Gebäude mit Blitzschutzsystem

Äußerer und Innerer Blitzschutz für ein Wohngebäude

| VDE|ABB
25.10.2019 Fachinformation 28937 0 TOP

Blitzschutzsystem: Das müssen Sie wissen

Blitzschutzsysteme schützen Personen, Gebäude und Technik vor den schädlichen Auswirkungen von Blitzen. Damit sie ihre Schutzfunktion erfüllen können, ist eine abgestimmte Planung der einzelnen Maßnahmen unter Berücksichtigung der baulichen Gegebenheiten notwendig.

Hier finden Sie wichtige Informationen zu Blitzschutzsystemen.

Inhalt

  • Warnhinweis Blitzschutz für Bauten mit CFK verstärktem Beton
  • Die Blitzschutz-Normenreihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305) VDE-Information Blitzschutz 1.1
  • Trennungsabstände in Gebäuden mit Stahlbewehrung oder Schirmung
  • Prüfung und Wartung von Blitzschutzsystemen

Warnhinweis Blitzschutz für Bauten mit CFK verstärktem Beton

„Carbonbeton“ (CFK verstärkter Beton) ist ein Baustoff, in dem die sonst übliche Armierung aus Stahl durch einen Kohlefaserwerkstoff (CFK) ersetzt wird. Untersuchungen in Blitzstromlaboren zeigten, dass bereits geringe Blitzstoßströme gravierende Schäden an der CFK-Armierung verursachen können. Diese Schäden sind auch bei 50-Hz-Fehler- und Ausgleichsströmen aufgetreten. Der VDE empfiehlt deshalb, möglichst keine Blitzteilströme in CFK-Armierungen einzuleiten.

Mit CFK verstärktem Beton wurde ein Baustoff eingeführt, der eine hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit besitzt und geringere Betonüberdeckungen und damit schlankere Konstruktionen ermöglicht.
CFK verstärkter Beton ist ein Materialverbund aus harzgetränkten, heißverpressten Kohlefasern (CFK) und Hochleistungsbeton. Das CFK ersetzt in Stab- oder Mattenform die herkömmlichen Stahlbewehrungen.

Untersuchungen einzelner CFK-Stäbe in Blitzstromlaboren zeigten, dass Beschädigungen an den CFK-Stäben bereits bei geringen Blitzstoßströmen auftraten. Mit steigender Stoßstrombelastung nahmen diese Schäden zu; bei 25 kA (10/350) wurde der Stab völlig zerstört.
Es besteht daher Grund zu der Annahme, dass bereits bei geringen Blitzteilströmen auftretende Beschädigungen an der CFK Struktur die mechanische Festigkeit von CFK verstärktem Beton verringern und seine statische Festigkeit beeinflussen könnten.
Die aus Sicht des Blitzschutzes unzureichende Stromtragfähigkeit von CFK-Stäben wird physikalisch in der ca. 1000-fach geringeren Leitfähigkeit gegenüber Stahl und dem speziellen Aufbau der CFK-Harzmatrix begründet, die zu einer großen Verlustleistung im Stab führen.

In einer weiteren Untersuchung wurde CFK verstärkter Beton 50-Hz-Fehler- und Ausgleichsströmen ausgesetzt. Auch hier erfolgten irreversible Beschädigungen der CFK-Bewehrung bereits bei sehr geringen Belastungen von einigen 10 A (1 s).

Es wird deshalb empfohlen, CFK-Armierungen möglichst nicht mit dem Blitzschutzsystem zu verbinden und Konstruktionen aus CFK verstärktem Beton durch ein getrenntes Blitzschutzsystem zu schützen. Ansonsten sind mehrfache Verbindungen der CFK-Armierung mit dem Blitzschutzsystem so vorzunehmen, dass allenfalls sehr geringe Blitzteilströme in die CFK-Armierung gelangen können.
In jedem Fall ist eine frühzeitige, bauspezifische Planung des Blitzschutzsystems notwendig.

  

Literatur: R. Brocke, S. Seger: Blitzschutz für Hochbauten mit CFK verstärktem Beton. VDE-Fachbericht 76: 13. VDE-Blitzschutztagung (2019), S. 66-70 

Download: www.vde.com/blitzschutz-carbonbeton (25.10.2019)

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Warnhinweis Blitzschutz für Bauten mit CFK verstärktem Beton

VDE
Veröffentlichungsdatum 25.10.2019
PDF: 134 KB

Die Blitzschutz-Normenreihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305)

Wie ist die Normenreihe aufgebaut? Was sind die wesentlichen Inhalte?

