Dr. Thomas Becks

Dr. Thomas Becks, Geschäftsführer der VDE DGBMT

| privat
28.04.2026 Pressemitteilung

Medizintechnik: Wie wird Deutschland führend bei Künstlicher Intelligenz?

Deutschland kann beim Thema KI in der Medizintechnik führend werden – wenn jetzt die Weichen gestellt werden. Wie diese aussehen, darüber diskutiert Dr. Thomas Becks, Geschäftsführer der VDE DGBMT auf der MedtecLIVE mit Caroline Reßing vom Fraunhofer IMS und Prof. Dr. Michael Bortz vom Fraunhofer ITWM.

(Frankfurt am Main, 28. April 2026) Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem zentralen Innovationstreiber der Medizintechnik. KI-gestützte Systeme verbessern die Bildanalyse, unterstützen klinische Entscheidungen, ermöglichen kontinuierliches Monitoring und steigern durch Automatisierung und robotische Assistenz die Präzision medizintechnischer Anwendungen. Doch allzu oft bleiben hierzulande vielversprechende Entwicklungen im Forschungsstadium und erreichen nie – oder zu spät – Marktreife, hat Dr. Thomas Becks, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (VDE DGBMT) beobachtet. Er ist der Überzeugung: „Deutschland kann führend in Sachen KI in der biomedizinischen Technik werden – wenn wir es richtig anfangen.“ Was dafür nötig ist, darüber diskutiert er am 7. Mai auf der MedtecLIVE in der Messe Stuttgart mit Caroline Reßing vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) und Prof. Dr. Michael Bortz vom Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM).

Mehr Mut, mehr Zusammenarbeit

Als Geschäftsführer der VDE Fachgesellschaft für Biomedizinische Technik ist Thomas Becks mit zahlreichen Branchenvertretern eng vernetzt und besucht zahlreiche Veranstaltungen. „Dabei sehe ich immer wieder, dass KI in der biomedizinischen Technik keine spinnerte Idee mehr ist. Aber vieles bleibt in der Phase der Invention stecken – und erreicht nie die Phase der Implementation.“ Das liege zum einen an den hohen Kosten. „Um eine künstliche Intelligenz zu trainieren, benötigen Sie viele Tausend Trainingsdaten“, sagt Becks. Diese müssen im Allgemeinen von Medizinerinnen und Medizinern mit Zusatzinformationen versehen worden sein. Hier würde er sich – auch von den Unternehmen der Branche – mehr Mut zum Risiko wünschen. Aber auch die Zulassungsprozesse könnten seiner Meinung nach besser gestaltet werden: „Zulassungsprozesse und -kriterien für neue, innovative Medizinprodukte mit KI sollten schon vor Beginn der Produktentwicklung vorliegen. Grundlegende Anforderungen sollten bereits in der Forschung berücksichtigt werden. Das stärkt Anschlussfähigkeit und Innovationssicherheit.“

Ein besonderes Anliegen ist Thomas Becks aber auch die Zusammenarbeit über Organisations- und Fachgrenzen hinweg. „Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir unser Domänenwissen über Organisationsgrenzen hinweg zusammenführen. Nur so kommen wir von wissenschaftlich interessanten Proof-of-Concepts zu Produkten für die klinische Anwendung“, sagt er. Und: „Medizin, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Rechtswissenschaft und Mathematik müssen interdisziplinär und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um zentrale Innovationshürden zu identifizieren und nachhaltig zu überwinden.“

Interdisziplinäre Diskussion auf MedtecLIVE

Passend dazu kommen auch der Experte und die Expertin, mit denen Thomas Becks bei der MedtecLIVE auf der Bühne stehen wird, aus unterschiedlichen Bereichen: Prof. Dr. Michael Bortz ist Abteilungsleiter Optimierung – Technische Prozesse“ und stellvertretender Bereichsleiter „Optimierung“ am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) in Kaiserslautern und schaut eher aus einer mathematischen Sicht auf das Thema – er unterstützt bei der richtigen Nutzung von KI und Machine Learning, während Caroline Reßing am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) in Duisburg zu nicht-invasiver Healthcare und Embedded-KI forscht.

Die MedtecLIVE 2026 findet vom 5. bis zum 7. Mai 2026 in der Messe Stuttgart statt. Die Session „Künstliche Intelligenz in der Medizintechnik: Potenziale und Herausforderungen“ startet am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 12 Uhr im Forum (3-520).


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01.01.2026 Frankfurt a.M.

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Über die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE DGBMT) 

Die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE DGBMT) ist die wissenschaftlich-technische Fachgesellschaft für Medizintechnik in Deutschland. Sie wurde 1961 in Frankfurt am Main gegründet.  

Die DGBMT im VDE vernetzt Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Technikanwendungen in der Medizin und bearbeitet das gesamte Themenspektrum der Biomedizinischen Technik. Sie veranstaltet Tagungen und Workshops für Fachpublikum und ist Trägerin von zwei internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften: Biomedical Engineering / Biomedizinische Technik und Current Directions in Biomedical Engineering des Verlags Walter de Gruyter. Positionspapiere, Stellungnahmen und Expertenbeiträge beleuchten unabhängig und neutral aktuelle Themen. Außerdem verleiht die DGBMT Förderpreise für wissenschaftlichen Nachwuchs, für wissenschaftliche Exzellenz und Innovationen und für Patientensicherheit in der Biomedizintechnik. Nicht zuletzt vertritt sie die deutsche Biomedizinische Technik in internationalen Gremien. 

Mehr Informationen unter www.vde.com/dgbmt  

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