Promotionspreis 2020 (1)

Dr.-Ing. Markus Lindemann; Prof. Dr. Martin R.Hofmann; Dr.-Ing. Ralf Berker; Prof. Dr.-Ing. Christian Rehtanz

| VDE Rhein-Ruhr
02.12.2020

Promotionspreis 2020

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VDE-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen
Promotionspreis 2020 - 2

Dr.-Ing. Ralf Berker; Dr.-Ing. Markus Lindemann; Prof. Dr. Martin R. Hofmann; Prof.Dr.-Ing. Christian Rehtanz

| VDE Rhein-Ruhr

Der diesjährige Förderpreis für herausragende Arbeit wurde am 10.11.2020 an der Ruhr-Universität in Bochum übergeben.

Trotz Corona hielt die VDE Landesvertretung NRW auch in diesem Jahr - wenn auch mit den aktuellen vorgegebenen Einschränkungen - an seiner zur Tradition gewordenen jährlichen Preisverleihung für besondere Promotionsleistungen in den Bereichen der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik bzw. Informatik und ergänzender Technologien und Wissenschaften der Universitäten und Hochschulen Aachen, Bochum, Duisburg, Dortmund, Hagen, Paderborn, Siegen und Wuppertal fest.

Der diesjährige VDE Promotionspreis, dotiert mit 3.000 Euro, wurde an Dr.-Ing. Markus Lindemann für seine Dissertation „Ultraschnelle Spin-Laser für die nächste Generation der optischen Datenübertragung“
in kleinem Kreis in einem Festakt an der Ruhr Universität Bochum (RUB) übergeben - im Gebäude wurden natürlich konsequent Masken getragen!
Der Festakt wurde per Videoübertragung von fast 50 interessierten Zuhörern und Zuschauern verfolgt.
Die sieben VDE Bezirksvereine des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen haben sich im Jahr 2000 im Rahmen einer Kooperation zu einer gemeinsamen Landesvertretung NRW zusammengeschlossen mit dem Ziel, den VDE und die VDE Bezirksvereine NRW gegenüber der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen sowie gegenüber anderen landesweit tätigen Institutionen zu vertreten und ihre technisch-wissenschaftliche Kompetenz zur Verfügung zu stellen. Mit über 8.000 persönlichen und korporativen Mitgliedern ist sie die größte Landesvertretung in Deutschland.

Nach der Ausschreibung des Preises - sie erfolgt jährlich zu Beginn des Wintersemesters - werden Vorschläge vom jeweiligen Dekan der acht Hochschulen unter Berücksichtigung festgelegter Kriterien eingereicht. So sollen die eingereichten Dissertationen z.B. mit „Mit Auszeichnung“ bewertet worden sein und weitere Bewerbungen bei anderen Verbänden oder der Industrie ausgeschlossen sein.
Neben der wissenschaftlichen Originalität und dem Innovationswert der eingereichten Arbeit wird auch die Anwendbarkeit bzw. die Relevanz der Ergebnisse für das Land NRW geprüft und bewertet.

Das Auswahlgremium unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Christian Rehtanz, bestehend aus Fachvertretern der ITG, ETG, GMM, GMA, DGBMT sowie Verbindungsdozenten der Universitäten und Hochschulen, trifft die Entscheidung zur Preisvergabe.

Prof. Dr. Martin R. Hofmann, Lehrstuhlinhaber für Photonik und Terahertztechnologie an der RUB und Doktorvater des Preisträgers, moderierte den Festakt. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Andreas Ostendorf, Prorektor für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Markus Brakmann vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW und dem anschließenden Festvortrag mit dem Thema „Kleiner, schneller, smarter: Aktuelle Entwicklungen und Anwendungsperspektiven von Mikro- und Nanolasern“ von Prof. Dr. Stephan Reitzenstein vom Institut für Festkörperphysik der TU Berlin, übernahm Dr.-Ing. Ralf Berker, Sprecher der VDE Landesvertretung NRW das Wort.

In seiner wie immer mit Leidenschaft geführten Rede unterstrich er die Bedeutung des VDE und verwies u.a. auf die Wurzeln seiner gemeinnützigen Tätigkeit: die Förderung von Wissenschaft und Technik sowie deren Vermittlung an die Gesellschaft, die von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern in den Bezirksvereinen unterstützt wird.

Anschließend überreichte Ralf Berker gemeinsam mit Prof. Rehtanz den VDE-Promotionspreis an Markus Lindemann, der danach die Gelegenheit nutzte, seine Dissertation in einem Vortrag ausführlich vorzustellen.

Die Realisierung des Spin-Lasers ermöglicht eine um ein vielfaches gesteigerte Datenrate bei einem um eine Größenordnung geringeren Energieverbrauch als bei aktuell verwendeter Technik. Dies kann die Lösung für dringende Bandbreitenerhöhungen sein, welche im Rahmen der Digitalisierung nötig sind. Außerdem wirkt es dem immer weiter steigenden Energiehunger der Rechenzentren entgegen, für die beispielsweise allein in den USA etwa 50 Großkraftwerke betrieben werden. Die Realisierung des Spin-Lasers trägt somit zur Lösung wichtiger Herausforderungen der nächsten Zeit bei. Damit die Umsetzung des in der Publikation in Nature vorgestellten ultraschnellen und energieeffizienten Spin-Lasers unter realistischen Bedingungen, insbesondere bei Raumtemperatur, durchgeführt werden kann, schlägt Herr Lindemann im letzten Teil seiner Dissertation ein neues Konzept vor, das von der Ruhr-Universität Bochum sowohl national als auch weltweit zum Patent angemeldet wurde. Dieses Patent bringt eine Nutzung des ultraschnellen Spin-Lasers bei Raumtemperatur in greifbare Reichweite und bildet die Basis für aktuelle Planungen zur schrittweisen Realisierung des Konzepts. Darauf aufbauende Forschungs- und Entwicklungsprojekte, zum Teil unter Beteiligung führender Unternehmen im Bereich der Kommunikationstechnik, sind in Vorbereitung. (Quelle: Markus Lindemann)

Die Veröffentlichungen in einschlägigen Fachzeitschriften, insbesondere im Fachjournal Nature, zeigen das hohe internationale Interesse an seiner Arbeit.
Auf den sonst üblichen musikalischen Rahmen musste leider verzichtet werden, ebenso der obligatorische Empfang im Anschluss an die Preisverleihung, der von den Teilnehmern gerne zum regen Gedankenaustausch genutzt wurde. Trotzdem war es eine gelungene Veranstaltung, die zeigte, dass die VDE Landesvertretung NRW auch in Krisenzeiten absolut handlungsfähig ist.

Danke an die Organisatoren für die interessante und beispielgebende Veranstaltung!

Siegbert Kmetz
VDE Köln

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