In 2006 wurden erstmals international gültige IEC-Standards zum Blitzschutz veröffentlicht: IEC 62305-1 ... -4. Nahezu gleichzeitig traten sie als europäische Blitzschutz-Normen EN 62305-1 ... -4 in Kraft. Diese Normen wurden in Deutschland als DIN EN 62305-1 ... -4 (VDE 0185-305-1 …-4) veröffentlicht. Sie ersetzten die zu diesem Zeitpunkt gültigen Vornormen VDE V 0185-1 ... -4 aus 2002. In 2011 erfolgte eine Aktualisierung der Normenreihe DIN EN 60305 (Teil 2 in 2013).

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In 2006 wurden erstmals international gültige IEC-Standards zum Blitzschutz veröffentlicht: IEC 62305-1 ... -4. Nahezu gleichzeitig traten sie als europäische Blitzschutz-Normen EN 62305-1 ... -4 in Kraft. Diese Normen wurden in Deutschland als DIN EN 62305-1 ... -4 (VDE 0185-305-1 …-4) veröffentlicht. Sie ersetzten die zu diesem Zeitpunkt gültigen Vornormen VDE V 0185-1 ... -4 aus 2002. In 2011 erfolgte eine Aktualisierung der Normenreihe DIN EN 60305 (Teil 2 in 2013).

Die Normenreihe Blitzschutz besteht aus zwei allgemein gültigen Teilen gefolgt von den eigentlichen Schutznormen:

  • DIN EN 62305-1 Blitzschutz Teil 1: Allgemeine Grundsätze
  • DIN EN 62305-2 Blitzschutz Teil 2: Risiko-Management
  • DIN EN 62305-3 Blitzschutz Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen
  • DIN EN 62305-4 Blitzschutz Teil 4: Elektrische und elektronische Systeme in baulichen Anlagen

Ergänzend gab das deutsche Normenkomitee DKE K251 Beiblätter mit zusätzlichen Informationen heraus.

Damit beschreibt diese Normenreihe ein Gesamtkonzept zum Blitzschutz:

  • Gefährdungen: direkte und indirekte Blitzeinschläge, Strom und Magnetfeld des Blitzes
  • Schadensursachen: Schritt- und Berührungsspannungen, gefährliche Funkenbildung, Feuer, Explosion, mechanische und chemische Wirkungen, Überspannungen
  • zu schützende Objekte: Gebäude, Personen, elektrische und elektronische Anlagen, und
  • Schutzmaßnahmen: Fangeinrichtungen, Ableitungen, Erdungsanlagen, Potentialausgleichsmaßnahmen, Überspannungsschutzgeräte, räumliche Schirmung, Leitungsführung und -schirmung.
Blitzmessung: Haupt- und Folgeentladungen

Teil 1: Allgemeine Grundsätze

DIN EN 62305-1 (VDE 185-305-1) enthält Informationen über die Gefährdung durch den Blitz, über die Blitzkenndaten und die daraus abgeleiteten Parameter zur Simulation von Blitzwirkungen. Der Teil gibt einen Überblick über die gesamte Normenreihe und erläutert die Vorgehensweise und die Schutzprinzipien, die den folgenden Teilen zugrunde liegen.

Blitzmessung: Haupt- und Folgeentladungen

DIN EN 62305-1 (VDE 185-305-1) enthält Informationen über die Gefährdung durch den Blitz, über die Blitzkenndaten und die daraus abgeleiteten Parameter zur Simulation von Blitzwirkungen. Der Teil gibt einen Überblick über die gesamte Normenreihe und erläutert die Vorgehensweise und die Schutzprinzipien, die den folgenden Teilen zugrunde liegen.

Zu Beginn sind die Definitionen für wesentlichen Begriffe zum Blitzschutz aufgeführt z. B.

  • Blitzschutzsystem und dessen Schutzklasse
  • Äußeres Blitzschutzsystem mit Fangeinrichtungen, Ableitungen und Erdungsanlage
  • Inneres Blitzschutzsystem mit Blitzschutz-Potenzialausgleich und Trennungsabstand
  • Blitzschutzzone
  • Schadensrisiko

Dieser Teil gibt weiterhin einen ersten Überblick über das Risiko-Management in Teil 2.

