Umspannwerk Heinitz_Bild 1
2011 Norbert Gilson
30.09.2020

Umspannwerk Heinitz

Friedrichsthaler Straße 55, 66540  Neunkirchen (Saar)

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Das vermutlich 1937 als Innenraumanlage erbaute Umspannwerk Heinitz, das seinen Namen in Anlehnung an die nahegelegene Steinkohlengrube Heinitz trägt, entstand in Zusammenhang mit dem Aufbau der saarländischen 35-kV-Ringleitung in der Mitte der 1930er Jahre und markiert - zusammen mit sieben weiteren Umspannwerken dieser Art - einen wichtigen Entwicklungsabschnitt der saarländischen Elektrizitätsversorgung.

Beschreibung


erbaut: vermutl. 1937
Bauherr: Vereinigte Saar-Elektrizitäts-AG (VSE)

1937 wurde die Stromerzeugung in der Gasmaschinenzentrale (Kraftwerk) Heinitz eingestellt. Die Anlage wurde zur Verdichterstation für das Kokereigas umgerüstet, das nun in das Gasnetz der Saar-Ferngas AG eingespeist wurde. Die dazu aufgestellten Elektrokompressoren erhielten ihren Strom aus dem Überlandnetz der Vereinigten Saar-Elektrizitäts-AG (VSE). Die VSE errichtete zu dieser Zeit, ausgehend von ihren Kraftwerken Wehrden und Fenne (beides Ortsteile von Völklingen) und dem zentralen Umspannwerk in Geislautern, Teilstücke einer geplanten 35-kV-Ringleitung, von denen eines über St. Ingbert bis nach Heinitz und weiter nach St. Wendel führte.

Vermutlich entstand damals die auf den Fotos gezeigte, nur wenige hundert Meter von der Grube Heinitz entfernt gelegene Innenraumanlage als 35/10-kV-Umspannwerk, von der aus der Anschluss der ehemaligen Gasmaschinenzentrale aus erfolgte. Das Bauwerk erscheint nach außen als schmuckloser Backsteinbau mit Walmdach. Anfang der 1940er Jahre entstand neben der Innenraumanlage ein neues 110/35-kV-Umspannwerk, das heute noch in Betrieb ist.
 
Informationsstand: 04.07.2013
Schlagworte: Elektrizitätsübertragung / -verteilung; Umspannwerk / Umspannanlage
Stichworte: Vereinigte Saar-Elektrizitäts-AG; VSE; Stromerzeugung; Gasmaschinenzentrale Heinitz; Kokereigas; Gasnetz; Saar-Ferngas AG; Elektrokompressor; Überlandnetz; Kraftwerk Wehrden; Kraftwerk Fenne; Umspannwerk Geislautern; 35-kV-Ringleitung; Innenraumanlage; 35/10-kV-Umspannwerk; Backsteinbau; Walmdach; 110/35-kV-Umspannwerk

 
Quelle(n)

  • Thomas Herzig, Geschichte der Elektrizitätsversorgung des Saarlandes unter besonderer Berücksichtigung der Vereinigten Saar-Elektrizitäts-AG. Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des Saarlandes, (Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung, Bd. XVII), Saarbrücken 1987
  • Menge, Die Eingliederung der Saar in die deutsche Elektrizitätswirtschaft; in: Elektrizitätswirtschaft 34(1935), Heft 27, S. 604-610

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