VDE
31.07.2026 Expertengruppe

V 2.4. Zellulare Energiesysteme

Im Fachausschuss „Zellulare Energiesysteme“ arbeiten Mitglieder aus Netzwirtschaft, Industrie und Forschung an den Themen Energiezellmodellierung, Planung von zellularen Energiesystemen und Digitalisierung. Seit der Veröffentlichung der VDE ETG Studie "Der zellulare Ansatz" (2015) hat sich die Vorstellung von Energiezellen, in welchen sektorenübergreifende Energiesysteme intelligent ihren Energiebedarf und -überschuss austauschen, in vielen Forschungs- und Realisierungsprojekten verbreitet. 

Gemeinschaftsausschuss von VDE ETG und VDE ITG 

www.vde.com/etg-v2-4

Kontakt
VDE ETG

Das zellulare Verteilnetz

Moderne Stadtgebäude und Versorgungsnetz.
Sergey Nivens / stock.adobe.com

Wie gelingt die Energiewende, ohne das Stromnetz an seine Grenzen zu bringen?

Die VDE ETG Studie „Das zellulare Verteilnetz“ liefert eine vielversprechende Antwort: Das Verteilnetz entwickelt sich vom passiven Energietransportmedium zum intelligenten, automatisierten Rückgrat einer klimaneutralen Energieversorgung. Millionen dezentraler Erzeuger, Speicher, Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen und weitere flexible Verbraucher werden dabei nicht mehr isoliert betrachtet, sondern in einem zellularen Energiesystem intelligent miteinander vernetzt und netzdienlich koordiniert.

Inhalt der Studie:

  • Kern des Ansatzes ist eine Weiterentwicklung der heutigen, überwiegend statischen Netzbetriebsführung hin zu einer volldynamischen, weitgehend automatisierten Betriebsweise.
  • Auf Basis von Echtzeitmessungen, digitalen Netzzwillingen und intelligenten Steuerungsalgorithmen werden Erzeugung, Verbrauch und Speicher möglichst lokal innerhalb von Energiezellen und Energieclustern ausgeglichen. Dadurch können vorhandene Netzkapazitäten deutlich effizienter genutzt, Netzengpässe frühzeitig erkannt und Flexibilitäten automatisch aktiviert werden.
  • An die Stelle statischer Grenzwerte tritt eine netzzustandsabhängige Betriebsführung, die sich kontinuierlich an die tatsächliche Auslastung des Netzes anpasst. Dies ermöglicht eine höhere Aufnahmefähigkeit der bestehenden Verteilnetze, reduziert den Netzausbaubedarf und beschleunigt die Integration erneuerbarer Energien.
  • Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt in der höheren Resilienz. Entscheidungen werden dort getroffen, wo sie unmittelbar wirksam sind – an den Netzknoten der Verteilnetze. Lokale Störungen können innerhalb einzelner Zellen oder Cluster abgefangen werden, ohne sich auf das gesamte Netz auszubreiten. Die dezentrale, selbstorganisierende Architektur erhöht damit die Versorgungssicherheit und gewinnt vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse, wachsender Systemkomplexität und geopolitischer Unsicherheiten erheblich an Bedeutung.

Dabei geht es nicht um Autarkie oder die Entkopplung einzelner Akteure. Im Gegenteil: Das zellulare Energiesystem stärkt den Zusammenhalt des Gesamtsystems. Lokale Energiezellen und Energiecluster übernehmen eigenständig Verantwortung für den Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch, bleiben jedoch jederzeit in das übergeordnete Verbundnetz eingebunden. Nur verbleibende Energiesalden werden an höhere Netzebenen weitergegeben. Dadurch sinken die Belastungen der vorgelagerten Netze, während gleichzeitig die Stabilität und Effizienz des Gesamtsystems steigen.

Zudem ist relevant, dass das Konzept auf Weiterentwicklung statt Verdrängung setzt: Die bestehende Netzinfrastruktur, etablierte Marktrollen und bewährte Schutz- und Betriebsmechanismen bleiben erhalten und werden gezielt um digitale Mess-, Kommunikations- und Automatisierungsfunktionen ergänzt. So entsteht schrittweise ein intelligentes, weitgehend automatisiertes Verteilnetz, das die vorhandene Infrastruktur effizienter ausnutzt, die Integration dezentraler Energieressourcen erleichtert und die Energiewende wirtschaftlicher, robuster und unabhängiger gestaltet.

Download VDE Studie (PDF): www.vde.com/zellulares-verteilnetz2026

Spartenübergreifende Planung kommunaler Energiesysteme als Schritt zur nachhaltigen dezentralen Energieversorgung

vde-spartenuebergreifende-energiesysteme
VDE ETG
21.05.2025 Studie

Ein Leitfaden für kommunale Planungsverantwortliche, die die Energiewende vor Ort sektorenübergreifend gestalten möchten.

Download (PDF)

Planung Zellularer Energiesysteme

VDE
06.12.2021 Fachinformation TOP

Teil 1: Effektive integrierte Investitions- und Betriebsplanung von Energiezellen

Direkter Link: www.vde.com/etg-v-2-4

Mehr erfahren

Zellulares Energiesystem

VDE
01.05.2019 Studie

Ein Beitrag zur Konkretisierung des zellularen Ansatzes mit Handlungsempfehlungen

Mehr erfahren

Der Zellularer Ansatz

etg-Zellularer-Ansatz
VDE
12.06.2025 Fachinformation

VDE Studie zeigt, wie Stromnetzausbau reduziert werden kann:

  • Zusammenschluss von austarierten „Energiezellen“ auf lokaler Ebene reduziert den Stromnetzausbau, optimiert Integration der erneuerbaren Energien
  • VDE fordert stärkere Konvergenz zwischen Energieträgern, Förderung von Technologien zur Energiespeicherung und -wandlung sowie Feldversuche
  • Neue wirtschaftliche Chancen durch neue Dienstleistungen und Märkte wie Installation und Betrieb von dezentralen Energiezellen

www.vde.com/studie-zellularer-ansatz

Mehr erfahren
Newsletter in Tablet liegt auf einer Tastatur
Coloures-Pic / stock.adobe.com

ETG Newsletter

Mit einem Newsletter informiert die ETG in unregelmäßigen Abständen über Neues und Aktuelles. Sie können sich für einzelne Themen oder Veranstaltungsreihen registrieren und erhalten dann nur die gewünschten Informationen zugeschickt.

Mehr erfahren