Sonnenuntergang mit Blick auf einen Mobilfunkmast
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15.01.2026

Elektromagnetische Felder und Strahlung im Alltag

Smartphones, WLAN, Mikrowellen- und Induktionsherde, Laptops – wir sind heute rund um die Uhr von elektrischen Geräten umgeben. Mit dieser technischen Bequemlichkeit wächst jedoch auch die Sorge um mögliche gesundheitliche Auswirkungen der elektromagnetischen Felder (EMF), die sie erzeugen. Was steckt hinter der sogenannten „Elektrosmog“-Belastung, und wie kann man sich vor der unsichtbaren Strahlung schützen?

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Hendrik Schäfer
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Elektromagnetische Felder gehören zum modernen Leben – ganz vermeiden lassen sie sich nicht. Ein bewusster, verantwortungsvoller Umgang mit Technik kann helfen, mögliche Risiken und Gesundheitsschäden zu verringern. Ein gesundes Maß an Abstand, Reduktion und Achtsamkeit ist der beste Schutz vor unnötiger Strahlenbelastung – ganz ohne Verzicht auf Komfort und Technologie.

Was sind elektromagnetische Felder?

Elektromagnetische Felder entstehen überall dort, wo Strom fließt oder Signale übertragen werden. Sie werden umgangssprachlich oft unter dem Begriff „Strahlung“ zusammengefasst – auch wenn es sich nicht um ionisierende Strahlung, wie bei Röntgenstrahlen, handelt.

Man unterscheidet zwei Hauptarten:

  1. Niederfrequente Felder – die „Haushaltsfelder“
    Niederfrequente Felder entstehen überall dort, wo Strom verbraucht wird – also bei Geräten, die man in die Steckdose steckt bzw. die mit dem Stromnetz verbunden sind. Beispiele hierfür sind Waschmaschine, Föhn, Kühlschrank, Induktionsherd oder auch Stromleitungen in der Wand. Sie können im Körper kleine elektrische Ströme auslösen, die im Haushalt jedoch so schwach sind, dass sie keine Wirkung auf Menschen haben.
  2. Hochfrequente Felder – die „Funkfelder“
    Hochfrequente Felder werden zur Datenübertragung genutzt – etwa durch die Nutzung von Mobiltelefonen, WLAN, Bluetooth, Mobilfunk oder Satellitensignalen. Hier wird Energie in Form elektromagnetischer Wellen ausgesendet, die in den Körper eindringen und dort Wärme erzeugen oder andere Reaktionen auslösen können.

Wo begegnen wir elektromagnetischer Strahlung im Alltag?

Elektromagnetische Felder umgeben uns fast überall – zu Hause, unterwegs, bei der Arbeit und sogar in der Natur. Manche Quellen sind uns bewusst (z. B. das Handy am Ohr), andere nehmen wir gar nicht wahr, weil sie für uns ganz selbstverständlich zum Alltag gehören (z. B. Radiowellen oder die Nutzung eines Induktionskochfeldes).

Die folgende Übersicht zeigt typische Alltagsquellen elektromagnetischer Strahlung und ihre jeweiligen Eigenschaften:

Niederfrequente Strahlung

Gerät / Quelle

Art der Strahlung

Typische Nutzung / Besonderheit

Induktionsherd

Niederfrequent

Erzeugt starke magnetische Felder, die das Kochgeschirr direkt erhitzen

Laptop / Tablet

Hoch- & niederfrequent

WLAN, Bluetooth, Netzteile, Displays erzeugen Felder auf verschiedenen Frequenzen

TV, Monitor, Lautsprecher

Niederfrequent

Erzeugen ungewollt schwache elektrische Felder durch Stromversorgung und Elektronik

Stromleitungen / Steckdosen / Mehrfachstecker

Niederfrequent

Dauerhafte elektrische und magnetische Wechselfelder in unmittelbarer Umgebung

Kühlschrank, Waschmaschine, Staubsauger, Föhn

Niederfrequent

Erzeugen inhomogene Magnetfelder im Betrieb. Diese nehmen mit Abstand sehr schnell ab.

