VDE|ABB
03.06.2020 Publikation 1945 0

Blitzschutz auf Yachten

Dieses Merkblatt soll dem technischen Laien das Naturphänomen "Blitz" besser verständlich machen und Schutzmöglichkeiten auf Yachten aufzeigen. Es werden Tipps für das richtige Verhalten in Gewittersituationen mit der Erläuterung von Blitzschutzmaßnahmen aufgezeigt.
Merkblatt des VDE|ABB

Inhalt der 8-seitigen A4-Broschüre

  • Gefährdungen
  • Schutzbereiche
  • Klemmen
  • Erdung
  • Potenzialausgleich
  • Landstromversorgung
  • Geräteschutz

Hinweis

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Weitere Informationen

Blitzschutz an Bord

Praktische Anleitungen für den Einbau auf Yachten. Buch von Erich Weber (1994)

Praktische Anleitungen für den Einbau auf Yachten. Buch von Erich Weber (1994)

Vorwort

Die zu Beginn jeder Saison wiederkehrende Frage nach einem wirkungsvollen Blitzschutz für Yachten und andere hierzu zählende Wasserfahrzeuge beschäftigt die Eigner spätestens dann, wenn es wieder einmal einen "Fall" auf Nachbarschiffen gab. Der Verfasser möchte mit diesem Buch in erster Linie die Eigner von Segel- und Motoryachten ansprechen, ferner Yachtleasingunternehmen sowie diejenigen Meister und Ingenieure, die sich vornehmlich mit dem Bau und der Ausrüstung von Wasserfahrzeugen befassen und deren Aufgabe es ist, betriebssichere Bordanlagen zu entwerfen.

Neben dem Schutz der Bordcrew kommt dem erweiterten Blitzschutz zunehmend größere Bedeutung zu, weil bereits beim Naheinschlag elektrische Bordgeräte u.a. Navigationsgeräte ausfallen. Viele Geräte werden bereits dabei zerstört. An Hand von übersichtlichen, nachvollziehbaren Berechnungen sowie die sich hieraus ergebenden Maßnahmen ist der interessierte Yachtbesitzer in der Lage, sein Boot auf einen wirksamen Personen- und Schiffsschutz hin zu überprüfen. Gegebenenfalls können danach Änderungen und Ergänzungen in der Installation zur Erreichung der Sicherheitsanforderungen vorgenommen werden. Das 230-V-Nelz an Bord, der elektrische Ladenschluss sowie die Gas- und Benzinanlage müssen von Fachleuten ausgeführt werden. Die anderen Einbauten lassen sich auch durch gewissenhafte Eigeninitiative herstellen.

Für Werften sind die auf den Yachtsektor zugeschnittenen Blitzschutzmaßnahmen am Beispiel einer Serienyacht beschrieben. Dadurch liegt eine brauchbare, übersichtliche Konstruktionsunterlage vor.

Auch der Randbereich des Blitzschutzes - nämlich die Beseitigung von Installationsschwächen an Bord - wird mit erfaßt. Viele Zeichnungen und Abbildungen sowie spezielle Schaltpläne erklären die Zusammenhänge. Arbeitsstudien und Materialaufstellungen, den entsprechenden Abschnitten zugeordnet, erleichtern die Planung und die Kalkulation einer Blitzschutzanlage.

Fachkompetente Veröffentlichungen, eigene Messungen, Innovationen und erprobte Konstruktionen, der VDE und DIN sowie die Fachbücher von Herrn Professor Dr.-Ing. Johannes Wiesinger und Herrn Dr.-Ing. Peter Hasse (Handbuch für Blitzschutz und Erdung; Überspannungsschutz von Niederspannungsanlagen) sind die technischen Grundlagen des Buches. Die Ausarbeitung wurde mit größter Sorgfalt durchgeführt. Die geltenden Vorschriften sind insbesondere durch die Harmonisierung innerhalb der EG einer ständigen Anpassung unterzogen. Der jeweilige Stand in der Auslegung ist dem Fachbereich bekannt: Jegliche Gewährleistungen und Haftungen oder andere Ansprüche können weder vom Verfasser noch vom Verlag übernommen werden.

Ausgabe: 1. Aufl. 1994 kart.
DSV-Verlag Hamburg
216 S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 21 cm
ISBN 3-88412-180-4
Schlagwörter: Jacht ; Blitzschutz; Jacht ; Blitzschutzanlage

Hinweis: Das Buch ist im Buchhandel nicht mehr verfügbar, ggf. in Antiquariaten zu finden.

Schiffe aus Holz

Früher sind ausschließlich hölzerne Segelschiffe übers Meer gefahren. Warum liest man so selten von Schäden an diesen Schiffen durch Blitzeinschläge, obwohl sie doch aus Holz sind und leicht abbrennen müssten?

Früher sind ausschließlich hölzerne Segelschiffe übers Meer gefahren. Warum liest man so selten von Schäden an diesen Schiffen durch Blitzeinschläge, obwohl sie doch aus Holz sind und leicht abbrennen müssten?

Ein Blitz trifft nicht immer den höchsten Punkt, auch nicht auf dem Meer. Vielmehr bildet sich von der Gewitterwolke kommend ein Ladungskanal Richtung Erde aus, der erst in den letzten Metern (typisch 20-60 m) durch von der Erde aufsteigende "Fangentladungen" geerdet wird. Erst auf dieser letzten Strecke wirken sich Bauwerke, Erhebungen usw. aus. Daher wird ein Schiff, selbst wenn es bei Gewitter unterwegs ist, nicht automatisch vom Blitz getroffen, nur weil es den höchsten Punkt auf der Meeresoberfläche bildet.

Bei Holzschiffe spielt auch eine Rolle, dass die massiven Masten und Balken nicht so leicht entzündbar sind. Zudem sind sie in der Regel auf See und im Gewitter nass oder feucht. Vom Blitz getroffene Bäume werden in der Regel zersprengt, brennen aber selten ab.

Bei Schiffen ist der Übergang des Blitzstroms ins Meer problematisch. Hier kann es je nach Bauform des Rumpfes zu einem Leck kommen, d.h. der Blitzstrom verursacht ein kleines Loch (Durchmesser wenige cm). Durch dieses dringt dann Wasser ins Schiff. Die Wassermenge ist aber sehr begrenzt, so dass wirksame Gegenmaßnahmen (Lenzen, Abdichten) leicht eingeleitet werden können.

Ein weiterer Aspekt: Auf der Erde schlagen täglich viele Blitze ein. Allein in Deutschland wurden in 2008 ca. 2 Mio Blitze registriert. Allerdings führt nicht jeder Blitzeinschlag zu einem Schaden durch Brand. Wenn also ein Blitz ein Schiff trifft, so kann der Blitzstrom - insbesondere wenn er verschiedene Wege Richtung Erde nimmt - dieses ohne (nennenswerten) Schaden durchqueren.

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