Alexander Junge ist Mitglied des Vorstandes der Aral AG und verantwortet als General Manager Central Europe den Ausbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur in Mitteleuropa.
| Aral AG / Alena ZielinskiVor fast fünf Jahren haben wir mit dem Aufbau des Ladenetzes von Aral pulse, der E-Mobilitätsmarke von Aral, begonnen. Heute betreiben wir mit mehr als 3600 Ladepunkten an mehr als 500 Standorten eines der größten Schnellladenetze Deutschlands.
Wir setzen auf ultraschnelles Laden mit Leistungen von bis zu 400 kW. Je nach Fahrzeugtechnik können Elektroautos in rund 10 Minuten rund 300 Kilometer Reichweite laden. Ende vergangenen Jahres haben wir in Mönchengladbach an der A 61 den ersten reinen Aral Ladepark eröffnet, weitere Ladeparks werden folgen.
Wir bauen unser Lkw-Ladenetz mit aktuell 27 Standorten aus. Ende dieses Jahres wollen wir die ersten Megawatt Charger für E-Lkw mit einer Leistung von bis zu 1000 kW ans Netz nehmen.
Wir könnten jedoch schon rund 1000 Ladepunkte mehr am Netz haben, wenn Genehmigungs- und Netzanschlussprozesse schneller und einfacher wären. Unsere zentrale Forderung ist Baugenehmigungsfreiheit für Trafos an Ladestationen in allen deutschen Bundesländern. Trafos sind notwendig für die Errichtung von ultraschnellen Ladesäulen, und die eigentlich politisch gewollte und in den Landesbauordnungen verankerte Baugenehmigungsfreiheit der Ladesäulen wird im ultraschnellen Bereich durch eine Baugenehmigungspflicht für Trafos ausgehebelt. Außerdem fordern wir standardisierte und digitalisierte Baugenehmigungs- und Netzanschlussprozesse, verbindliche Fristen und einen vorausschauenden Netzausbau, insbesondere für die Lkw-Ladeinfrastruktur. Staatliche Eingriffe, wie die verpflichtende Einführung des sogenannten Durchleitungsmodells für Ladeinfrastruktur an Autobahnen im Rahmen der E-Lkw-Ausschreibung, halten wir für höchst problematisch.
Durch kontinuierliche Investitionen sind wir als Ladenetzbetreiber in den vergangenen Jahren in Vorleistung gegangen. Jetzt brauchen wir ein klares Bekenntnis der Politik zum weiteren Ausbau der Elektromobilität.