(Frankfurt am Main, 16.07.2026) Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) werden massenhaft genutzt und bislang ist kein Ende dieses Trends abzusehen. Hoch-performante Rechenzentren, sogenannte AI-Data-Centers kurz (AI-DC), sind notwendig, um bei diesem weltweiten Trend Schritt zu halten und wirtschaftlich kompetitiv zu bleiben. Der Ausbau elektrischer Netze für diese Rechenzentren ist jedoch teuer, die Anforderungen an Netzstabilität und Resilienz wachsen, nicht zuletzt, weil sich die Lastprofile während des Trainings auf der einen und der Inferenz, also der Anwendung trainierter Modelle, auf der anderen Seite stark voneinander unterscheiden.
„Diese Unterschiede erfordern eine Analyse des Energie- und Leistungsbedarfs im transienten Energiebezug, um dann Mechanismen anzuwenden, mit denen man Lastspitzen effizient ausgleichen kann“, erklärt Damian Dudek, Geschäftsführer der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ITG) und Mitautor einer aktuellen Kurzinformation zum Thema.
Die Kurzinformation, welche die VDE ITG gemeinsam mit der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ETG) herausgibt, schildert konkrete Lösungen, um Schwankungen im Energiebezug zu managen. „Herkömmliche Energieverteilungssysteme, basierend auf 48V Spannung, stoßen bei den hohen Leistungsstufen moderner AI-DC-Racks an ihre Grenzen erklärt Prof. Dr.-Ing. Gerd Griepentrog vom Fachgebiet für Leistungselektronik und Antriebsregelung an der TU Darmstadt, einer der Mitautoren. „Der Wechsel zu einer 800V-Gleichstromverteilung reduziert Leistungsverluste und den Kupferbedarf deutlich.“ Ein zentraler Baustein sind dabei DC/DC-Wandler, welche die Spannung von 800V auf 48V heruntersetzen und so die Kompatibilität mit bestehenden Systemen gewährleisten. „Aktuell erreichen diese Wandler einen Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent und liefern eine präzise 48V-Ausgangsspannung“, so Griepentrog weiter. „In der Forschung arbeitet man daran, die Anzahl der Wandlungsstufen zu reduzieren, um die Effizienz weiter zu steigern.“