich der Entwicklung der Erneuerbaren Energien abhängt. Christian Buchmüller verkündete jedoch, dass im Norden Deutschlands bald ein 30 MW Elektrolyseur netzdienlich eingebunden werden soll. 
Ob Wasserstoff künftig auch für die Rückverstromung im Sinne der Systemstabilität eingesetzt werden wird, ist heute noch mit größerer Unsicherheit belegt, auch wenn das Osterpaket der Bundesregierung dies fördert. 
Es ist noch viel zu tun auf dem Weg zum Wasserstoffmarkthochlauf, damit Wasserstoff in das Gesamtsystem optimal integriert ist. 

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Schlau genug für die Wasserstoffanwendung

Schlau genug für die Wasserstoffanwendung? – Wissenslücken füllen 
Das Thema Fachkräftemangel ist weder neu noch beschränkt es sich auf wenige Branchen. Wenn dann auch noch ein technologischer Wandel hinzukommt, bedeutet das, dass mit den veränderten Anforderungen Wissenslücken entstehen. Wenn bisherige Nischentechnologien in die breite Anwendung kommen, werden neue Berufe und Kompetenzen gebraucht. Herr Sven Geitmann (Herausgeber HZwei) bestätigte in seiner Übersicht über die Hannover Messe 2022, dass die zahlreichen Unternehmen, die sich im Bereich Wasserstoff präsentierten, viele offene Stellen haben. Eine Technologie, die so weitreichend unsere bekannten Systeme auf den Kopf stellt, führt demnach zu einer großen Vielfalt an Berufsgruppen, die von der Veränderung betroffen sein werden. Vor diesem Hintergrund kamen die Diskutanten in diesem Termin zusammen. 

Das in der Veranstaltung von Joachim Jungsbluth (ZBT — Zentrum für BrennstoffzellenTechnik GmbH) und Stefan Garche (VDE Renewables) vorgestellte Verbundprojekt „TrHy“, soll neben vielen anderen Aufgaben ermöglichen, dass an einem Ort viele verschiedene Berufsgruppen weitergebildet werden können. Allein in Duisburg werden bei einem Unternehmen mindestens 2.800 Menschen künftig mit Wasserstoff umgehen. Auch Peter Preuss (DVGW) bestätigte in der Diskussionsrunde, dass derzeit in vielen Großkonzernen die Personalabteilungen gemeinsam mit den Fachabteilungen die Weiterbildung der Mitarbeitenden zum Thema Wasserstoff definieren. 

Auf die Frage, wo und wie wir Wissenslücken identifizieren könnten, antwortete Ulrike Hinz (WWF), dass sich Lücken an vielen Stellen im Wissenswerdegang abbilden können: Schule, Studium, Berufsleben. Sie plädierte dafür, dass wir uns frühzeitig Gedanken machen sollen, wie wir den Bildungsbereich im Hinblick auf die Berufe der Zukunft und auch Wissenschaftskommunikation weiterentwickeln können. 

Über die Rolle von Journalismus im Zusammenhang mit Akzeptanz, gesellschaftlicher Wissensvermittlung und letztlich allgemeines Interesse an Themen wurde kontrovers diskutiert. Einigkeit bestand jedoch darüber, dass Kommunikation in die Gesellschaft benötigt wird, denn dann kommen Auszubildende und Studierende verstärkt in diese Bereiche. Hierzu braucht es jedoch dann auch die benötigten Wissensvermittelnden und ein „Train the Trainer“ Konzept. An verschiedenen Stellen wird gerade genau daran gearbeitet praxis- und zukunftstaugliche Wissensvermittlung zu aufzubauen. 

Wasserstoff im Alltag

Wasserstoff im Alltag – Wir diskutieren, wie das gelingen kann 
In dieser Veranstaltung haben wir uns damit beschäftigt, wie Wasserstoff nun in unseren Alltag integriert werden wird. Eingeladen waren zwei Diskutanten, die bereits Elektrolyseanalgen in ihren Kommunen installiert haben: Experten Marco Krasser (Geschäftsführer SSW Wunsiedel GmbH) und Dr. Tim Husman (Geschäftsführer Energy Hub Emsland Entwicklungsgesellschaft mbH).

