Leuchtend neongelber Häkchen bestätigt digitale Daten auf futuristischer Leiterplatte.
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04.03.2026 Fachinformation

KI und Qualität

Qualität in KI Anwendungen ist kein „Nice-to-have“, sondern die Grundlage für verantwortungsvolle Innovation. Sie entscheidet darüber, ob KI Systeme im beruflichen, geschäftlichen und privaten Alltag unterstützen, effizienter machen und Vertrauen schaffen – oder ob sie Risiken, Verzerrungen und Unsicherheiten verstärken. Im Folgenden wird aufgezeigt, was Qualität in Bezug auf KI Anwendungen meint.

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Was ist KI-Qualität?

KI‑Qualität beschreibt den Grad, in dem ein KI‑System zuverlässig, sicher, fair und im Einklang mit fachlichen, ethischen und regulatorischen Anforderungen funktioniert. Es geht also nicht nur um technische Leistungsfähigkeit, sondern darum, ob eine KI vertrauenswürdig, robust und verantwortungsvoll einsetzbar ist.

Doch welche konkreten Themenbereiche sollten bei der Qualität von KI-System überhaupt betrachtet werden?

Verlässlichkeit

Unter das Thema Verlässlichkeit fallen beispielsweise die Genauigkeit und Leistung des KI-Systems. Hier steht die Frage im Raum, ob korrekte und reproduzierbare Ergebnisse geliefert werden. Ziel ist es, dass die KI-Ergebnisse richtig sind im Vergleich zu einer bekannten Wahrheit oder zu einem definierten Ziel. Die Robustheit beschreibt ergänzend, inwieweit die KI auch bei leicht veränderten oder unvollständigen Daten zuverlässig funktioniert. Die KI-Anwendung sollte auch bei Störungen, ungewöhnliche Eingaben oder Datenrauschen sinnvolle Ergebnisse liefern oder kontrolliert abbrechen und darüber informieren. Rückfallpläne und funktionale Sicherheit schließlich zeigen auf, was in Störfällen (alternativ) geschieht und inwieweit diese Auswirkungen unwiderruflich sind.

Datenqualität und -schutz sowie Daten Governance

Im Bereich von Datenqualität und -schutz sowie Daten Governance ist einerseits die Repräsentativität von Interesse. Hier stellt sich die Frage ob die Trainingsdaten vollständig genug sind, um Verzerrungen zu vermeiden. Die transparente Herkunft beschreibt, woher die Daten zum Training der KI stammen und ob sie verantwortungsvoll erhoben wurden. Im Bereich der Datenqualität kann ebenfalls deren Aktualität und Korrektheit untersucht werden. Dazu zählt, ob die Trainingsdaten sauber, aktuell und konsistent sind. Hierbei ist neben den rohen Daten auch die Qualität der Labels sowohl von Trainings- als auch von Testdaten von herausragender Bedeutung und es sollten nicht nur klar definierte Guidelines existieren, sondern auch auf Methoden wie das redundante Multi-Labeling zurückgegriffen werden.

Der Schutz personenbezogener und proprietärer Daten: es ist insbesondere wichtig, dass eine Sicherung sensibler, unternehmenseigener Informationen, die nicht öffentlich zugänglich sind und einen Wettbewerbsvorteil darstellen, erfolgt. Gleichfalls wichtig ist der Schutz natürlicher Personen und hier insbesondere ihre Identifizierbarkeit, wie sie beispielsweise bei der Bildverarbeitung passieren könnte. Daten Governance beschreibt, inwiefern ein strategisches Rahmenwerk aus Regeln, Prozessen, Rollen und Richtlinien existiert, dass die Verfügbarkeit, Qualität, Integrität und Sicherheit von Daten über deren gesamten Lebenszyklus sicherstellt.

