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2016 Norbert Gilson
25.02.2020

Telegrafenzeugamt

Schätzelbergstraße 1-3, 12099 Berlin-Tempelhof 

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VDE Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik
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Der kurz vor dem Ersten Weltkrieg des für die Verwaltung, Lagerung und Auslieferung von Fernmeldeeinrichtungen zuständigen Telegrafenzeugamtes der Oberpostdirektion Berlin errichtete Neubau steht für die schnelle Entwicklung des Fernsprechverkehrs in Berlin in den Jahren um 1910.

Beschreibung


erbaut: 1912-13
Architekt: Otto Spalding

Das von der Oberpostdirektion Berlin errichtete Telegrafenzeugamt, das 1893 als selbständiges Amt aus der Materialverwaltung der Oberpostdirektion hervorgegangen war, diente als Verwaltung, Lager und Werkstatt für die Fernmeldeeinrichtungen im Bereich der Berliner Oberpostdirektion. Infolge der schnellen Zunahme des Fernsprechverkehrs und der Erweiterung des Aufgabenbereiches des Amts war der ursprüngliche Standort an der Palisadenstraße / Lichtenberger Straße um 1910 zu klein geworden. Für die Standortwahl des Neubaus war ausschlaggebend, dass das Areal über einen Bahnanschluss und einen direkten Zugang zum Teltowkanal verfügte, so dass die schweren Kabeltrommeln und übrigen Fernmeldeeinrichtungen verkehrsgünstig an- und abtransportiert werden konnten.

Das an der Schätzelbergstraße gelegene Verwaltungsgebäude wurde nach einem Entwurf von Otto Spalding auf H-förmigem Grundriss (auf Foto 1 ist der rechte Flügel, auf Foto 2 der linke abgebildet) als zweigeschossiges Bauwerk mit Dachaufbau über dem Hauptgesims in der Formensprache des Klassizismus errichtet. Das Werkstattgebäude (Foto 2, links) ist ein zweigeschossiger Mauerwerksbau mit einem markanten, durch mehrere flache Giebel gegliederten Walmdach versehen. In den 1920er Jahren wurde der Standort durch Errichtung eines neuen Werkstattgebäudes II in der nahe gelegenen Industriestraße erweitert. 1971 entstand auf dem Gelände eine Kabelumtrommelhalle in Stahlskelettbauweise und eine weitere Lagerhalle mit einem Tonnengewölbedach (Foto 3).

Der Architekt Otto Spalding erhielt eine ganze Reihe von Aufträgen von der Oberpostdirektion Berlin, unter anderem für das Berliner Fernamt in der Winterfeldtstraße. Otto Spalding hatte bis 1903 ein gemeinsames Büro mit seinem Schwager Alfred Grenander geführt, der wiederum für die Entwürfe mehrerer Berliner Gleichrichterwerke, etwa in der Bastianstraße, am Hermannplatz oder in Krumme Lanke verantwortlich zeichnete.
 
Informationsstand: 09.08.2017
Schlagworte: Telegrafieeinrichtungen; Informations- und Kommunikationstechnik (IKT); Nachrichten- und Kommunikationstechnik
Stichworte: Otto Spalding; Oberpostdirektion Berlin; Telegrafenzeugamt; Verwaltung; Lager; Werkstatt; Fernmeldeeinrichtung; Bahnanschluss; Teltowkanal; Kabeltrommel; zweigeschossig; Dachaufbau; Klassizismus; Mauerwerksbau; Werkstattgebäude; Walmdach; Alfred Grenander; Kabelumtrommelhalle; Stahlskelettbauweise; Lagerhalle

Quelle(n)

  • Thorsten Dame, Elektropolis Berlin. Architektur- und Denkmalführer, Berlin 2014
  • Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hg.): Berlin und seine Bauten. Teil X. Band B, Anlagen und Bauten für den Verkehr, (4) Post- und Fernmeldewesen, Berlin 1987
  • Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank, Nr. 09055119

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