Schlau genug für die Wasserstoffanwendung? – Wissenslücken füllen
Das Thema Fachkräftemangel ist weder neu noch beschränkt es sich auf wenige Branchen. Wenn dann auch noch ein technologischer Wandel hinzukommt, bedeutet das, dass mit den veränderten Anforderungen Wissenslücken entstehen. Wenn bisherige Nischentechnologien in die breite Anwendung kommen, werden neue Berufe und Kompetenzen gebraucht. Herr Sven Geitmann (Herausgeber HZwei) bestätigte in seiner Übersicht über die Hannover Messe 2022, dass die zahlreichen Unternehmen, die sich im Bereich Wasserstoff präsentierten, viele offene Stellen haben. Eine Technologie, die so weitreichend unsere bekannten Systeme auf den Kopf stellt, führt demnach zu einer großen Vielfalt an Berufsgruppen, die von der Veränderung betroffen sein werden. Vor diesem Hintergrund kamen die Diskutanten in diesem Termin zusammen.
Das in der Veranstaltung von Joachim Jungsbluth (ZBT — Zentrum für BrennstoffzellenTechnik GmbH) und Stefan Garche (VDE Renewables) vorgestellte Verbundprojekt „TrHy“, soll neben vielen anderen Aufgaben ermöglichen, dass an einem Ort viele verschiedene Berufsgruppen weitergebildet werden können. Allein in Duisburg werden bei einem Unternehmen mindestens 2.800 Menschen künftig mit Wasserstoff umgehen. Auch Peter Preuss (DVGW) bestätigte in der Diskussionsrunde, dass derzeit in vielen Großkonzernen die Personalabteilungen gemeinsam mit den Fachabteilungen die Weiterbildung der Mitarbeitenden zum Thema Wasserstoff definieren.
Auf die Frage, wo und wie wir Wissenslücken identifizieren könnten, antwortete Ulrike Hinz (WWF), dass sich Lücken an vielen Stellen im Wissenswerdegang abbilden können: Schule, Studium, Berufsleben. Sie plädierte dafür, dass wir uns frühzeitig Gedanken machen sollen, wie wir den Bildungsbereich im Hinblick auf die Berufe der Zukunft und auch Wissenschaftskommunikation weiterentwickeln können.
Über die Rolle von Journalismus im Zusammenhang mit Akzeptanz, gesellschaftlicher Wissensvermittlung und letztlich allgemeines Interesse an Themen wurde kontrovers diskutiert. Einigkeit bestand jedoch darüber, dass Kommunikation in die Gesellschaft benötigt wird, denn dann kommen Auszubildende und Studierende verstärkt in diese Bereiche. Hierzu braucht es jedoch dann auch die benötigten Wissensvermittelnden und ein „Train the Trainer“ Konzept. An verschiedenen Stellen wird gerade genau daran gearbeitet praxis- und zukunftstaugliche Wissensvermittlung zu aufzubauen.