Risikoanalyse und Risikomanagement werden auch im Blitzschutz angewendet.

Teil 2: Risiko-Management

Risiko ist im technischen Umfeld definiert als eine Kombination aus Eintrittshäufigkeit (Eintrittswahrscheinlichkeit) und Ereignisschwere (Schadensausmaß).

Für die jeweilige Anwendung wird ein akzeptierbares Risiko definiert. Wenn in der Anwendung ein Risiko geringer als das akzeptierbare Risiko auftritt, so ist diese Anwendung "sicher", ansonsten "gefährlich".

Risikoanalyse und Risikomanagement werden auch im Blitzschutz angewendet.

Risiko ist im technischen Umfeld definiert als eine Kombination aus Eintrittshäufigkeit (Eintrittswahrscheinlichkeit) und Ereignisschwere (Schadensausmaß).

Für die jeweilige Anwendung wird ein akzeptierbares Risiko definiert. Wenn in der Anwendung ein Risiko geringer als das akzeptierbare Risiko auftritt, so ist diese Anwendung "sicher", ansonsten "gefährlich".

Das Risiko-Management im Blitzschutz funktioniert wie in anderen Technik-Bereichen:

  • Risikoanalyse: Identifikation und Quantifizieren von Risiken hervorgerufen durch Blitze
  • Risikomanagement: Bewerten der festgestellten Risiken, Festlegen zusätzlicher Schutzmaßnahmen, die das Risiko verändern, erneute Risikobewertung, bis alle einzelnen Risiken geringer sind als ein akzeptierbares Risiko

Damit beschreibt dieser Normenteil eine systematische Vorgehensweise, um zuerst die Notwendigkeit des Blitzschutzes für bauliche Anlagen zu ermitteln und dann die technisch und wirtschaftlich optimalen Schutzmaßnahmen auszuwählen, die in den eigentlichen Schutznormen ausführlich beschrieben sind. Abschließend wird das verbleibende Risiko bestimmt.

Dazu wird das zu schützende Objekt in eine oder mehrere Blitzschutzzonen (LPZ) unterteilt. Für jede Blitzschutzzone werden die geometrischen Grenzen, die maßgeblichen Kenndaten, die Blitzbedrohungsdaten und die zu beachtenden Schadensarten festgelegt. Ausgehend vom ungeschützten Zustand des Objekts wird das verbleibende Risiko so lange durch die Anwendung von (weiteren) Schutzmaßnahmen vermindert, bis es das akzeptierbare Risiko unterscheitet.

Für die Schadensart L4 (wirtschaftliche Verluste) erfolgt eine ökonomische Bewertung der Schutzmaßnahmen auf Basis ihrer Kosten und der möglichen wirtschaftlichen Schäden in und an der baulichen Anlage durch Blitzeinwirkungen.

Diese Norm berücksichtigt Schutzmaßnahmen für bauliche Anlagen mit den darin befindlichen Personen und den elektrischen und elektronischen Anlagen.

Die beschriebenen Verfahren können zur einfachen Bestimmung der Schutzklasse eines Blitzschutzsystems nach DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) ebenso verwendet werden wie zur Festlegung von komplexen Schutzmaßnahmen (SPM) gegen den elektromagnetischen Blitzimpuls nach DIN EN 62305-4 (VDE 0185-305-4).

Die Anhänge zu Teil 2 enthalten die Abschätzungen

  • der Häufigkeit der gefährlichen Ereignisse durch Blitzeinschläge,
  • die Schadenswahrscheinlichkeiten für bauliche Anlagen ,
  • die Verluste.

Ein Anhang beschreibt eine Kosten-Nutzen-Rechnung für wirtschaftliche Verluste mit einigen Fallstudien.

Mehrere Kugeln deuten an, dass "die Blitzkugel über das zu schützende Gebäude gerollt" wird.

Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen

Dieser Teil enthält wichtige Aussagen zu Blitzschutzsysteme für Planer und Errichter:

Mehrere Kugeln deuten an, dass "die Blitzkugel über das zu schützende Gebäude gerollt" wird.

