Dominik und Dennis mit dem BMW i3

Unter den 152 Teilnehmern der WAVE Trophy 2018 waren auch Dominik Nied und Dennis Haub vom VDE. Mit einem BMW i3 bestritten sie die 1.200 Kilometer lange E-Rallye in der Schweiz.

| WAVE / Marius Keil
29.06.2018 Veranstaltungsrückblick 417 0

WAVE Trophy 2018: E-Mobilität zum Anfassen

Seit acht Jahren rollt die World Advanced Vehicle Expedition (WAVE) über die Schweizer Straßen. Elektro-Enthusiasten von Hochschulen und Unternehmen ebenso wie Privatleute zeigen mit Pedelecs, E-PKWs, E-LKWs und E-Bussen was Elektromobilität schon heute kann. Unter den 152 Teilnehmern waren auch Dominik Nied und Dennis Haub vom VDE. Mit einem BMW i3 bestritten sie die 1.200 Kilometer der Wave Trophy 2018. Ihr Fazit: Elektromobilität ist alltagstauglich!

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Dennis Haub
Dominik Nied

Schon auf der Anreise von Frankfurt in die Schweiz wurde die Geduld der beiden VDE-Piloten auf die Probe gestellt: „Das erste Mal geladen haben wir auf der Tour in Dörzbach – leider nur mit 11 kW, kostenpflichtig und mit einer Wartezeit von anderthalb Stunden“, berichtet Dominik Nied. Auch beim nächsten Ladestopp in Schaffhausen ein ähnliches Bild: Die Schnellladesäulen bei ABB und BMW waren durch Firmenfahrzeuge blockiert. Auch bei Lidl war kein Laden möglich, da dort nur während der Öffnungszeiten geladen werden konnte. Mit wenig Restladung riskierte das VDE-Team dann die Weiterreise, und schaffte es gegen 17 Uhr in Sarnen anzukommen. Dort wartete bereits ein Teil der Gruppe, die offizielle Startnummer und nach der strapaziösen Anreise auch ein deftiges Schweizer Abendessen auf die Starter. Während Dominik und Dennis Kräfte tankten, konnte der i3 im Hotel über Nacht an einer Haushaltssteckdose geladen werden.

Tag 1: 180 km

Glaubenbüelenpass

Panorama auf dem Glaubenbüelenpass.

| VDE / Dominik Nied

Tag 1 startete für die WAVE-Teilnehmer mit einer Firmenbesichtigung bei Maxon Motors bevor sie das Panorama auf dem Glaubenbüelenpass genießen konnten – zumindest theoretisch: „Die Passabfahrt und der Aufenthalt in Nottwil waren von strömendem Regen geprägt, was vor allem den teilnehmenden Pedelecfahrern zusetzte“, so Dennis.

In Nottwil konnten die Piloten dann sehen wie elektrotechnische Hilfen Patienten mit Wirbelsäulenverletzungen den Alltag ermöglichen. Auf der letzten Etappe des Tages warteten auch schon die ersten Herausforderungen auf das Starterfeld: Die Emmental Trophy führte über schmale Landstraßen und einen Feldweg, vorbei an Sehenswürdigkeiten und durch die Natur. Den Namen erhielt der Tagesabschnitt durch die Käserei Emmental, die ebenfalls Teil der Tagesetappe war.

Tag 2: 240 km

Solarstratos-Flugzeug

Highlight an Tag 2: der Solarstratos. Mit ihm sollen Stratosphärenflüge rein elektrisch möglich werden.

| VDE / Dominik Nied

Das Highlight des Dienstagvormittags war das Solarstratos-Projekt. In Payerne konnten die Starter den Solarstratos begutachten. Mit ihm sollen 2018 Stratosphärenflüge rein elektrisch möglich werden.

Danach folgte eine lange Etappe nach Nendaz. Dort empfingen begeisterte Schulkinder die Teams. Selbstverständlich gab es für sie ein Probesitzen und -hupen im i3 des VDE.

Tag 3: 250 km

Dominik mit dem BMW i3 vor Bergen

Dominik bei der Passetappe an Tag 3: Insgesamt 2.500 Höhenmeter galt es zu überwinden.

| VDE / Dominik Nied

In Brig sammelten sich alle Teams, um in die Bergetappe der Tour zu starten. Eigentlich galt es am Mittwoch 2.500 Höhenmeter zu überwinden. Doch das VDE-Team entschied sich für eine andere Route.