Heizdecke / Heizkissen

Niederfrequent

Liegen direkt am Körper; bei älteren Geräten ungünstige, wenig kompensierte Leitungsführung

Solaranlagen-Wechselrichter

Niederfrequent

Wandeln Gleichstrom der Solaranlage in Wechselstrom – Aufgrund der Leistungsfähigkeit erzeugen sie meist magnetische Felder

Elektroauto / E-Bike

Niederfrequent

Elektromotor und Akku-Management erzeugen magnetische Felder, die jedoch in üblichem Abstand gering sind.

Bahnstromleitungen / elektrische Züge

Niederfrequent

Stärkere Magnetfelder, besonders in der Nähe der Oberleitungen

Medizinische Geräte (z. B. MRT, Diathermie)

Hoch- oder niederfrequent

Starke, kontrollierte Felder; in Kliniken strenge Schutzmaßnahmen

Elektrozaun oder Weidezaun

Niederfrequent

Kurze, impulsförmige elektrische Felder.


Hochfrequente Strahlung

Gerät / Quelle

Art der Strahlung

Typische Nutzung / Besonderheit

Smartphone

Hochfrequent

Telefonie, mobile Daten, WLAN, Bluetooth; Abstrahlung von Feldern nur beim Senden. Stärkere Aussendung bei schlechtem Empfang zur Basisstation.

WLAN-Router

Hochfrequent

Dauerhafte Signalabgabe – reduziert auch im Standby; bei 2,45 oder 5 GHz, zunehmend auch 6 GHz und 7 GHz.

Mikrowelle

Hochfrequent

Erwärmt Speisen durch Mikrowellenstrahlung; Gerät ist abgeschirmt und gewährleistet so geringe Leckstrahlung gemäß Normen.

Laptop / Tablet

Hoch- & niederfrequent

WLAN, Bluetooth, Netzteile, Displays erzeugen elektromagnetische Felder.

Schnurlostelefon (DECT)

Hochfrequent

Basisstation sendet dauerhaft, auch wenn kein Gespräch geführt wird. Dies kann im „Eco“-Modus reduziert werden.

Babyphone

Hochfrequent

Modelle mit Videofunktion oder WLAN senden dauerhaft, häufig im Schlafzimmer.

Bluetooth-Kopfhörer / Smartwatch

Hochfrequent

Senden kontinuierlich kurze Impulse – sehr geringe Leistung.

Funkmasten / Mobilfunkantennen / 5G-Sender

Hochfrequent

Dauerhafte Funkverbindungen mit großer Reichweite; Strahlung nimmt mit Abstand schnell ab. Bundesnetzagentur nimmt jede Anlage ab.

Smart-Home-Geräte (z. B. Sprachassistenten, Funksteckdosen, smarte Leuchten)

Hochfrequent

Kommunizieren ständig über WLAN, ZigBee oder Bluetooth, aber meist nur sehr kurze Sendezeigen bei Batteriebetrieb.

Medizinische Geräte (z. B. MRT, Diathermie)

Hoch- oder niederfrequent

Starke, kontrollierte Felder; in Kliniken strenge Schutzmaßnahmen

Radaranlagen / Flughafentechnik

Hochfrequent

Intensive Strahlung, aber weit entfernt von Personen oder Haushalten. Zugang nur für befugte Personen.

Elektronisches Spielzeug / ferngesteuerte Geräte

Hochfrequent

Funkverbindungen mit geringer Reichweite und geringer Sendeleistung.   


Wie wirken elektromagnetische Felder (EMF) auf den menschlichen Körper?

Der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser mit Elektrolyten (Salzen) und hat daher für elektrischen Strom eine gewisse Leitfähigkeit. Elektromagnetische Felder erzeugen nur sehr schwache Ströme im Körper, die biologische Prozesse beeinflussen können. Die Stärke und Art der Wirkung hängt dabei von Frequenz, Intensität und Einwirkungsdauer der elektromagnetischen Felder ab.