Dieser Teil enthält wichtige Aussagen zu Blitzschutzsysteme für Planer und Errichter:

  • Eine Blitzschutz-Fachkraft ist für Planung, Errichtung und Prüfung des Blitzschutzsystems zuständig.
  • Berücksichtigung der unterschiedlichen Schutzbedürftigkeit verschiedener baulicher Anlagen durch vier Schutzklassen. Vor der Planung von Blitzschutz-Maßnahmen sollte die Schutzklasse der baulichen Anlage - sofern nicht vorgegeben - durch eine Risikoabschätzung nach DIN EN 62305-2 bestimmt werden;
  • Einsatz des Blitzkugel-Verfahrens zur Festlegung der Fangeinrichtungen; daraus abgeleitete Varianten sind Schutzwinkel und Fangmasche;
  • Anzahl bzw. Abstand der Ableitungen variabel; grundsätzlich gilt: Mehr Ableitungen, die zudem miteinander querverbunden sind, führen zu einer besseren Aufteilung des Blitzstroms auf alle Ableitungen und so zu einer minimalen Beeinflussung der baulichen Anlage durch die Blitzströme und -felder;
  • Klassifizierung der Erdungsanlagen in zwei Typen von Erderanordnungen;
  • vollständiger Blitzschutz-Potenzialausgleich, auch für Einrichtungen der elektrischen Energie- und der Informationstechnik durch Überspannungsschutzgeräte (SPDs Typ 1);
  • detaillierte Berechnung des Trennungsabstandes bei Näherungen von elektrischen und metallenen Installationen zum Blitzschutzsystem;
  • Prüfung und Instandhaltung von Blitzschutzsystemen.

Bei Anwendung der beschriebenen Maßnahmen entsteht ein Blitzschutzsystem, das

  • gemäß dem individuelle Schutzbedürfnis der baulichen Anlage hin optimiert und technisch-wirtschaftlich ausgewogen gestaltet ist,
  • einen Äußeren Blitzschutz unter Berücksichtigung der architektonischen Belange enthält;
  • einen verbesserten Grundschutz der baulichen Anlage in Bezug auf Personenschutz, Brandschutz und Sachschutz bereitstellt und
  • eine geeignete Basis für weitergehende Schutzmaßnahmen insbesondere des Überspannungsschutzes nach Teil 4 darstellt.

Teil 4: Schutz elektrischer und elektronischer Systeme in baulichen Anlagen

In diesem Teil werden die Gefährdung elektrischer und elektronischer Einrichtungen durch den elektromagnetischen Blitzimpuls (LEMP) betrachtet. Die daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen (SPM Surge Protection Measures) ergänzen ein Blitzschutzsystem nach Teil 3 (LPS Lightning protection system) und führen zusammen zu einem vollständigen Schutz von Personen, baulichen Anlagen und deren elektrischer und elektronischer Einrichtungen.

In diesem Teil werden die Gefährdung elektrischer und elektronischer Einrichtungen durch den elektromagnetischen Blitzimpuls (LEMP) betrachtet. Die daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen (SPM Surge Protection Measures) ergänzen ein Blitzschutzsystem nach Teil 3 (LPS Lightning protection system) und führen zusammen zu einem vollständigen Schutz von Personen, baulichen Anlagen und deren elektrischer und elektronischer Einrichtungen.

Die Schutzmaßnahmen beinhalten eine individuelle Kombination aus:

  • Erdung, Potentialausgleich, Potentialsteuerung
  • Leitungsführung und -schirmung
  • Überspannungsschutz durch koordinierte Überspannungsschutzgeräte (Surge Protective Device - SPD) Typ 1 bis Typ 3
  • isolierende Schnittstellen.

Beim Bau und der Ertüchtigung von baulichen Anlagen mit umfangreichen elektrischen und elektronischen Systemen sollte der Blitzschutz gemäß DIN EN 62305-4 realisiert werden. Nur dann ist sichergestellt, dass alle erforderlichen Schutzmaßnahmen erkannt, projektiert, koordiniert und schließlich installiert werden, die zu einem hochwertigen, technisch-wirtschaftlich ausgewogenem Blitzschutz-Gesamtsystem führen.

Das definierte, ingenieurtechnische Vorgehen nach dem Blitz-Schutzzonen-Konzept erfordert eine fundierte Aus- und Weiterbildung. Bei so geplanten und ausgeführten Anlagen erreichen dann allerdings auch ein sehr hohes Schutzniveau für die elektrischen und elektronischen Systeme, das mit traditionellen Planungsgrundlagen und Maßnahmen des Blitzschutzes nicht möglich ist.

