Zwei Personen arbeiten in einem Reinraum

Im Mini-Reinraum für kleine Forschende wird gearbeitet wie bei den Großen.

| INFINEON
01.01.2026 VDE dialog

Mobiles Schülerlabor: Rein in den Raum!

Infineon bringt Schülerinnen und Schülern in einem „Mini-Reinraum“ spielerisch die Tätigkeit im Halbleiterlabor nahe. Das Ziel: Junge Menschen früh für die MINT-Disziplinen begeistern.

Von Julian Hörndlein

Reinraumanzug an, Mundschutz auf, und los geht’s! Die Arbeit in Reinräumen ist sehr komplex: Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind genau abgestimmt, in der Luft dürfen nur wenige Partikel vorhanden sein. Dass ein solches Labor auch in einem aufblasbaren Zelt und damit mobil umsetzbar ist, zeigt das Halbleiterunternehmen Infineon. Mitarbeitende kommen mit dem Zelt an Schulen und zu Veranstaltungen, um Kindern die Arbeit in der Halbleiterindustrie näherzubringen.

„Unser Mini-Reinraum ist ein spezielles Element in der Berufsorientierung“, sagt Heiko Schöfer, Ausbildungsleiter bei Infineon. Die Firma agiert dabei nicht uneigennützig: In der Halbleiterindustrie fehlen nach Zahlen des IW Köln mehrere Zehntausend Fachkräfte, in den kommenden Jahren wird sich die Situation noch verschärfen. Da lohnt es sich, junge Talente bereits früh zu begeistern. „Unsere Zielgruppen sind Realschulen und Gymnasien“, erklärt Schöfer. Auch Grundschulen habe man mit dem mobilen Labor bereits besucht. Das Zelt wird mit einer Luftpumpe aufgeblasen, der Luftdruck permanent mit Ventilatoren reguliert. Insgesamt bietet der Mini-Reinraum Platz für 20 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig, die Führung dauert 20 Minuten.

Normalerweise stellt Infineon in seinen Reinräumen Halbleiterchips her, die später in elektronischen Geräten wie Smartphones, Laptops oder Fahrzeugen verbaut werden. Der Herstellungsprozess erfordert höchste Präzision: Hautschuppen, Staubkörner oder Haare können die Produkte zerstören. Mit dem Mini-Reinraum zeigt Infineon, wie kompliziert die Fertigung ist. Das Zelt besteht aus mehreren Modulen – vom Vorraum über das Anlegen der Reinraumkleidung samt Luftdusche bis hin zur Waferproduktion. Ein Wafer ist eine dünne, runde Scheibe, die als Träger der winzigen Schaltkreise dient. Die jungen Nachwuchskräfte dürfen im Zelt selbst Hand anlegen, filigrane Wafer mit einem individuellen Muster herstellen und ihn am Ende des Tages mit nach Hause nehmen.

Infineon richtet sich mit dem Angebot nicht nur an den Nachwuchs, sondern gibt auch die Organisation in die Hände der jungen Generation. „Den Mini-Reinraum managen unsere Nachwuchskräfte“, meint Schöfer. Einer von ihnen ist der ehemalige Azubi Lukas Schatz, der positive Erfahrungen mit dem Angebot gemacht hat. „Die Schülerinnen und Schüler sind immer sehr neugierig und aufgeregt, wenn sie bei uns ankommen“, erklärt er. Das Feedback sei positiv. Während der Mini-Reinraum bisher vor allem rund um den Infineon-Standort in Regensburg zum Einsatz kam, möchte das Unternehmen das Programm auch in die Fläche tragen – die Nachfrage dafür ist groß. „Lehrkräfte mögen es, wenn die Berufsorientierung möglichst praxisnah ist“, versichert Heiko Schöfer.

Kontakt
VDE dialog - Das Technologie-Magazin