Aufi-Standardisierung
ART STOCK CREATIVE / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

SMART Standards: Normeninhalte werden digital anschlussfähig

Die DKE treibt die Digitalisierung der Normung voran: Mit dem Innovationsprojekt „SMART Standards Service“ entsteht eine Infrastruktur, die Normeninhalte strukturiert, semantisch aufbereitet und systemübergreifend verfügbar macht.

Von Martin Schmitz-Kuhl

Technische Normen bilden die Grundlage für Entwicklung, Prüfung und Zertifizierung. In der betrieblichen Praxis liegen sie jedoch meist als PDF-Dokumente vor. Für viele Unternehmen bedeutet das: Anforderungen müssen manuell recherchiert, kopiert und in interne Tools übertragen werden. Dieser Medienbruch kostet Zeit, bindet Ressourcen und erhöht das Fehlerrisiko. Genau hier setzt das Projekt „SMART Standards Service“ der DKE an. Ziel ist es, Normeninhalte so aufzubereiten, dass sie nicht nur für Menschen lesbar, sondern auch für Maschinen unmittelbar verarbeitbar sind. Janos Koschwitz, der das Thema bei der DKE verantwortet, beschreibt den Ansatz so: „Die Informationen aus Normen werden strukturiert und semantisch angereichert, sodass sie direkt in Software-Systeme importiert und dort weiterverarbeitet werden können.“

Im Unterschied zum klassischen Dokument stehen bei SMART Standards klar definierte Datenobjekte im Mittelpunkt. Anforderungen, Empfehlungen oder Hinweise werden eindeutig klassifiziert und maschinenlesbar ausgezeichnet. „Es geht nicht mehr nur um Text, sondern um klassifizierte Daten, bei denen klar ist, was eine Anforderung und was eine Empfehlung ist“, so Koschwitz. Technisch erfolgt die Bereitstellung unter anderem in strukturierten Austauschformaten wie ReqIF, das im Requirements Engineering etabliert ist. Dadurch lassen sich einzelne Normanforderungen gezielt in bestehende Systemlandschaften übernehmen, versionieren und mit internen Spezifikationen verknüpfen. Für Unternehmen kann dies die Konsistenz zwischen Normvorgaben und Produktanforderungen deutlich verbessern.

Die digitale Transformation der Normung ist dabei kein isoliertes Vorhaben. International wächst das Interesse an strukturierten, maschinenlesbaren Norminhalten. Ein sichtbares Signal setzt das kommende IEC General Meeting im November in Hamburg. Dort werden SMART Standards unter dem Leitmotiv „Intelligente Normen für eine vernetzte Zukunft“ als eines von fünf zentralen Fokusthemen behandelt. Die Diskussion zeigt, dass die Weiterentwicklung klassischer Publikationsformate hin zu datenbasierten Modellen inzwischen auch auf internationaler Ebene strategisch verankert wird.

Grafik, die die Bedeutung der Abkürzung SMART erklärt
DKE

Smarte Normen: „Eine echte Erfolgsgeschichte!“

koschwitz-aufi
Looker_Studio / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

Die DKE gibt mit ihren Digitalisierungsinitiativen den entscheidenden Impuls für die zukünftige Bereitstellung von Normen.  Im Interview erläutert Janos Koschwitz, Abteilungsleiter Digital Hub der DKE, welche Rolle maschinenlesbare Normen dabei spielen, warum klassische PDF-Dokumente an ihre Grenzen stoßen und welche internationale Bedeutung das Thema inzwischen hat.

Interview: Martin Schmitz-Kuhl

Mehr erfahren

IEC General Meeting 2026

Die DKE fühlt sich geehrt, Gastgeberin des Jahresevents der internationalen elektrotechnischen Normung zu sein. Unter dem Titel "Global Development. Driven by Standards." werden im November 2026 rund 3.500 Gäste in Hamburg erwartet.

Offizielle Webseite
Kontakt
VDE dialog - Das Technologie-Magazin
Downloads + Links