Blitz-Schutzzonen (LPZ) sind Bereiche der baulichen Anlage mit unterschiedlichen Anforderungen an den Schutz vor Blitzwirkungen. Sie werden durch elektromagnetische Schirme gebildet, z.B. unter Einbeziehung bereits vorhandener metallener Konstruktionen in der baulichen Anlage wie Stahlbeton-Bewehrungen, Metallfassaden, Stahlkonstruktionen.

An allen Zonengrenzen, auch Schnittstellen genannt, ist ein Blitzschutz-Potenzialausgleich erforderlich, d. h. alle Metallteile, die über die Zonengrenzen hinweggeführt werden, müssen dort mit dem jeweiligen elektromagnetischen Schirm verbunden werden. Dies gilt auch für die elektrischen Leitungen: Hier werden Überspannungsschutzgeräte (SPD) eingesetzt, deren Anforderungen sich aus dem Blitz-Schutzzonen-Konzept ableiten lassen. Auf die Koordination hintereinander (an den Grenzen aufeinander folgender Blitz-Schutzzonen) installierter SPDs ist besonderes Augenmerk zu legen (koordinierter SPD-Schutz) - siehe VDE-Information Blitzschutz 5.1.


Trennungsabstände in Gebäuden mit Stahlbewehrung oder Schirmung

Auch bei baulichen Anlagen mit Stahlbewehrung müssen Trennungsabstände i.d.R. beachtet werden. Nur bei engmaschiger, elektromagnetischer Schirmung ist ein Trennungsabstand nicht notwendig. Der VDE gibt eine Empfehlung für die Praxis, unter welchen Voraussetzungen eine solche Schirmung gegeben ist.

Schirmung

In der Blitzschutznorm DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) ist eine Aussage enthalten, die in der Praxis oft falsch interpretiert wird. In Abschnitt 6.3.1 auf Seite 37 heißt es:

In der Blitzschutznorm DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) ist eine Aussage enthalten, die in der Praxis oft falsch interpretiert wird. In Abschnitt 6.3.1 auf Seite 37 heißt es:

  • In baulichen Anlagen mit metallener oder elektrisch durchverbundener Stahlbewehrung ist ein Trennungsabstand nicht notwendig.

Nach Meinung des Technischen Ausschusses bezieht sich diese Aussage ausschließlich auf Gebäude mit engmaschiger, elektromagnetischer Schirmung! Eine entsprechende Formulierung wäre:

  • In baulichen Anlagen mit metallener Umhüllung oder elektrisch durchverbundener Stahlbewehrung (Maschenweiten kleiner 20 cm) in Außenwänden, Boden und Decke braucht der Trennungsabstand im Inneren der baulichen Anlage nicht berücksichtigt zu werden.
    In Anlehnung an DIN 18014 ist eine blitzstromtragfähige Verbindung der Bewehrungsmatten mit den Leitungen des Blitzschutzes alle 2 m vorzusehen.
    Einzelne Öffnungen z. B. für Türen, die nur wenige Prozent der Gesamtoberfläche ausmachen, werden als unkritisch betrachtet.

Diese Klarstellung wird seitens der DKE bei der Überarbeitung der internationalen Blitzschutznormung eingebracht werden.

Bauliche Anlagen in Stahlskelettbauweise oder mit bewehrten Betonstützen

Bei diesen baulichen Anlagen muss ein Trennungsabstand nach innen eingehalten werden!

Bei diesen baulichen Anlagen muss ein Trennungsabstand nach innen eingehalten werden!

Dies gilt auch dann, wenn ein Metalldach verwendet wird oder offene Teilbereiche in den Außenwänden durch nichtleitende Baustoffe (z. B. Ausmauerung mit Steinen zwischen den Stützen) geschlossen werden.

Bei diesen Gebäudestrukturen bewirken Blitzteilströme in den einzelnen Ableitungen beachtenswerte Induktionswirkungen in das Innere der baulichen Anlage. Es ist keine Gebäudeschirmung gemäß EN 62305-4 (VDE 0185-305-4) vorhanden. Daher ist der Trennungsabstand zu innenliegenden Schleifen zu beachten.

