NRW Forum 2022 Bild 1
Michael Halbach
16.09.2022

VDE NRW Forum 2022

Endlich konnte wieder ein Forum stattfinden in Präsenz u. z. bei CISCO in Düsseldorf.

NEW WORK WITH NEW TECHNOLOGY
AGILE ZUSAMMENARBEIT AUF BASIS MODERNSTER TECHNOLOGIEN

NRW Forum 2022 Bild 2
MIchael Halbach

Zu Beginn der Veranstaltung wurden  die  Teilnehmer  in  kleinen  Gruppen durch die Räumlichkeiten geführt und  anschließend  offiziell  von  Till Regenhardt,  SB  Territory  Manager Central & West Germany, begrüßt. Die darauf folgende Vortragsreihe eröffnete Markus Will, Technical Solutions Architect – IoT bei Cisco, mit dem Thema „Smart  Building  –  automatisiert  und sicher“.
Gebäude  sind  längst  keine  zweckgebundenen  physischen  Strukturen mehr,  sondern  programmierbare Anwendungen,  die  in  der  Lage  sind, sich  schnell  an  neue  Anforderungen anzupassen. Voraussetzung hierfür ist, dass alle erforderlichen Komponenten digital verbunden sind und damit per Software  für  veränderte  Anforderungen angepasst werden können. Um die Rückkehr  der  Mitarbeitenden  an  den Unternehmensstandort zu gewährleisten,  muss  deren  Sicherheit  oberstes Gebot haben. Durch Technologien wie Cisco  DNA  (Digital  Network  Architecture)  Spaces,  die  gegebene  Wireless und  Collaboration  Lösungen  als  Sensorik  verwendet,  werden  Anwendungen wie zum Beispiel Asset Management,  Umgebungsüberwachung,  Belegung von Büroräumlichkeiten  ermöglicht.  Die Arbeitsweise  wird zukünftig  hybrid  stattfinden, d. h.  bei  Meetings werden  Teammitglieder  per  Video zugeschaltet. Die  Versorgung  mit  nachhaltiger  Energie und  auch  die  Reduktion  des  Energieverbrauchs zum Erreichen der Netto-Null-Emission  machen Nachrüstungen  und  Designkonzepte für die Bürogebäude erforderlich.

Den zweiten Vortrag mit dem Thema  „Arbeitswelt  im  Wandel  –  Smart Workspace“  hielt  Michael  Zgoll,  Geschäftsführer der zgoll: GmbH.
Pandemie  bedingt  befindet  sich die  Arbeitswelt  in  einem  drastischen Wandel.  Die  Arbeitsweise,  wie  und wo,  hat  sich  nachhaltig  verändert.
War  Homeoffice  vor  der  Pandemie eher  die  Ausnahme,  ist  es  heute  aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Unternehmen,  die  eine  Rückkehr  ihrer  Mitarbeitenden  in  die  einstigen Büros  wünschen,  müssen  sich  auf deren  veränderte  Erwartungshaltung einstellen.  Der  Ort  der  täglichen  Arbeit  ist  nicht  nur  das  Büro  oder  das Homeoffice,  sondern  kann  von  den Mitarbeitenden individuell und im Bereich der aktuellen Aufgaben gewählt werden.  Dynamische  Arbeitsflächen und  Begegnungsstätten  sowie  Kreativbereiche,  die  sich  für  interaktives und  gemeinsames  Arbeiten  eignen, müssen  vom  Unternehmen  bereitgestellt  werden.  Und  welche  Möglichkeiten  neue  innovativ  ausgestattete Büroräumlichkeiten  liefern  können, konnte  Herr  Zgoll  mit  einer  Fahrt seines firmeneigenen Roboters durch die  Demonstrationsräume  der  zgoll: GmbH  in  Korschenbroich  eindrucksvoll untermalen.

Im  dritten  und  letzten  Vortrag auf  diesem  Forum  referierte  Prof. Dr.  Stefan  Diestel  von  der  Universität  Wuppertal  zum  Thema  „Arbeits-/Wirtschaftspsychologie“. Die  Agenda seiner  Präsentation  umfasste  drei
Punkte:
1)  Der  Janus-Kopf  von Home­office, ­ Flexibilität­ und­Remote­Work:
Die  Digitalisierung ist  der  Januskopf  einer  Unternehmenskultur. Auf der einen Seite bietet sie beachtliche Chancen, wie zum Beispiel  Flexibilität  in Bezug auf Arbeitszeit und -ort, andererseits aber auch  Gefahrenpotenziale wie akute Erschöpfungszustände,  niedrige intrinsische Motivation sowie passive Beteiligung  an  Meetings  und  geringe kommunikative Initiative.
2­) ­Die­Rolle­der­Führung­in­Zeiten­ der­Pandemie­und­von­New­Work:
Der ausgewogene, vertrauensvolle und  persönliche  Austausch  zwischen Mitarbeiter und Führungskraft hat bei häufigem  mobilem  Arbeiten  positive Einflüsse auf Motivation und Leistung der Mitarbeiter.
3)­ Erreichbarkeit,­psychische­Gesundheit­und­Motivation:
So  nutzen  zum  Beispiel  mehr als  die  Hälfte  der  Berufstätigen  ihr Smartphone  außerhalb  der  Arbeitszeit  für  berufliche  Angelegenheiten.
Die Auswirkungen der Erreichbarkeit über  mobile  Endgeräte  außerhalb der  Arbeitsweise  sind  nicht  zu  unterschätzen.  Sie  reichen  von  kurzfristigen  Wirkungen  wie  Schlafstörungen, Erschöpfungszustände  und  Motivationsdefizite  bis  zu  Langzeitwirkungen wie Burnout, Konflikte in Familie und Partnerschaft sowie Wechselabsichten und  abnehmende  Einsatzbereitschaft und Identifikation.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit reger Beteiligung der Teilnehmer wurde – wie immer – kompetent
und leidenschaftlich von unserem VDE NRW  Sprecher  Ralf  Berker  geleitet.
Eine der wichtigen Aussagen war, dass Mitarbeiter  und  Führungskräfte  die Anforderungen  durch  das  New  Work ganz  unterschiedlich  beurteilen  und differenziert  damit  umgehen.  Es  geht bei New Work nicht nur um eine neue veränderte Arbeitswelt, sondern auch um einen derzeitigen und zukünftigen Führungsstil.  Die  vorgestellte  Technik  kann  bei  intelligentem  Einsatz durch  die  Unternehmen  bzw.  deren Führungskräfte  Home  Office  und Bürowelt  effektiver  vernetzen  und  die Führung  auf  Distanz  vereinfachen.
Bei der abschließend von Ralf Berker geforderten Prognose in 10 Jahren lag nach  Schätzung  der  Referenten  der Home-Office-Anteil  zwischen  50  und 80 Prozent.
Der „kleine Imbiss“, der die interessante Veranstaltung abrundete, wurde  von  allen  Teilnehmern  zu  einem ausgiebigen Networking genutzt.
SIEGBERT KMETZ