Die Diskutanten gaben zunächst einen Einblick zu den Gegebenheiten Ihrer Region und zu den Projekten. Im Anschluss wurden folgende Fragestellungen diskutiert:

  1. Wie sehen heute die Geschäftsmodelle aus? 
  2. Wie sehen sie in der nahen Zukunft aus?

Marco Krasser konnte berichten, dass das Geschäftsmodell mit den richtigen Abnehmern bereits heute ohne Förderung funktioniert. Dies sei keine leichte Aufgabe. Insbesondere auch die Nebenprodukte sollten wirtschaftlich und energetisch genutzt werden. In Wunsiedel funktioniert das durch die Anbindung der Kläranlage als Sauerstoffabnehmer und für die Nutzung der Abwärme. Auch für Lingen gab Tim Husman an, dass der Standort als Industrieknotenpunkt für Wasserstoff ein sehr guter Ausgangspunkt ist. Die Agrarwirtschaft spiele hier eine Schlüsselrolle, indem Landwirtschaftsmaschinen mit Wasserstoff betrieben werden und so ihre Emissionen reduzieren. 

Eine weitere lang diskutierte Frage war, was die beiden Experten einer Kommune raten, die den Strom der erneuerbaren Energien in der Region nutzen möchten?  

Die Antwort war deutlich: Die ganze Region muss eingebunden werden, damit die Akzeptanz hoch ist und auch der Nutzen herausgestellt wird. So kann Akzeptanz in der geschaffen werden. Darüber hinaus müssen all diejenigen Personen/Unternehmen aufgefordert werden mitzumachen, die auf den ersten Blick nichts mit Energie zu tun haben. Hier nutzte Stefan Garche (VDE Renewables) die Möglichkeit, seine „Stammtischfolien“ zu zeigen. Darauf war zu sehen, wie die Energiewende wahrgenommen wird, nämlich fast ausschließlich als Stromwende über Photovoltaik und Wind. Im Ergebnis ist der Stromeinsatz aktuell der kleineste Bereich neben Mobilität, Wärme und Energieprozessen. Hierfür ist die Sektorenkopplung ein fähiges Konstrukt, alle Sektoren über den Energiespeicher Wasserstoff zu vereinen. 

Standardisierung im Kfz

FCEV vom Fließband - Alles schon standardisiert?

Im April blieb die Veranstaltungsreihe beim Thema Produktion. Diesmal ging es um die Produktion von Brennstoffzellen für den Straßenverkehr. Die DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) und POLARIX Partner haben in dieser Veranstaltung die neue Studie zum Thema: „Brennstoffzellensysteme in der E-Mobilität“ vorgestellt.

Die Mitautoren Dennis Heusser (VDE Gruppe) und Dr. Daniel Wothe (Polarix Partner GmbH) beschrieben die Zusammenhänge zwischen Normungslücken und Kosteneinsparungs-potentialen. Die Ergebnisse der Studie wurden mit Dr. Tanja Schneider (Elring Klinger AG) und Professor Dr.-Ing. Thomas von Unwerth (Technische Universität Chemnitz) im Anschluss diskutiert.

In dieser Diskussion, wurde nochmal deutlich, welche Probleme die Industrie bei fehlenden Normen hat. Die Normung von Subsystemen in Wasserstoffbrennstoffzellen Fahrzeugen, ist für Hersteller sehr wichtig. Darüber hinaus wurde darüber diskutiert, ob der Bauraum der Fahrzeuge ebenfalls genormt werden sollte. Ein Standard ist wichtig, um die Produktionsreihen jetzt aufgebaut und Kosten gesenkt werden können. Dennoch können Produktionsprozesse flexibel an sich ändernde Anforderungen angepasst werden.
Beim Thema alternative Brennstoffzellenmaterialien, waren sich die Diskutierenden einig, dass die vergangene Entwicklung schon so enorme Fortschritte gemacht hat, dass der Einsatz von Platin bereits fast auf einem Niveau von Dieselkatalysatoren sei, was große Kostenvorteile generiert hat.

Die Diskutierenden signalisierten, dass die Zulieferer auf die Aufträge der OEMs warteten und dass zeitgleich die Normungsarbeit beginnen solle, um Produktionskosten zu reduzieren und die Technologie massentauglich zu machen.
 

Automatisierte Produktion

Wasserstoff - automatisiert, digitalisiert und obendrein KI-basiert -
Wir diskutieren, wie das geht!


