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03.11.2026 Pressemitteilung

Normung als strategische Infrastruktur: Technologiebranchen betonen Wichtigkeit internationaler Standards

Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch unternehmensinterne Standards und Speziallösungen, sondern durch die Mitgestaltung gemeinsamer internationaler Regeln. Das gilt umso mehr für Branchen mit relevantem Elektrotechnikanteil, wie eine erstmalige Sonderauswertung des Deutschen Normungspanels zeigt.

(Berlin/Hamburg/Frankfurt a. M., 03.11.2026) Vor allem für Unternehmen aus den Bereichen Elektrotechnik, IT, Energie und Automobil sind internationale und europäische Normen und Standards ein wichtiger Teil der strategischen Infrastruktur. Das zeigt eine Sonderauswertung des Deutschen Normungspanels anlässlich des IEC General Meetings 2026, das im November in Hamburg stattfindet.

Die Unternehmen dieser Branchen messen europäischen und internationalen Normen eine deutlich höhere Bedeutung bei als der Rest der Befragten. Gleichzeitig bewerten sie diese wichtiger als nationale oder unternehmensinterne Standards. „Die Ergebnisse zeigen ein besonderes strukturelles Merkmal technologieintensiver Branchen“, sagt Michael Teigeler, DKE Geschäftsführer Internationales. 

Michael Teigeler

Michael Teigeler, Geschäftsführer Internationales der DKE

| Sarah Kastner / VDE

„Sie sind oft auf globalen Märkten und in komplexen Wertschöpfungsketten tätig.“ Dadurch hängen Interoperabilität, regulatorische Angleichung und Marktzugang stark von gemeinsamen technischen Spezifikationen ab, die Kompatibilität zwischen Produkten, Systemen und über nationale Grenzen hinweg ermöglichen. „International anerkannte Normen fungieren für sie nicht nur als technische Referenz, sondern auch als strategische Wegbereiter für Innovation, Handel und Produktivitätswachstum“, so Teigeler weiter.


Interoperabilität – also die Fähigkeit zum Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme – ist dabei eines der stärksten Argumente für die Normung. Die Sonderauswertung zeigt, dass Befragte aus den betreffenden Branchen ihre Bedeutung deutlich höher bewerten als die Gesamtheit der Stichprobe. Internationale elektrotechnische Standards sind für viele von ihnen die Grundlage interoperabler Systeme. Beispiele dafür finden sich etwa bei Smart Grids, industrieller Automatisierung und vernetzter Mobilität.

4.000 Expertinnen und Experten beim IEC General Meeting

Knut Blind

Prof. Dr. Knut Blind, Professor für Innovationsökonomie an der Technischen Universität Berlin 

| Christian Kielmann

„In technologiegetriebenen Branchen schlagen sich die Vorteile von Normen besonders deutlich nieder. Sie helfen Unternehmen dabei, Innovationen schneller in marktfähige Produkte zu überführen und gleichzeitig Kompatibilität und Sicherheit sicherzustellen“, sagt Prof. Dr. Knut Blind, Professor für Innovationsökonomie an der Technischen Universität Berlin und verantwortlich für das Deutsche Normungspanel. „Normen sind Kernstück der Qualitätsinfrastruktur. Sie sind die Brücke zwischen Innovation und Marktakzeptanz und helfen Organisationen dabei, neue Technologien schneller auf den Markt zu bringen und gleichzeitig Kompatibilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.“

Elektrotechnische Normen, für die in Deutschland die vom VDE getragene DKE zuständig ist, werden auf internationaler Ebene bei der IEC entwickelt. Einmal im Jahr treffen sich bis zu 4.000 Expertinnen und Experten aus der internationalen Normungscommunity zum IEC General Meeting – in diesem Jahr im November in den Hamburger Messehallen. Während das eigentliche Meeting eine geschlossene Veranstaltung ist, gibt es ein Rahmenprogramm, mit dem die elektrotechnische Normung auch der interessierten Öffentlichkeit nahegebracht werden soll. Mehr Infos finden Interessierte auf der Website.

„Normung ist, das zeigen die Ergebnisse eindrücklich, ein Schlüsselmechanismus zur Koordinierung von Innovation und zur Förderung der Technologieverbreitung in global vernetzten Branchen“, sagt DKE Geschäftsführer Internationales Michael Teigeler. „Die untersuchten technologieintensiven Branchen zeigen besonders deutlich, wie Normung zur Wirtschaftsleistung beiträgt: Sie schafft die Grundlagen für skalierbare und interoperable Märkte.“


Über das Deutsche Normungspanel

Für das Deutsche Normungspanel befragen Wissenschaftler*innen der Technischen Universität Berlin, aktuell unter der Leitung von Dr. Luzie Bettina Kromer, Unternehmen seit 2012 jährlich nach der Bedeutung von Normen und Standards. Unterstützt wird das Projekt vom Deutschen Institut für Normung (DIN e. V.) und von der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In das Deutsche Normungspanel sind bisher die Angaben von mehr als 8.000 Unternehmen eingeflossen, darunter mehr als die Hälfte der DAX 40-Konzerne sowie viele kleine und mittelständische Betriebe. Für die vorliegende Auswertung wurde eine Sonderstichprobe mit Befragten aus den Branchen Elektrotechnik, IT, Energie und Automobil gezogen und mit der Gesamtstichprobe über die bisherige Laufzeit des Deutschen Normungspanels verglichen.

Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse finden Sie unter www.normungspanel.de


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| Thomas Ecke / VDE
01.01.2026 Frankfurt a.M.

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Über DKE 

Die vom VDE getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) ist die Plattform für rund 10.000 Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zur Erarbeitung von Normen, Standards und Sicherheitsbestimmungen für die Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Normen unterstützen den weltweiten Handel und dienen u. a. der Sicherheit, Interoperabilität und Funktionalität von Produkten und Anlagen. Als Kompetenzzentrum für elektrotechnische Normung vertritt die DKE die Interessen der deutschen Wirtschaft in europäischen (CENELEC, ETSI) und internationalen Normenorganisationen (IEC). Darüber hinaus erbringt die DKE umfangreiche Dienstleistungen rund um die Normung und das VDE Vorschriftenwerk. 

Mehr Informationen unter www.dke.de  

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