(Frankfurt a. M., 13.10.2026) Der EU-Batteriepass ist eine Art digitaler Lebenslauf und soll umfassend über Zusammensetzung, Zustand und Wiederverwendung von Batterien informieren. Ab dem 18. Februar 2027 wird er in der EU verpflichtend: „Noch ist also etwas Zeit, sich vorzubereiten”, sagt Bill Reaugh, Leitender Ingenieur bei VDE Solutions Interfaces Services (VDE SIS). „Zu viele Unternehmen haben das allerdings noch nicht geschafft.”
Dabei geht es nicht nur darum, bestimmte Daten zur Verfügung zu stellen, ergänzt Patrick Zank, Senior Battery Consultant beim VDE: „Selbst wenn ein Unternehmen weiß, welche Daten für den Batteriepass benötigt werden, bedeutet das noch nicht, dass es in der Lage ist, den Batteriepass dauerhaft und zuverlässig zu verwalten. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, diese Informationen über den gesamten Lebenszyklus einer Batterie zuverlässig zu erfassen, zu pflegen und bereitzustellen."
Digitaler Batteriepass für E-Autos, E-Bikes, Heim- oder Großspeicher:
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Der digitale Produktpass gilt für Batterien von Elektrofahrzeugen, leichten Verkehrsmitteln wie E-Bikes und E-Scootern sowie für Industriebatterien ab 2 kWh. Dazu zählen neben industriellen Anwendungen auch stationäre Energiespeicher für Privathaushalte, Gewerbe und großtechnische Anwendungen, die Strom aus Sonne, Wind und anderen erneuerbaren Energiequellen speichern. Betroffen sind Hersteller sowie Importeure von Batterien, erläutert Bill Reaugh: „Unternehmen tragen die Verantwortung auch für Daten, die auf vorgelagerten Stufen der Lieferkette entstehen. Sie müssen daher klare Verantwortlichkeiten schaffen, eine sichere digitale Infrastruktur aufbauen und zum Beispiel klären, wer welche Zugriffsrechte bekommt und wie die Daten laufend aktualisiert werden. Nur so lassen sich die Anforderungen des Batteriepasses langfristig erfüllen."
QR-Code statt Papierberge: So soll der digitale Produktpass Bürokratie abbauen
Ganz praktisch bedeutet der Produktpass, dass jede betroffene Batterie einen QR-Code erhält. Über diesen können unterschiedliche Akteure auf Informationen zugreifen, beispielsweise Hersteller, Nutzer, Reparaturbetriebe, Recycler oder Behörden. Perspektivisch soll der digitale Produktpass auch auf weitere Produkte wie Textilien oder Reifen ausgeweitet werden. „Kurzfristig steigt der bürokratische und administrative Aufwand für die Unternehmen. Doch langfristig helfe ein digitaler Produktpass, den Informationsaustausch deutlich zu vereinfachen“, sagt Bill Reaugh: „Der eigentliche Gedanke ist, Informationen nur einmal digital zu erfassen und anschließend von vielen Akteuren nutzbar zu machen. Statt dieselben Daten immer wieder in verschiedenen Formularen, Zertifikaten oder Kundenanfragen bereitzustellen, sollen sie über den digitalen Pass verfügbar sein."