Karl-Thomas Neumann in Interviewsituation

„Für uns ist relevant, dass jeder ein Elektroauto fahren kann“, betont Karl-Thomas Neumann im Gespräch mit Ralf Petri (links) und Michael Teigeler (rechts).

| Sven Doornkaat
04.03.2019 Kurzinformation 170 0

Wir überlassen den Kunden das Geschäftsmodell mit ihren Daten

Beim Thema Mobilität wird fast nur über die Antriebsform diskutiert, betont Dr. Karl-Thomas Neumann, Vorstand des kalifornischen Elektromobilitäts-Start-ups Evelozcity und früherer Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG. Im Interview mit dem VDE erläutert er, wie für ihn die Elektromobilität der Zukunft aussieht, welche Rolle sie künftig spielen wird und wie Elektroautos aussehen müssen, damit sie sich auch jeder leisten kann.

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Dr. Ralf Petri

Im Gegensatz zu vielen Anbietern setzt Evelozcity auf ein Abo-Modell. „Für uns ist relevant, dass jeder ein Elektroauto fahren kann“, so Neumann im Gespräch mit Michael Teigeler, Geschäftsführer von VDE|DKE, und Dr. Ralf Petri, Leiter Mobilität und Logistik im VDE. Seinen Schwerpunkt setzt das Mobility-Start-up deshalb auf Design, Technologie und Marketing und nicht auf die eigene Fertigung: „Autos bauen können andere seit 100 Jahren“. Mit seinem Angebot will Evelozcity urbane Kunden ansprechen: Der Kunde abonniert gegen eine monatliche Gebühr das Auto. „Er kann jederzeit kündigen und das ist ein sehr wichtiger Aspekt: Unverbindlichkeit“, so Neumann.

Im Gegensatz zu traditionellen Automobilherstellen baut Evelozcity Services und Dienstleistungen nicht aus einer Hand um das Fahrzeug herum auf. Die digitale Identität von Fahrer und Beifahrer liegt bei großen Plattformbetreibern wie Apple, Google oder Baidoo und Alibaba. Das Mobility-Start-up begreift sich also nicht als Autohersteller, sondern als Mobilitätsdienstleister: „Das Fahrzeug, dass wir entwickeln und produzieren lassen, ist nur ein Werkzeug, um Mobilitätsservices darstellen zu können“, erläutert Neumann.

Die traditionellen Hersteller sieht Neumann nicht in der Rolle eines „Amazon of Mobility“ – dazu fehle ihnen das datenbasierte Geschäftsmodell, die digitale Kultur und ein anderes Finanzierungsmodell. Evelozcity hingegen will seine Datenbasis nutzen – wobei persönliche von den Fahrzeugdaten entkoppelt werden: „Wir werden nicht aus der Bewegung des einzelnen Kunden ein Daten- oder Geschäftsmodell machen“, bekräftigt Neumann, „sondern den Kunden das Geschäftsmodell mit ihren persönlichen Daten überlassen.“

Das ganze Interview mit Karl-Thomas Neumann lesen Sie in Ausgabe 2/2019 des Technologiemagazins VDE dialog Anfang April.