Mit einer Ladung ging es nach Oberwald, dann weiter über den Nufenenpass, im Anschluss über den Gotthardpass zurück durch den Gotthardtunnel nach Biasca und über den Lukmanierpass zum Tagesziel nach Disentis. „Dort mussten wir nach 250 Kilometern und insgesamt 4.800 Höhenmetern dann dringend an die Steckdose“, erzählt Dennis.

Tag 4: 170km

Landschaft mit Schweizer Fahne

Eine wunderschöne, energiesparende Strecke führte das Starterfeld an Tag 4 das Rheintal hinab nach Sarganz.

| VDE / Dennis Haub

Am Donnerstag starteten die E-Taxis von Disentis nach Illanz. Eine Schülerin wurde so für einen Streckenabschnitt Teil des VDE-Teams und konnte das Fahrgefühl des i3 hautnah erleben. Eine wunderschöne, energiesparende Strecke führte das Starterfeld dann das Rheintal hinab nach Sarganz.

„Besonders beeindruckend war, dass viele Gemeinden in der Schweiz an wichtigen Plätzen 64A-Industriesteckvorrichtungen bereitstellen. Somit konnten die Supportteams spontan eine gute Ladeinfrastruktur errichten“, zeigt sich Dominik begeistert. Von Sarganz ging es schließlich das Rheintal weiter hinunter über Teufenen nach St. Gallen.

Tag 5: 110 km

Boardcomputer mt Verbrauchswerten

Die VDE-Piloten haben an Tag 5 einen beeindruckenden Verbrauch von 9,9 kWh pro 100 km herausgefahren.

| VDE / Dominik Nied

Nach einem Schulevent ging es an Tag 5 weiter nach Kreuzlingen. Dort empfing die Stadt das Starterfeld mit einem Informationstag zur Elektromobilität. Neben den Fahrzeugen der WAVE stellten lokale Anbieter eine Vielzahl von Elektrofahrzeugen vor – darunter PKWs, Motorräder und Pedelecs. Bevor es über Kaltbrunn nach Zug weiterging, erfrischten sich die VDE-Piloten noch bei einem Sprung in den Bodensee.

Nachdem der E-Flitzer schon bei den Bergetappen an Tag 3 seine Leistung zeigen konnte, testeten die VDE-Piloten in flachem Gelände nun der Verbrauch: „Wir haben einen beeindruckenden Verbrauch von 9,9 kWh pro 100 km herausgefahren“, zeigt sich Dennis begeistert.

Tag 6: 100 km

Schloss Halwill

Die letzte Etappe der WAVE Trophy führte die Starter zum Schloss Hallwil.

| VDE / Dominik Nied

Die letzte Etappe der WAVE Trophy führte die Starter zum Schloss Hallwil, wo im wahrsten Sinne des Wortes Vergangenheit (historisches Schloss) und Zukunft (Elektrofahrzeuge) aufeinander trafen.

Auf dem Weg zur Umweltarena – dem Schlusspunkt der Wave 2018 – hatten Dominik und Dennis noch einmal Glück mit dem kostenlosen Schnellladen: 50 kW DC bei ABB: „Meistens haben wir den i3 nachts an der Haushaltssteckdose für sechs bis acht Stunden geladen. Ansonsten haben wir während der Tour zwei Mal normal geladen (11kW AC) und zwei Mal schnellgeladen mit 50kW DC für 30 bis 60 Minuten“, erläutert Dominik.

Steckdosen und Kabel

Die Sicherheitstechnik beim Laden – vor allem an der Haushaltssteckdose – ist kritisch.

| VDE / Dominik Nied

Für das VDE-Team war die WAVE Trophy kein reines Spaßrennen: Dennis ist als Projektmanager im Bereich Mobility bei der von VDE und DIN getragenen Normungsorganisation DKE tätig und beschäftigt sich tagtäglich mit den Herausforderungen der Elektromobilität.

Sein Fazit: „Die Sicherheitstechnik beim Laden – vor allem an der Haushaltssteckdose – ist kritisch. Auf diese Form des Ladens, die auch als Mode-2-Laden mit ICCPD bezeichnet wird, sollten Elektromobilisten nur in Ausnahmefällen zurückgreifen, da dabei ein Brandrisiko durch Überlastung der Hausinstallation besteht. Ein Laden mit geeigneter Schutztechnik (Mode 3, Mode 4) ist vorzuziehen.“

Die Strecke der 1.200 Kilometer langen WAVE Trophy sowie die Eindrücke unserer Piloten haben wir in einer Karte zusammengefasst.

Impressionen der WAVE Trophy 2018