Klausurtagung Ost-Mitte 2026

Gespräch mit Dr. Martin Hieber

| VDE
05.05.2026

Die Region Ost-Mitte trifft sich in Altkötzschenbroda zur Klausurtagung

Austausch zu Strategie, Nachwuchs und zukünftigen Schwerpunkten im VDE

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Ralf Berger

Klausurtagung VDE Region Ost-Mitte

ROM Klausurtagung_Historicher Rundgang

Historischer Rundgang

| VDE

Am 20. und 21. März 2026 fand die Klausurtagung der Region Ost-Mitte (ROM) in Altkötzschenbroda (Radebeul) statt. Vertreter der Bezirksvereine nutzten die Veranstaltung, um sich zu aktuellen Entwicklungen im VDE sowie zu strategischen Fragestellungen auszutauschen.

Neues aus dem VDE – strategische Ausrichtung im Fokus

Im Rahmen der Klausurtagung war auch Dr. Martin Hieber (CTO des VDE) anwesend und berichtete über aktuelle Entwicklungen im Verband. Mit Prof. Dr. Christoph Kutter (Fraunhofer EMFT) wurde ein neuer VDE Präsident berufen, unterstützt durch Alf Henryk Wulf als Stellvertreter.

Ein zentrales Thema bleibt die Mitgliederentwicklung: Während die Zahl der Jungmitglieder stabil ist, verliert der VDE jährlich rund 500 Mitglieder im Segment der „Young Professionals“. Daraus ergibt sich die klare Notwendigkeit, den konkreten Mehrwert einer Mitgliedschaft im VDE für den Berufsalltag stärker herauszustellen. Diskutiert wurden u. a. zielgruppenspezifische Angebote, beispielsweise im Bereich Chipdesign, neue internationale Formate zur stärkeren Einbindung internationaler Mitglieder sowie der Ausbau von Expertennetzwerken.

Nachwuchsarbeit als Schlüsselthema

Die Förderung des Nachwuchses in den Arbeitsbereichen des VDE ist ein erklärtes Satzungsziel und damit dem Verband besonders wichtig. Im Rahmen der Klausurtagung werden zwei Möglichkeiten hierzu aufgezeigt und die Umsetzung in der Region diskutiert. In beiden Fällen gibt es nicht die Lösung und Vorgehensweise, sondern je nach Regionalität und Situation eine individuell angepasste Lösung für die Bezirksvereine, um das Ziel zu erreichen.

MINT-Sterne in Sachsen

Die MINT-Sterne sind eine Auszeichnung des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e. V. (VDE), die gemeinsam mit Partnern öffentlichkeitswirksam als Auszeichnung vergeben werden. Die Besonderheit und Einzigartigkeit des Preises/Wettbewerbs liegt in der Wertschätzung des persönlichen Engagements von MINT-Lehrkräften und ehrenamtlich besonders engagierten Ausbildern und aktiven Personen, die sich in Veranstaltungen zur Nachwuchsförderung in den MINT-Themen und/oder MINT-Projekten einbringen. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen spannende Einblicke in die Welt der Technik zu ermöglichen und nachhaltiges technisches Interesse zu wecken. 

Die drei Sächsischen Bezirksvereine vereinbaren sich mit dem Partner LJBW, dem Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e. V., diese Preisverleihung unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Kultusministeriums – eine Zusage aus dem Ministerium liegt bereits vor – gemeinsam vorzunehmen. Das Konzept hierzu ist mit den Vorständen der betroffenen Bezirksvereine abgestimmt und wird den Anwesenden vorgestellt.   

Resumee

  • Mit dieser gemeinsamen Aktivität tragen die Bezirksvereine Chemnitz, Dresden und Leipzig/Halle sowie der LJBW dazu bei, in Sachsen ein Klima der Motivation für MINT-Bildung für Kinder und Jugendliche zu schaffen.
  • VDE und LJBW stärken mit dieser Zusammenarbeit das Netzwerk für MINT-Bildung für Kinder und Jugendliche und damit auch die Nachwuchskräfteförderung.
  • VDE und LJBW erhöhen die Sichtbarkeit für die Engagierten in der MINT-Bildung für Kinder und Jugendliche in Sachsen und zeigen, dass ein Engagement in der Jugendarbeit für unsere Gesellschaft wichtig und auch öffentlich gewürdigt wird.

Und: Vielleicht kommen noch weitere Partner hinzu – die Bezirksvereine haben schon konkrete Pläne.

Robotik-Wettbewerbe

Robotik fasziniert viele Kinder und Jugendliche. Entsprechend groß sind auch Angebote und Wettbewerbe. Peter Ehrlich, Gymnasiallehrer am Franziskaneum in Meißen, berichtete über die Aktivitäten seine Mannschaft bei der Programmierung und Erprobung von Robotern und der erfolgreichen Teilnahme an der FIRST® LEGO® League, ein internationaler Robotik- und Innovationswettbewerb für 9–16-Jährige. Neben technischem Verständnis stehen hier insbesondere Teamarbeit und Problemlösungskompetenz im Fokus. Für den VDE ergibt sich daraus ein direkter Zugang zu hochmotiviertem MINT-Nachwuchs sowie eine geeignete Plattform zur Positionierung im MINT-Bereich. Uwe Baumbach aus dem BV Chemnitz ist ebenfalls mit Jugendlichen erfolgreich an Robotik-Wettbewerben beteiligt. Die Bezirksvereine sehen in einem Engagement (z. B. finanzielle Unterstützung, Coaching) in der Robotik als große Chance für den VDE:

  • Aufbau einer stabilen Nachwuchspipeline
  • Erhöhung von Reichweite und Sichtbarkeit durch gemeinsame Formate
  • Frühzeitige Bindung an technische Themen

Austausch und regionale Zusammenarbeit

ROM Klausurtagung_Friedenstisch

Historischer Tisch in der Kirche Altkötzschenbroda

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Neben den Fachvorträgen bot die Klausurtagung Raum für intensiven Austausch zwischen den Bezirksvereinen. Im Mittelpunkt standen dabei die Weiterentwicklung gemeinsamer Aktivitäten, die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit sowie die Ableitung konkreter Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung und -bindung.

Netzwerken

Gemeinsame Aktivitäten fördern bekanntlich den Zusammenhalt. Da kann ein kleiner Stadtrundgang durch den geschichtsträchtigen Ort unweit der sächsischen Hauptstadt Dresden nicht fehlen. Der rohe Tisch in einem Nebenraum der Kirche in Altkötzschenbroda ist historisch. Dort wurde 1645 die Urkunde zum Waffenstillstand zwischen Schweden und Sachsen unterzeichnet. Dieser Vertrag war u. a. eine Voraussetzung für den im Sommer 1648 geschlossenen Westfälischen Frieden, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Somit wurde auf diesem Tisch auch europäische Geschichte geschrieben.

Fazit

Die Klausurtagung der Region Ost-Mitte hat deutlich gezeigt, dass die zukünftige Entwicklung des VDE maßgeblich von zwei Faktoren abhängt: Einer klaren strategischen Positionierung in neuen Themenfeldern sowie einer systematischen und frühzeitigen Nachwuchsarbeit. Insbesondere die stärkere Vernetzung mit externen Partnern und die Fokussierung auf konkrete Mehrwerte für Mitglieder werden dabei entscheidend sein.

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