Technische Normen bilden die Grundlage für Entwicklung, Prüfung und Zertifizierung. In der betrieblichen Praxis liegen sie jedoch meist als PDF-Dokumente vor. Für viele Unternehmen bedeutet das: Anforderungen müssen manuell recherchiert, kopiert und in interne Tools übertragen werden. Dieser Medienbruch kostet Zeit, bindet Ressourcen und erhöht das Fehlerrisiko. Genau hier setzt das Projekt „SMART Standards Service“ der DKE an. Ziel ist es, Normeninhalte so aufzubereiten, dass sie nicht nur für Menschen lesbar, sondern auch für Maschinen unmittelbar verarbeitbar sind. Janos Koschwitz, der das Thema bei der DKE verantwortet, beschreibt den Ansatz so: „Die Informationen aus Normen werden strukturiert und semantisch angereichert, sodass sie direkt in Software-Systeme importiert und dort weiterverarbeitet werden können.“
Im Unterschied zum klassischen Dokument stehen bei SMART Standards klar definierte Datenobjekte im Mittelpunkt. Anforderungen, Empfehlungen oder Hinweise werden eindeutig klassifiziert und maschinenlesbar ausgezeichnet. „Es geht nicht mehr nur um Text, sondern um klassifizierte Daten, bei denen klar ist, was eine Anforderung und was eine Empfehlung ist“, so Koschwitz. Technisch erfolgt die Bereitstellung unter anderem in strukturierten Austauschformaten wie ReqIF, das im Requirements Engineering etabliert ist. Dadurch lassen sich einzelne Normanforderungen gezielt in bestehende Systemlandschaften übernehmen, versionieren und mit internen Spezifikationen verknüpfen. Für Unternehmen kann dies die Konsistenz zwischen Normvorgaben und Produktanforderungen deutlich verbessern.