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20.04.2026 Pressemitteilung

Globale Standards für den Digitalen Produktpass

DIN und DKE initiieren internationales Expertengremium.

(Berlin/Frankfurt, 20. April 2026) Das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) und die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) haben das neue ISO/IEC Joint Technical Committee 5 (JTC 5) initiiert, um internationale Standards für den Digitalen Produktpass (DPP) auf den Weg zu bringen. Der DPP ist ein zentrales Element in der EU-Batterieverordnung, der EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) und soll perspektivisch auch im European Product Act (EPA) eine wichtige Rolle spielen. 

Ziel ist es, gemeinsame Grundlagen zu schaffen, damit Produktdaten effizient entlang globaler Lieferketten nutzbar werden. Ohne international abgestimmte Standards entstehen nationale Insellösungen und der DPP verliert seinen zentralen Nutzen für globale Wertschöpfungsnetzwerke.

Das Sekretariat des ISO/IEC JTC 5 übernimmt DIN und koordiniert damit die Arbeit eines internationalen Expertengremiums. Getragen wird diese Arbeit von ISO und IEC mit über 170 nationalen Normungsorganisationen als Mitgliedern.  

Digitale Produktinformationen international anschlussfähig machen

Der Digitale Produktpass bündelt produktbezogene Informationen, die heute häufig in unterschiedlichen Systemen vorliegen – etwa zu Sicherheit, Reparierbarkeit oder Konformität – und macht sie über eine neue digitale Ebene jedes Produktes verfügbar. Diese Ebene soll in Zukunft in aller Welt über einen QR-Code oder RFID-Chip am Produkt zu erreichen sein. 

Internationale Standards schaffen dafür die Grundlage:

  • Unternehmen können Produktdaten weltweit effizient austauschen – auch im Import und Export. 
  • Behörden können Pflichtdaten digital und automatisiert prüfen.
  • Verbraucher*innen können weltweit auf vergleichbare Informationen und neue Services zugreifen.

Christoph Winterhalter, Vorstandsvorsitzender von DIN: „Der Digitale Produktpass ist Grundlage für einen automatisierten Datenaustausch in Wertschöpfungsketten und ein wesentliches Instrument, die Bürokratielast im Zusammenhang mit Berichtspflichten drastisch zu reduzieren. Ein DPP ist allerdings nur so viel wert wie die Standards, auf denen er basiert. Werden diese erst nachträglich harmonisiert, entstehen Reibungsverluste in den Lieferketten und Systembrüche, die das Vertrauen in den DPP und seinen Mehrwert für die Wirtschaft gefährden. Mit der Leitung des ISO/IEC JTC 5 übernimmt DIN die Verantwortung dafür, dass ein praxistaugliches, international anerkanntes Instrument entsteht und derartige Reibungsverluste vermieden werden.“

„Der DPP ist eine Chance für die Digitalisierung industrieller Wertschöpfungsketten. Er baut auf Technologien auf, die unter anderem aus konkreten industriellen Anwendungen hervorgegangen sind. Die in die elektrotechnische Normung überführten Konzepte der Plattform Industrie 4.0 haben früh bewiesen, dass digitale Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus standardisiert nutzbar sind. Auf dieser Basis unterstützen wir als DKE nun die internationale Normung im ISO/IEC JTC 5 und vernetzen die Arbeiten des neuen Gremiums mit den bestehenden und zukünftigen Arbeiten der IEC“, ergänzt DKE Geschäftsführer Michael Teigeler.

Digitaler Produktpass soll zum Standard werden

Der Digitale Produktpass ist Teil einer umfassenderen Entwicklung: Erste konkrete Vorgaben enthält die EU-Batterieverordnung, die den Einsatz eines DPP für Batterien der Elektromobilität vorsieht. Mit ESPR wird dieses Konzept auf weitere Produktgruppen wie Textilien ausgeweitet. Perspektivisch soll der Digitale Produktpass für eine Vielzahl von Produkten zum Standard werden.

Das DPP-System wird bereits auf nationaler und europäischer Ebene in der Normung behandelt. Sechs Europäische Normen zu Themen wie Schnittstellen, Interoperabilität und Datenaustausch werden in Kürze veröffentlicht. Damit der Digitale Produktpass jedoch über den europäischen Binnenmarkt hinaus funktioniert und Unternehmen damit nicht für jeden Markt andere Systeme aufsetzen müssen, sind international abgestimmte Standards notwendig. Das ISO/IEC JTC 5 setzt auf bestehenden Normungsarbeiten auf und gestaltet einen gemeinsamen Rahmen. Während bisherige Gremien einzelne Komponenten oder sektorspezifische Anforderungen adressieren, betrachtet das JTC 5 den Digitalen Produktpass ganzheitlich. So soll ein DPP-Ökosystem geschaffen werden, in dem spezifische Lösungen anschlussfähig werden.

Das Gremium nimmt seine Arbeit im dritten Quartal 2026 auf; erste Ergebnisse werden ab 2028 erwartet.
 


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| Thomas Ecke / VDE
01.01.2026 Frankfurt a.M.

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