Sommerempfang 2019 des VDE in Brüssel

Der Sommerempfang des VDE in Brüssel am ersten Arbeitstag nach der Sommerpause leitet die nächste Runde des politischen Treibens in der europäischen Politikmetropole ein.

| VDE
10.09.2019 Kurzinformation 340 0

Sommerempfang 2019 des VDE in Brüssel

Das politische Treiben in Brüssel gewinnt nach der Europawahl im Mai und der Wahl von Ursula von der Leyen als Präsidentin der Europäischen Union zunehmend an Fahrt. Da kam der traditionelle Sommerempfang des VDE in Brüssel am ersten Arbeitstag nach der Sommerpause gerade zur rechten Zeit, um gemeinsam mit Europaabgeordneten, Mitarbeitern der Kommission und Vertretern der in Brüssel ansässigen Organisationen die nächste Runde des politischen Treibens in der europäischen Politikmetropole einzuleiten.

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Markus B. Jaeger

Mit der Neuaufstellung der politischen Kräfte in Europa hat sich auch der VDE in seinem Brüsseler Büro neu aufgestellt. Seit Juni verstärkt Celine Oeyen als Projektmanagerin Europapolitik das Team des VDE-Politikchefs, Markus B. Jaeger. Oeyen war es auch, die die wieder zahlreich erschienen Gäste zum Sommerempfang begrüßte, bevor sie das Mikrofon an Jaeger und den CEO des VDE, Ansgar Hinz, weitergab.

Die Expertin in Sachen Normung und Standardisierung für VDE|DKE unterstrich die hohe Bedeutung der Normung für die Entwicklung des von Europa ausgehenden industriellen Wachstums. Für die neue Legislaturperiode des Europäischen Parlamentes und der EU-Kommission sieht Oeyen vor allem die Themen digitaler EU-Binnenmarkt, Digitale Sicherheit, Künstliche Intelligenz, 5G, Cloud Computing sowie intelligente und umweltfreundlichere Produkte im Fokus der Aktivitäten auf Seiten der Politik und des VDE. Im Zusammenhang mit dem Europäischen Normungssystem und dem New Legislativ Framework (NLF) verwies Oeyen auf die Erklärung von CEN-CENELEC „Standards Build Trust – Normung schafft Vertrauen“, an der auch die Experten der Normungsorganisation VDE|DKE aktiv mitgewirkt haben.

Fünf strategische Prioritäten der Normung in Europa

CEN-CENELEC Erklärung „Standards Build Trust – Normung schafft Vertrauen“

Die CEN-CENELEC Erklärung „Standards Build Trust – Normung schafft Vertrauen“ stellt fünf strategische Prioritäten vor, bei denen Normen und Standards die europäische Politik in den kommenden Jahren wirksam unterstützen können:

  1. Ein harmonisierter Binnenmarkt. Normen schaffen einen Mehrwert für die Industrie und bieten gleichzeitig einen kosteneffizienten und einfacheren Weg, die Konformität der Produkte mit dem EU-Recht nachzuweisen
  2. Eine wettbewerbsfähige europäische Industrie, die den internationalen Handel anführt. Europäische Normungsorganisationen unterstützen den technologischen Wandel in Europa und fördern gleichzeitig die europäischen Interessen in der internationalen Normung, dank ihrer engen Zusammenarbeit mit und innerhalb ISO und IEC, den internationalen Normungsorganisationen
  3. Vertrauen in neue Technologien. Normen bieten europäische Best Practices, um den digitalen Wandel der Gesellschaft unter Berücksichtigung der Interessen der Bürger voranzutreiben
  4. Mehr Innovation für Europa. Normung und Standardisierung sind Mittel der Wahl, um Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte zu überführen
  5. Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Normen und Standards helfen bei der Umsetzung einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen und Energie und schützen gleichzeitig Verbraucher, Arbeitnehmer und Umwelt.

VDE als neutraler Technologieberater – VDE Politik als Übersetzer

Für den Politikchef des VDE, Markus B. Jaeger, liegen die Herausforderungen der politischen Akteure auf nationaler und internationaler Ebene darin, die Menschen bei der technologischen Entwicklung mitzunehmen. Und sie in den Mittelpunkt des technologischen Fortschritts zu stellen. „Die rasante Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung überwältigt die Menschen teilweise. Manche fühlen sich nicht mitgenommen. Gefühle der Hilflosigkeit und des Alleingelassenseins entstehen. In Teilen der Gesellschaft erwächst eine latente Technologiefeindlichkeit. Das ist gefährlich. Hier ist die Politik gefordert, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und Antworten auf die drängenden Fragen zur Hand zu haben.“

So wie die englische Sprache die Menschen aus den Ländern der EU im politischen Brüssel eine, müssten laut Jaeger auch starke Technologie-Politik-Netzwerke wachsen, um verständliche Antworten auf komplexe Fragen geben zu können. Die in Europa verantwortlichen Abgeordneten sollten auf neutrale und gesellschaftsbasierte Experten zugreifen können. „Die neutrale Technologieorganisation VDE steht seit 125 Jahren für Wissen, Fortschritt und Sicherheit. Als einzige Organisation weltweit vereint der VDE Wissenschaft, Standardisierung, Prüfung und Zertifizierung sowie Anwendungsberatung unter einem Dach. Besonderes Herzblut steckt der VDE in die Forschungs- und Nachwuchsförderung sowie in den Verbraucherschutz.“ Schließlich sei der Bereich Politik des VDE auch Übersetzer und Konnektor zwischen Menschen, Technologie und Politik, so etwa im Bereich Künstliche Intelligenz mit der Enquete-Kommission KI des Deutschen Bundestages.

