Wasserkraftwerk Horkheim_Bild 3
2012 Norbert Gilson
20.07.2020

Wasserkraftwerk Horkheim

Schleusenstraße 37, 74081 Heilbronn

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Das Wasserkraftwerk Horkheim wurde im Zuge der Neckarkanalisierung erbaut und 1929 in Betrieb genommen. Es gehört zu der großen Zahl von Wasserkraftwerken, die vorwiegend an den süddeutschen Flüssen (Donau, Lech, Iller, Inn, Main, Oberrhein oder Neckar) in den 1920er und 1930er Jahren errichtet wurden. Für die Gestaltung des Kraftwerksbaus im Stil der Moderne zeichnete Paul Bonatz verantwortlich, der als künstlerischer Leiter bei der Ausführungsplanung die Gewähr dafür bot, dass sich die Kraftwerksbauten verträglich in die Landschaft des romantischen Neckartals einfügten. 

Beschriftung


erbaut: 1927-29
Architekt: Paul Bonatz

Das Wasserkraftwerk (Fotos 1 bis 4) wurde von der Neckar AG im Zuge der Neckarkanalisierung zusammen mit der Schleuse Horkheim (Foto 5) im Schifffahrtskanal errichtet. Das zugehörige Stauwehr im Neckar liegt weiter südlich, kurz hinter der Verzweigung von Flusslauf und Kanal. Die drei Bauwerke bilden zusammen die Staustufe Horkheim.

Bauzeitlich wurde das Kraftwerk mit zwei Kaplan-Turbinen von Escher Wyss & Cie. ausgestattet. Die beiden vertikal auf die Kaplan-Turbinen aufgesetzten Drehstrom-Synchron-Generatoren mit einer Nennleistung von 3.000 kVA (cos phi = 0,7) und einer Nennspannung von 5.250 V wurden von der Berliner Bergmann Elektricitäts-Werke AG geliefert. Zur Zeit der Inbetriebnahme arbeiteten die Generatoren noch mit 5 kV direkt auf das Netz. Mit der Umstellung des Netzes auf 10 kV kamen zur Kupplung der Generatoren mit dem Netz zwei Freilufttransformatoren 5/10 kV zur Aufstellung.

Nach einer Erneuerung der Kraftwerksanlage in den 1970er Jahren verfügt das Kraftwerk heute über eine installierte Leistung von 4,3 MW und erzeugt damit jährlich rund 28,2 GWh elektrische Energie. Das im Eigentum der Neckar AG befindliche Kraftwerk liefert, ähnlich wie das Lauffener Wasserkraftwerk, seinen erzeugten Strom an die ZEAG Energie AG.
 
Informationsstand: 15.05.2015
Schlagworte: Elektrizitätserzeugung; Laufwasserkraftwerke; Stromerzeugung; Energie; Energy
Stichworte: Wasserkraftwerk Horkheim; Schleuse Horkheim; Paul Bonatz; Neckar AG; Neckarkanalisierung; Kaplan-Turbine; Escher, Wyss & Cie.; Bergmann Elektricitäts-Werke AG; Staustufe Horkheim; ZEAG Energie AG

Quelle(n)

  • Volker Rödel, Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland. Bd. 1. Alte Länder, Stuttgart 1992
  • Rainer Slotta, Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 2. Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung, Entsorgung, Bochum 1977
  • Fernanda De Maio, wasserwerke. Paul Bonatz: die Neckarstaustufen, Stuttgart 1999
  • EnBW Kraftwerke AG (Hrsg.), Die Wasserkraft am schiffbaren Neckar, Stuttgart [PDF-Datei, Download am 11.04.2014]


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