Kurzfristige, wissenschaftlich bestätigte Effekte:

  • Erwärmung von Gewebe, z. B. bei Mikrowellenstrahlung.
  • Stimulation bzw. Reizung von Nerven und Muskeln bei sehr starken niederfrequenten Feldern, z. B. in der Nähe von Hochspannungsanlagen oder Bahnstromleitungen

Mögliche langfristige Effekte (noch nicht eindeutig belegt):

  • Veränderungen der Zellaktivität oder oxidativer Stress.
  • Zusammenhang mit Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsproblemen.
  • Diskussion über ein mögliches Krebsrisiko, insbesondere bei langjähriger, intensiver Handynutzung.

Seit vielen Jahren wird weltweit untersucht, ob hochfrequente elektromagnetische Felder (z. B. von Handys, WLAN oder Mobilfunknetzen) Krankheiten wie Krebs, Schlafstörungen oder Konzentrationsprobleme verursachen können. Die Forschung ist umfangreich, die Ergebnisse aber nicht eindeutig; es gibt also keinen wissenschaftlichen Beweis. Allerdings wird empfohlen, die Belastung durch einfache Maßnahmen wie Abstand halten oder kurze Nutzungszeiten vorsorglich gering zu halten, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Normen, Richtlinien und der Schutz, den sie bieten

Damit elektromagnetische Felder von Geräten wie Smartphones, WLAN-Routern, Mikrowellen oder Induktionsherden keine gesundheitlichen Risiken verursachen, gelten in Deutschland und der EU klare Grenzwerte und Sicherheitsstandards. Die wichtigsten stammen von der ICNIRP (Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung) und werden vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sowie der EU übernommen. Hersteller müssen diese Vorgaben einhalten, bevor ein Produkt überhaupt auf den Markt darf.

Die Richtlinien legen sehr genaue Grenzwerte fest, z. B. für

  • Sendeleistung (z. B. SAR-Wert bei Smartphones)
  • Hochfrequenzfelder (WLAN, Bluetooth, Mobilfunk)
  • Niederfrequenzfelder (Haushaltsgeräte, Stromleitungen)

Diese Grenzwerte sind so gewählt, dass sie bereits weit unterhalb der Schwelle liegen, bei der ein gesundheitlich relevanter Effekt auftreten könnte. Die Normen berücksichtigen dabei besonders empfindliche Gruppen wie Kinder oder Menschen mit medizinischen Implantaten.

Für den Alltag bedeutet das:

  • Geräte dürfen nur eine maximal zulässige Strahlungsleistung abgeben.
  • Produkte müssen geprüft werden und dürfen erst dann auf den Markt gebracht werden.
  • Mobilfunknetze und Sendemasten werden regelmäßig überwacht.
  • Betreiber sind verpflichtet, Mindestabstände und technische Schutzmaßnahmen einzuhalten.

Kurz gesagt: Normen und Richtlinien sowie die entsprechenden Konformitätsprüfungen sorgen dafür, dass die Strahlung, der wir im Alltag begegnen, weit unterhalb eines gesundheitsschädlichen Bereichs bleibt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das ein hohes Sicherheitsniveau – auch wenn man selbst zusätzliche Vorsorge treffen kann, etwa durch Abstand, Reduktion der Nutzungsdauer oder die Wahl strahlungsarmer Geräte.

Strahlenschutz in Deutschland

In Deutschland sorgt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) dafür, dass Menschen und Umwelt vor schädlicher Strahlung geschützt werden. Die zentrale deutsche Behörde prüft und bewertet, welche Arten von Strahlung – ob radioaktiv, ultraviolett, medizinisch oder elektromagnetisch – gesundheitlich bedenklich sein können, und legt auf dieser Grundlage Grenzwerte und Empfehlungen fest.

Das BfS führt eigene Messungen und Forschungsprojekte durch, zum Beispiel zur Belastung durch Handys, WLAN oder Stromleitungen, und überwacht, ob die bestehenden Grenzwerte eingehalten werden. Gleichzeitig informiert es die Bevölkerung neutral und verständlich über aktuelle Forschungsergebnisse und gibt praktische Tipps zum Strahlenschutz im Alltag.

Im Ernstfall, etwa bei einem Strahlenunfall, koordiniert das BfS außerdem die Messungen, Warnungen und Schutzmaßnahmen.


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