Berlin, 25. März 2026. Klimaneutraler Wasserstoff gilt als Schlüssel für die zukünftige Energieversorgung: Anfang der 2030er Jahre wird der Wasserstoffbedarf in Deutschland nach Schätzungen des Nationalen Wasserstoffrats etwa 95 bis 130 Terawattstunden betragen. Da ein Großteil der Produktion in sonnen- und windreichen Regionen außerhalb Europas stattfinden wird, sind verlässliche internationale Lieferketten entscheidend.
Um den sicheren Transport und globalen Handel zu ermöglichen, starten das Deutsche Institut für Normung (DIN e. V.), der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE), der deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), der Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) und der VDMA, Europas größter Verband des Maschinen- und Anlagenbaus, das Projekt „Normungsroadmap Wasserstoffderivate und -technologien“ (NRM H2Plus).
Beim Transport über weite Strecken kommen neben flüssigem Wasserstoff auch Wasserstoffderivate wie Ammoniak, Methanol oder Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC), zum Einsatz. Sie binden Wasserstoff chemisch und machen ihn transport- und lagerfähig. Doch die technischen Anforderungen für diese Derivate sind bislang kaum geregelt.
Grundlage für internationale Wasserstoffprozessketten
Viele Unternehmen und Infrastrukturbetreiber stehen vor Herausforderungen, da technische Anforderungen für flüssigen Wasserstoff und Wasserstoffderivate noch nicht eindeutig definiert sind. Deshalb soll die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Normungsroadmap Wasserstoffderivate und -technologien in den kommenden drei Jahren analysieren, welche Normen und Standards für Produktion, Transport, Speicherung und Nutzung von flüssigem Wasserstoff und Wasserstoffderivaten erforderlich sind.
Damit schafft das Projekt eine wichtige Grundlage für Investitionsentscheidungen, Infrastrukturplanung und energiepolitische Strategien in der entstehenden Wasserstoffwirtschaft.
Lücke bei Wasserstoffderivaten schließen
Während Normungsbedarfe für gasförmigen Wasserstoff bereits umfassend untersucht wurden, fehlt bislang eine vergleichbare systematische Analyse für flüssigen Wasserstoff und Wasserstoffderivate. Das Projekt schließt diese Lücke.
Die Ergebnisse werden 2027 und 2028 in Form von zwei aufeinander aufbauenden Normungsroadmaps veröffentlicht.
Fachwissen aus Wirtschaft und Forschung gefragt
Ein zentrales Element des Projekts ist die Einbindung von Praxis und Wissenschaft. In thematischen Arbeitsgruppen analysieren Fachleute Normungsbedarfe und entwickeln Vorschläge für künftige Projekte.
Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sind deshalb herzlich eingeladen, sich aktiv in der Normungsroadmap einzubringen.
Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier auf der Projektwebsite. Zur Mitarbeit können Sie sich hier registrieren.