Am 01.03.2022 hatten wir Friedrich-Wilhelm Speckmann und Marco Roth vom Fraunhofer IPA zu Gast. Sie stimmten die Veranstaltung mit den Investitions- und Kapazitätsvolumina einiger europäischer Länder bis 2030 auf die Bedeutung von Wasserstoff im Energiesystem ein. Bis zu 6,5 GW Elektrolysekapazität und bis zu 10 Mrd. €. Das heißt, auf die Hersteller kommt einiges zu. Deshalb ist dringend geboten, die Produktionsprozesse zu optimieren. Durch Digitalisierung und Automation soll der nächste Schritt in die Massenproduktion ermöglicht werden. Die Qualitätskontrolle direkt im Herstellungsprozess zu integrieren, um Optimierung der Fertigungsparameter im Hinblick auf die elektrochemische Stackperformance zu gewährleisten, soll darüber hinaus Produktionskosten einsparen. Einige Brennstoffzellenhersteller seien laut Herrn Speckmann schon sehr weit in der automatisierten Produktion. Da sich Bauteile jedoch noch ändern, sollte dafür gesorgt werden, dass die Produktionsstraßen eine gewisse Flexibilität mitbringen. Die Herstellung von Containerlösungen wird allerdings weiterhin auf Handarbeit angewiesen sein und so für abwechslungsreiche Arbeitsplätze sorgen.
Ein weiteres Forschungsprojekt ist die Untersuchung der Optimierungspotentiale mit Zuhilfenahme von Quantensimulationen. Eine Forschungsfrage ist dabei, ob und wie Quantencomputing dabei helfen kann, neue Materialien, Katalyseverfahren oder Optimierungshebel zu finden und die Lebenszeit von Stacksystemen genauer vorherzusagen. Die Ergebnisse der Studien werden Anfang 2025 erwartet.

Politische Einordnung

Im Jahr 2022 veranstaltet der VDE zehn Onlineveranstaltungen jeweils am ersten Dienstag im Monat zum Thema Wasserstoff. In dieser Veranstaltungsreihe stellen wir spannende Themengebiete aus Arbeitsbereichen von Mitgliedern für Mitglieder*innen vor und diskutieren diese gemeinsam mit den Zuhörenden.  Hier finden Se die Zusammenfassung der ersten drei Veranstaltungen:


2030 ist übermorgen – Wir diskutieren die Prioritäten der H2-Pläne der neuen Bundesregierung

Am 01.02.2022 haben wir mit Andreas Rimkus (Wasserstoffbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion) über die Wasserstoffpläne der Bundesregierung diskutiert. Aufgrund der aktuellen Situation in Europa gelten die vorgestellten Punkte zwar weiterhin, doch mit einer erhöhten Dringlichkeit. 

Das am 06.04.2022 veröffentlichte Osterpaket hat einige Punkte, die Andreas Rimkus in der Diskussion Anfang Februar bereits genannt hatte, nun in die Umsetzung gebracht. 
Schon im Februar stand fest: Die EEG-Umlage soll nicht erst Ende des Jahres, sondern im Sommer abgeschafft werden. Im Osterpaket ist nun festgeschrieben, dass keine EEG-Umlage mehr auf Eigenverbräuche und Direktbelieferungen hinter dem Netzver-knüpfungspunkt erhoben wird. Auf die Frage, wie der Wasserstoffmarkthochlauf umgesetzt werden kann, antwortete Rimkus mit vier wesentlichen Hebeln:  

  1. Hochlauf der emissionsarmen Wasserstofferzeugung (wobei blauer Wasserstoff nicht aus Bundesgeldern gefördert wird);
  2. Auf- bzw. Umbau der Transportinfrastruktur auf Übertragungsnetz- und Verteilnetzebene;
  3. Aufbau von Speichern (eine eindeutige und harmonisierte Speicherdefinition sei hierfür unabdinglich)
  4. Auf- bzw. Umbau der Verbrauchsanlagen - von der Brennstoffzelle über das Heizsystem bis zum Hochofen.

Diese Hebel würden mittels Regulierung, Förderung und Incentivierung umgesetzt werden können und müssen. Dabei gelte es, die Perspektive der regionalen Akteure nicht aus den Augen zu verlieren, denn sie sind es, die diese Transformation vor Ort tatsächlich umsetzen müssen.

Auf die Frage, ob der Wasserstoffeinsatz ausschließlich für den industriellen und Mobilitätseinsatz ausgerichtet sei, antwortet Rimkus: „Wir müssen das eine tun, ohne das andere zu lassen. Wir brauchen sowohl den Einsatz in Verbrauchsanwendungen als auch den Einsatz als Energiespeicher zur Integration der Erneuerbaren.“ Die Bedeutung, die Wasserstoff im Stromsektor als „Prosumer“ zukommt, wird durch das Osterpaket an verschiedenen Stellen unterstrichen. Als letztes Statement gab er den Zuhörenden mit: „Unter Berücksichtigung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele werden wir eine soziale Wasser-stoffmarktwirtschaft aufbauen.“

Die politische Richtungssetzung war somit der Auftakt für die VDE H2-Veranstaltungsreihe.

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