Fernmeldeturm Pollonius_Bild 1
2017 Norbert Gilson
25.02.2020

Fernmeldeturm Pollonius

Poll-Vingster-Straße 130-134, 51105 Köln

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Der zu Beginn der 1990er Jahre im Kölner Stadtteil Poll errichtete Fernmeldeturm vom Typ »FMT 15« repräsentiert die jüngste Generation von Typentürmen der Deutschen Bundespost. Zur Zeit seiner Inbetriebnahme war der Turm ein wichtiges Glied in der Erweiterung des Funktelefonnetzes.


Beschreibung


erbaut: 1990-92
Bauherr: Deutsche Bundespost
Statik / Konstruktion: Leonhardt, Andrä & Partner

Der zu Beginn der 190er Jahre inn Köln-Poll errichtete Fernmeldeturm vom Typ »FMT 15« gehört zu der jüngsten Generation der im Auftrag der Deutschen Bundespost von dem Stuttgarter Ingenieurbüro  Leonhardt, Andrä & Partner konzipierten Typenturmreihe »FMT 14« bis »FMT 16«. Diese Typentürme repräsentieren in der gesamten Baureihe der Typentürme (»FMT 1« bis »FMT 16«) eine mittlere Größe. Der »Pollonius«, dessen Name auf den großen Kölner Fernmeldeturm »Colonius« anspielt, hat eine Gesamthöhe von 115 m.

Der Stahlbetonturm ist auf dem in Köln anstehenden Kiesboden flach gegründet und auf einem 2,50 m hohen Stahlbetonfundament von 15,70 m Durchmesser errichtet. Der zylindrische Turmschaft ist 88,50 m hoch und verfügt auf der Oberseite über einen 2 m tiefen Köcher zur Aufnahme des Aufsatzmastes. Der Turmschaft ist durch eine Mittelwand in zwei Bereiche unterteilt, wobei der eine Teil als Aufzugsschacht, der andere als Treppenhaus dient. Vier Plattformen zwischen 57,54 m und 77,08 m Höhe stehen für die fernmeldetechnischen Ausrüstungen zur Verfügung. Die beiden unteren Plattformen sind mit Stahlprofilen und einer doppelschaligen wärmegedämmten Aluminiumfassade zur Betriebskanzel geschlossen. Die beiden oberen Plattformen sind mit Einbauteilen und einer Trägerrostkonstruktion zur Aufnahme von Richtfunkantennen gestaltet.

Als Schalungssystem für den Bau des Turmschaftes kam eine selbstkletternde runde Schalung zur Anwendung. Die Schalung wurde durch einen im Turmfundament verankerten Lot-Laser ausgerichtet und in größeren Zeitabständen durch Kontrollmessungen von externen Festpunkten aus kontrolliert. Der auf die Spitze des Turmschaftes aufgesetzte 28,50 m lange Spannbeton-Aufsatzmast wurde aus drei fertig angelieferten Teilstücken montiert. Die Einzelteile wurden von einem 600-t-Autokran mit 120 m Hakenhöhe an ihre Einbauposition gehoben und dort untereinander kraftschlüssig verschraubt.

Der Fernmeldeturm in Poll erfüllt hauptsächlich Aufgaben im Funktelefonverkehr, außerdem wird über die UKW-Antenne das Hörfunkprogramm von Radio Berg für das Stadtgebiet von Bergisch Gladbach ausgestrahlt.
 
Informationsstand: 09.08.2017
Schlagworte: Sendeanlagen; Informations- und Kommunikationstechnik (IKT); Nachrichten- und Kommunikationstechnik; Fernseh- / Fernmeldetürme
Stichworte: Leonhardt, Andrä & Partner; Deutsche Bundespost; Köln; Poll; Fernmeldeturm; FMT 15; Typenturm; Pollonius; Stahlbetonturm; Stahlbetonfundament; Turmschaft; Aufsatzmast; Aufzugsschacht; Treppenhaus; Plattform; Fernmeldetechnik; Stahlprofil; Aluminiumfassade; Betriebskanzel; Richtfunkantenne; Schalungssystem; selbstkletternde Schalung; Lot-Laser; Spannbetonmast; Funktelefonverkehr; UKW-Antenne; Hörfunkprogramm; Radio Berg; Bergisch Gladbach

Quelle(n)

  • Jürgen Peters, 115 m hoher Fernmeldeturm erweitert Funktelefonnetz; in: Züblin-Rundschau, 1991, Heft 23, S. 24-25
  • structurae.de/bauwerke/fernmeldeturm-koeln-poll (abgerufen am 26.07.2017)


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