Zeitreise mit VDE-CEO Ansgar Hinz: Once upon a Time

VDE-CEO Ansgar Hinz

VDE-CEO Ansgar Hinz: „Wenn es um Technologie und neutrale Orientierung für die Gesellschaft und Politik geht, ist der VDE der richtige Partner, um die europäische Position zu erneuern."

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Der CEO des VDE, Ansgar Hinz, nahm die Gäste des Sommerempfangs unter der Überschrift „Once upon a Time“ mit auf eine kleine Zeitreise. „Europa war in früheren Jahrhunderten für viele Nationen ein Feind. Aus einer internationalen Perspektive gesehen wurde Europa – positiv ausgedrückt – allenfalls toleriert.“ Erste Priorität sei die Eroberung fremder Länder und Gesellschaften gewesen. Erst nach dem 2. Weltkrieg hätten die Staaten Europas ihre historische Position Schritt für Schritt zurückgezogen. Freiwillig oder nicht freiwillig. Bescheiden oder nicht bescheiden.

„In den 50er Jahren gründeten sechs Staaten die Europäische Wirtschaftsunion, um nach Jahrzehnten des Kriegsterrors Sicherheit, Stabilität, Wohlstand, soziale Absicherung und Einfachheit des Handels zu gewährleisten. Für die Menschen. In den 90er Jahren folgte – mehr oder weniger – die heutige Europäische Union.“ Maßgebende Frage für Hinz am abendlichen Sommerempfang des VDE in Brüssel war, ob Europa noch den Zielen aus den 50er Jahren folge. Seine Antwort gegenüber den Gästen lautete „Ja und Nein.“

Mit einem Einblick in seine Gedankenwelt teilte er die Antwort in eine Innen- und Außensicht: In der Innenansicht müsse Europa auf das Big Picture zurückkommen. Es müssten neue strategische EU-Positionen mit einer langfristigen weltweiten Perspektive definiert werden. Europa müsse die gemeinsame Aufgabe und Gesamtverantwortung für die Gesellschaft verstehen. Nationaler Protektionismus müsse gestoppt und die internationale Position als eine Europäische Union gestärkt werden. „Wir müssen die Diskussionen von Sekundärem oder für die Zukunft weniger wesentlichen Dingen beenden und die historischen Ziele der 50er Jahre wieder fördern. Ziele, die auch aus technologischer Sicht Leitlinien des VDE waren, als Werner von Siemens uns vor 126 Jahren gründete.“

In der Außensicht Europas sei es nach Hinz „an der Zeit, die Zeiten der Eroberer zu überwinden und die Geschichte durch Partnerschaft weltweit in ein positives Gefühl zu wandeln: Europa als Garant für Stabilität, Sicherheit, Geborgenheit, Wohlstand und faire Beteiligung. Europa als Kämpfer gegen Protektionismus, Destabilisierung und Handelskriege. Europa als Stabilitätsanker zwischen Ost und West, um die wirklichen Probleme der heutigen Menschheit anzugehen und zu lösen.“

Wenn es um Technologie und neutrale Orientierung für die Gesellschaft und Politik gehe, sei der VDE der richtige Partner, um die europäische Position zu erneuern. Künstliche Intelligenz, nachhaltige Energiewende, digitale Technologien, multimodale Mobilität, menschliche Medizintechnik seien nur wenige Aspekte der Expertise des VDE.

VDE als Kümmerer für die Next Generation

Mit Blick in die All Electric World und das Kümmern um die nächste Generation freute sich Hinz besonders, das Gewinnerteam der VDE E-diale Zukunft CHALLLENGE beim Sommerempfang zu begrüßen.

Das Team aus Aachen hat einen interaktiven Schulunterricht entwickelt, um Wissenschaft, Elektronik und Informationstechnologie näher an den Unterricht heranzuführen. Im Rahmen des bundesweiten Projekts wurden von Aachen ausgehend, über Stuttgart und München bis Dresden Vorträge in Fachkursen an den Schulen gehalten. Young Generation meets Next Generation. Der große Erfolg des Projekts hat die Macher wie Anika Weishaupt und Tobias Schuh inspiriert, das Projekt europaweit auszudehnen.

Live-Musik, kühle Getränke und kulinarische Köstlichkeiten

Bei Live-Musik, kühlen Getränken und kulinarische Köstlichkeiten diskutierten Oeyen, Jaeger und Hinz schließlich in lockerer Atmosphäre zusammen mit den Gästen aus dem Europarlament, der Kommission und vielen in Brüssel vertretenen Organisationen. Dabei ging es unter anderem darum, wie wichtig Standardisierung und Zertifizierung für die europäische Industrie sei und wie sich der VDE mit Technologie-Know-how einbringen kann. Bis spät in den Abend nutzten die Gäste den Empfang, um sich über die Aktivitäten des VDE zu informieren, auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen.

Impressionen VDE-Sommerempfang 2019