Panoramaaufnahme einer beleuchteten Stadt mit Blitz
alexander turnbough/EyeEm / stock.adobe.com
25.06.2026 Pressemitteilung

Weltblitzschutztag: Wann bieten Autos Schutz vor Blitzeinschlag?

Bei einem Gewitter suchen viele Menschen auch Schutz in ihrem Auto – zu Recht. Aber gilt das auch für Elektroautos? Was zu beachten ist, erklärt der VDE zum Weltblitzschutztag am 28. Juni.

(Frankfurt am Main, 25. Juni 2026) Genau 99.930 Blitze wurden im vergangenen Jahr in Deutschland registriert. Gerade im Sommer treten Gewitter häufiger auf – und fallen dabei oft auch heftiger aus. Bei der elektrischen Entladung durch einen Blitzeinschlag können Temperaturen von über 30.000 Grad Celsius entstehen, die ganze Gebäude in Brand setzen und im schlimmsten Fall Menschenleben fordern. Auf die Gefahren macht seit einigen Jahren der Weltblitzschutztag am 28. Juni aufmerksam. Seinen Ursprung hat der Gedenktag dabei in einer Tragödie: 2011 kamen in Uganda 18 Schülerinnen und Schüler ums Leben, als ein Blitz in ihr Klassenzimmer einschlug. Seitdem steht dieser Tag in Deutschland unter dem Motto „Blitzschutz SCHÜTZT Leben“.

Aber was sind die wichtigsten Regeln und Tipps? „Wenn ein Gewitter auftritt, dann sollten Sie Schutz suchen“, sagt Thomas Raphael vom VDE Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung (VDE ABB). „Das können zum Beispiel Gebäude sein oder Autos mit einer Metallkarosserie.“ Gebäude mit Blitzschutzsystemen seien zwar sicherer als solche ohne. „Aber bei privaten Gebäuden ist so etwas in der Regel nicht nötig, sie schützen auch so genug“, sagt Thomas Raphael.

Wann schützt ein Auto gegen Blitzschlag?

Thomas Raphael

Thomas Raphael, VDE Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung (VDE ABB)

| Sarah Kastner / VDE

Bei Autos ist die Sache schon komplizierter. Sie gelten seit Jahrzehnten als besonders sicherer Schutzraum bei Gewittern. Denn ihre Metallkarosserie funktioniert als sogenannter „Faradayscher Käfig“, der den Blitzstrom über die metallene Außenhaut zur Erde ableitet. „Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Karosserie auch wirklich aus Metall ist“, sagt Thomas Raphael. Wohnmobile und Cabriolets ohne Dachgerüst oder Überrollbügel aus Metall schützen daher nicht sicher vor einem Blitzeinschlag – auch nicht bei geschlossenem Verdeck.

Prinzipiell keinen Unterschied macht hingegen die Antriebsart des Fahrzeugs. „Auch Elektroautos fungieren als Faradayscher Käfig“, sagt Thomas Raphael. Selbst beim Laden seien Personenschäden äußerst unwahrscheinlich. „Öffentliche Ladeeinrichtungen und Ladeparks können sinnvoll mit Blitz- sowie Überspannungsschutz ausgerüstet werden“, ergänzt Thomas Raphael. So seien sie noch einmal sicherer.

Dennoch kann ein direkter Blitzeinschlag die Infrastruktur der Elektromobilität schädigen – ähnliches gilt aber auch für die allgemeine Verkehrsinfrastruktur wie Ampelanlagen. Grundsätzlich rät der VDE ABB daher auch, bei heftigen Gewittern im Auto zu bleiben, aber nicht zu fahren. „Blitz, Donner und Regen können durch eingeschränkte Sicht und heftiges Erschrecken zu Fahrfehlern und Unfällen führen“, erklärt Thomas Raphael. „Bei einem direkten Blitzeinschlag können zudem die Reifen durch die entstehende Hitze beschädigt werden – und durch das elektromagnetische Feld des Blitzes die Fahrzeugelektronik.“ Er rät daher, nach einem Blitzeinschlag ins Auto die Funktionen der Elektronik zu prüfen, bevor es weitergeht.

Weitere Tipps und Informationen zum Thema Blitzschutz finden Interessierte auf der Webseite www.vor-blitzen-schuetzen.eu


Werden Sie Teil unseres Verteilers

VDE Presseverteiler

VDE Presseverteiler

| Thomas Ecke / VDE
01.01.2026 Frankfurt a.M.

Sie sind Journalistin oder Journalist und möchten regelmäßig unsere Pressemitteilungen erhalten? Dann nehmen wir Sie gerne in unseren Verteiler auf. So verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr und bleiben über wichtige Entwicklungen in den Bereichen Technik, Innovation und Normung auf dem Laufenden.

Hier anmelden

Über den VDE

Der VDE, eine der größten Technologie-Organisationen Europas, steht seit mehr als 130 Jahren für Innovation und technologischen Fortschritt. Als einzige Organisation weltweit vereint der VDE dabei Wissenschaft, Standardisierung, Prüfung, Zertifizierung und Anwendungsberatung unter einem Dach. Das VDE Zeichen gilt seit mehr als 100 Jahren als Synonym für höchste Sicherheitsstandards und Verbraucherschutz. 

Wir setzen uns ein für die Forschungs- und Nachwuchsförderung und für das lebenslange Lernen mit Weiterbildungsangeboten „on the job“. Im VDE Netzwerk engagieren sich über 2.000 Mitarbeiter*innen an über 60 Standorten weltweit, mehr als 100.000 ehrenamtliche Expert*innen und rund 1.500 Unternehmen gestalten im Netzwerk VDE eine lebenswerte Zukunft: vernetzt, digital, elektrisch.  
Wir gestalten die e-diale Zukunft. 

Sitz des VDE (VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e.V.) ist Frankfurt am Main. Mehr Informationen unter www.vde.com

Kontakt
Pressesprecher
Downloads + Links
Themen