Motivation und Ziele
Bis 2030 werden in Deutschland, aber auch global „alle Hände an Deck“ benötigt, um gleich mehrere Transformationsprozesse anzuschieben. Einerseits gilt es, die gebotenen Veränderungen weiter zu beschleunigen, diese andererseits aber auch mit der notwendigen Sorgfalt und technischen Sachverstand zu begleiten: Angefangen mit der Energie- und Nachhaltigkeitswende, über die Verkehrs- und Wärmewende, die Digitalisierung von immer mehr Prozessen bis hin zu neuen Arbeits- und Geschäftsfeldern wirken zahlreiche Entwicklungen parallel, aber auch immer stärker miteinander verknüpft auf unser Energiesystem. Wir müssen immer zügiger vom Konzeptionellen ins Konkrete kommen, von ambitionierten Zielen in die tagtägliche Umsetzung, aber gleichzeitig sicherstellen, dass Geschwindigkeit und Komplexität nicht auf Kosten von Zuverlässigkeit, Bezahlbarkeit und Akzeptanz gehen. Und genau dafür braucht es die ETG mehr denn je - als breites, integratives Forum für den Austausch von Ideen und Meinungen, als Sprachrohr innerhalb und außerhalb unserer Branche, als „technisches Gewissen“ bei Gestaltung und Realisierung von Rahmenbedingungen und Projekten und als Quelle für Wissen, Inspiration und Innovation.
Dabei liegen mir weiter die drei Punkte ganz besonders am Herzen, die ich über die bestehende, hervorragende Arbeit in all den Fachgremien und -tagungen hinaus gerne weiter forcieren möchte:
- Energiewende made in Germany, gemeinsam in Europa
- Interdisziplinärer Austausch
- Generationenwechsel begleiten
Energiewende made in Germany, gemeinsam in Europa: Über viele Jahre wurde vor allem positiv nach Deutschland geschaut, wenn es um das Was und Wie in Energietechnologiefragen ging: „Wie kann die optimale Balance von Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit erzielt werden?“ „Was gilt es zu beachten, wenn Millionen dezentraler Anlagen die Leistungskapazität weniger Großkraftwerke substituieren? Wie funktioniert das Zusammenspiel der verschiedenen Anlagen und Akteure, von zentralen und lokalen Ansätzen?“ Zahlreiche solcher Fragen, mit denen sich vielen von Ihnen schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten beschäftigen, wurden und werden in meiner internationalen Beratungs- und Gremientätigkeit auch an mich herangetragen, auch wenn sich die kritischen Fragen in letzter Zeit häufen und eine gewisse Skepsis hörbar wird. Es gilt diese Skepsis ernst zu nehmen und ihr mit Ideen und Projekten zu begegnen! Um eine breite Akzeptanz zu schaffen, gilt es zu veranschaulichen, wie die verschiedenen Herausforderungen konkret und pragmatisch gemeistert werden können. Dafür bietet die ETG eine herausragende Plattform des Austausches, der Demonstration und als internationales Schaufenster für den Export unserer Erfindungen und Technologien made in Germany. Dazu will ich gerne auch über meine Verknüpfungen in z.B. CIRED, EURELECTRIC oder T&D Europe beitragen.
Interdisziplinärer Austausch: In einer immer mehr vernetzten Welt in der Energieinfrastrukturen das Rückgrat bilden, spielt das Zusammenwirken der Akteure aus verschiedenen Fachbereichen, Branchen und Gesellschaft eine, wenn nicht die Schlüsselrolle. Hier würde ich gerne daraufhin wirken etwas mehr zu „experimentieren“ und die ETG als einen zentralen Integrator zu etablieren: Warum nicht mehr „fachfremde“ Vorträge pro Tagung? Eine dedizierte Konferenz, die insbesondere Start-ups und Konzerne zusammenbringt?! Warum nicht ein ETG-Podcast, der regelmäßig Themen wie zellulare Energiesysteme, hochautomatisierten Netzbetrieb oder die Herausforderungen in Schutz- und Leittechnik auch Fachfremden erklärt?! Ein ETG-Faktencheck, der der steigenden Anzahl von Fehlinformationen entgegenwirkt.
Und der Persönlichste der drei Schwerpunkte, besteht darin, mit und durch die ETG den Generationenwechsel zu begleiten, der an vielen Stellen und in zahlreichen Unternehmen voll im Gange ist. Denn damit muss auch ein Wissenswechsel einhergehen! Das Wissen unserer Mitglieder ist das wertvollste „Gut“ der ETG. Ein Gut, das es dringend zu schützen, weiterzugeben und zu vermehren gilt. D.h. es gilt den systematischen Erfahrungsaustausch noch stärker in den Vordergrund zu stellen, die Beteiligung der Young Net- und Young Professionals-Ingenieure/-innen weiter voranzutreiben und durch neue Formate schon Schüler/-innen frühauf von unserem Fach zu begeistern. Formate wie ETG-Mentoring-Programme oder Social Media können hier Elemente sein. Zudem ist ein wesentlicher Punkt auch das das Berufsprofil mit weiterzuentwickeln, da zukünftig Digitaltechnik und Hardware, sprich die sogenannte IT und OT immer mehr verbunden bzw. integriert sind. Beides wird nach wie vor viel zu oft getrennt betrachtet, in vielen Unternehmen in getrennten Abteilungen, Elektro- und Informationstechnik gehören aber naturgemäß zusammen.
Ich würde mich freuen diese und weitere Themen aktiv mitzugestalten, mein starkes Netzwerk einzubringen und so meinen Beitrag dazu zu leisten, der ETG noch mehr Gehör zu verschaffen in der so wichtigen Diskussion zum Ausgleich von Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit.
Beruflicher Werdegang
- 2006 – 2010 Studium Energie- und Umweltmanagement, Fachhochschule Flensburg, Abschluss B.Eng.
- 2010 – 2011 Studium Energie- und Umweltmanagement, Universität Flensburg, Abschluss M.Eng.
- 2011 – 2018 Senior Consultant, Portfolioelement Owner und globaler Key Expert, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International, Power System Consulting
- 2018 – 2021 stellvertretender Leiter Verteilungsnetzplanung, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International
- 2021 Leiter Übertragungsnetzplanung, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International
- Seit 2021-2023 Direktor Business Development Europe, Siemens AG (Nürnberg), Siemens Grid Software, NextGen Grid Management
- Seit 2023 Leiter Verteilungsnetzplanung, Siemens AG (Erlangen), Power Technologies International
Mitgliedschaften, Gremien
- Mitglied im VDE und der ETG (u.a. Planung zellularer Energiesysteme, Zukunftsbild Energie)
- Mitglied des technischen CIRED Komitees (Rapporteur der Session 6), sowie des deutschen CIRED Komitees
- Mitglied der CIGRE Arbeitsgruppe „Optimal transmission and distribution investments decision under growing uncertainty (C1.37)”
- Vorsitzender der T&D Europe Arbeitsgruppe „Investments“
- Mitglied der Eurelectric Arbeitsgruppe „24/7 RES“ und „Digitopia“