Transparenz

Im Themenfeld Transparenz sind sowohl die Rückverfolgbarkeit und Dokumentation sowie die Erklärbar- und Interpretierbarkeit von Interesse. Rückverfolgbarkeit und Dokumentation vertiefen die Fragestellungen bzgl. des Lebenszyklus der Daten aus dem bereits genannten Themenbereich Daten Governance. Die KI-Ergebnisse müssen schließlich nachvollziehbar sein und es sollte sich erklären lassen, wie die KI-Anwendung zu Ergebnissen kommt. Mehr zu Transparenz (für Hochrisiko-KI).

KI-spezifische Cybersicherheit

Die allgemeine KI-spezifische Cybersicherheit und die Widerstandsfähigkeit gegen KI-spezifische Angriffe beschreibt, inwieweit das KI-System vor Manipulation, Angriffen oder Missbrauch geschützt ist. Technische, organisatorische und rechtliche Schutzmaßnahmen sind für KI-Systeme zwingend erforderlich, um absichtlichen Missbrauch und unabsichtliche Datenpannen zu verhindern. 

Nicht-Diskriminierung

Der Bereich der Nicht-Diskriminierung ist aus Qualitätsperspektive relevant, so dass ungerechtfertigte Diskriminierung und Verzerrung ausgeschlossen sind. Die KI-Anwendung darf keine bestimmten Gruppen mittelbar oder unmittelbar benachteiligen. Hier sind inhaltliche Querverweise zu den Bereichen Verlässlichkeit und Datenqualität angesiedelt. Denn nur wenn hochwertige Daten für das Training einer KI-Anwendung genutzt werden, kann auch das Ergebnis entsprechend ausfallen.

Menschliche Aufsicht und Kontrolle

Der Themenkomplex menschliche Aufsicht und Kontrolle umfasst die Aspekte menschliche Handlungsfähigkeit und menschliche Aufsicht. So muss der Mensch die volle Kontrolle über die KI behalten, die KI-Entscheidungen nachvollziehen können und darf nicht durch die Technologie manipuliert werden. Oberste Maxime ist, dass der Mensch souverän entscheidet, ob und wie eine KI eingesetzt wird, und er ebenso die Möglichkeit behält, in den Prozess einzugreifen. Der Mensch muss KI-Systeme während ihrer Nutzung kontrollieren, überwachen und bei Bedarf eingreifen können. Das Ziel ist die Vermeidung von Schäden, Diskriminierung oder Fehlfunktionen, realisiert durch menschliche Überwachung, Validierung und Überprüfung von KI-Entscheidungen. Mehr zu menschlicher Aufsicht (für Hochrisiko-KI)

KI-Qualität bewerten

Qualität insgesamt über alle genannten Themenbereiche hinweg ist die Grundlage für sichere, faire, verlässliche und wirtschaftlich sinnvolle KI-Anwendungen. Je höher die Qualität von Daten, Modellen und Prozessen, desto größer der Nutzen – und desto niedriger das Risiko. KI‑Qualität bedeutet, dass eine KI fachlich korrekt, sicher, fair, robust sowie regelkonform arbeitet und dass ihre Ergebnisse für Menschen nachvollziehbar und vertrauenswürdig bleiben.

Genau diese Qualität von KI-Anwendungen lässt sich klar strukturiert und nachvollziehbar bewerten, mittels des freiwilligen deutschen Qualitätsstandards für Niedrig-Risiko KI-Anwendungen. Der KI-Qualitätsstandard wurde auf Betreiben des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung unter Beteiligung des VDE entwickelt. So können Unternehmen auf standardisierte, klare und verständliche Weise die Sicherheit und Verlässlichkeit ihrer KI-Anwendungen darstellen und damit Vertrauen bei ihren Kunden erzeugen. So gelingt es, sich als verlässlicher Partner in einem zunehmend regulierten und wettbewerbsintensiven Umfeld zu positionieren.

Wir unterstützen Sie bei der Bewertung gemäß dem freiwilligen, deutschen Qualitätsstandard für Niedrig-Risiko KI-Anwendungen. Hier erfahren Sie mehr zu unserem Angebot.

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