 
Download: www.vde.com/stellungnahme-trennungsabstand 

(19.05.2015)

vde_stellungnahme_trennungsabstaende_download

Trennungsabstände in Gebäuden mit Stahlbewehrung oder Gebäudeschirmung

VDE
Veröffentlichungsdatum 19.05.2015
PDF: 75 KB

Prüfung und Wartung von Blitzschutzsystemen

Blitzschutzsysteme sind sicherheitstechnische Einrichtungen zum Schutz von Gebäuden und der darin befindlichen Personen. Sie dienen dem vorbeugenden Brandschutz und erhöhen die Verfügbarkeit der technischen Infrastruktur. Deshalb ist es sinnvoll und notwendig, Blitzschutzsysteme regelmäßig zu prüfen, um deren Wirksamkeit bzw. die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen festzustellen.

Icon Gesetzte und Richtlinien

Muss ein Blitzschutzsystem regelmäßig geprüft und begutachtet werden?

Blitzschutz gefordert / freiwillig - Ist es sinnvoll, ein freiwillig errichtetes Blitzschutzsystem wieder abzubauen z. B. bei einer Gebäudesanierung oder um die Wartungskosten zu sparen? - Was passiert bei einem Blitzeinschlag in ein Blitzschutzsystem, das nicht gewartet wurde?

Icon Gesetzte und Richtlinien

Blitzschutz gefordert / freiwillig - Ist es sinnvoll, ein freiwillig errichtetes Blitzschutzsystem wieder abzubauen z. B. bei einer Gebäudesanierung oder um die Wartungskosten zu sparen? - Was passiert bei einem Blitzeinschlag in ein Blitzschutzsystem, das nicht gewartet wurde?

Man muss unterscheiden zwischen

  • Blitzschutzsystemen, die in gesetzlichen oder behördlichen Vorgaben oder von Versicherungen gefordert sind (z. B. bei öffentlichen Bauten)
  • und solchen, die vom Eigentümer, Betreiber ... freiwillig errichtet wurden (i. d. R. bei Wohngebäuden)

Wenn Blitzschutz gefordert wird, dann muss dessen Funktion sichergestellt werden, d. h. nach der Errichtung muss das Blitzschutzsystem regelmäßig gewartet und ggf. in Stand gesetzt werden.

Blitzschutzsystem auf Wunsch des Eigentümers / Betreibers

Wird ein Blitzschutzsystem freiwillig errichtet, ist in der Konsequenz auch die Abnahme und die regelmäßige Überprüfung in die Verantwortung des Eigentümers, Betreibers … gelegt. Es macht aber natürlich Sinn und kann nur dringend empfohlen werden, eine Prüfung auch in diesen Fällen durchführen zu lassen, um eine dauerhafte Funktionsfähigkeit des Blitzschutzsystems zu gewährleisten. Denn sonst wägen sich die Personen in falscher Sicherheit, da das Gebäude und die darin befindlichen Personen (und Tiere) nicht zuverlässig vor Brand, Explosion usw. als Folge von direkten Blitzeinschlägen geschützt sind.

Ist es sinnvoll, ein freiwillig errichtetes Blitzschutzsystem wieder abzubauen z. B. bei einer Gebäudesanierung oder um die Wartungskosten zu sparen?

Bei einer Gebäudesanierung sind die Kosten für die Sanierung selbst viel höher als die Kosten für eine erneute Installation des Blitzschutzsystems. Daher ist es sinnvoll, den dauerhaften Schutz vor Brand durch Blitzschlag wieder herzustellen.

Dies gilt generell auch für ein nicht gewartetes Blitzschutzsystem. Hier kann man davon ausgehen, dass ein schlechtes Blitzschutzsystem immer noch besser ist als gar kein Blitzschutzsystem. Denn ohne Blitzschutzsystem sind massive Schäden beim direkten Blitzeinschlag in das Gebäude sehr wahrscheinlich.

Was passiert bei einem Blitzeinschlag in ein Blitzschutzsystem, das nicht gewartet wurde?

Es sind bisher noch keine Schäden bekannt geworden, die auf ein nicht gewartetes Blitzschutzsystem zurückzuführen sind. Wenn es zu Schäden kommt, handelt es sich häufig um nicht ordnungsgemäß ausgeführte Anlagen oder um Schäden an Teilen, die nicht durch das Blitzschutzsystem geschützt sind (z. B. Elektroschäden, wenn das Blitzschutzsystem nur aus dem Äußeren Blitzschutz besteht).

Icon vorherige Veranstaltungen

In welchen Zeitabständen müssen Blitzschutzsysteme überprüft und gewartet werden?

Bei der Überprüfung wird zwischen einer Sichtprüfung und einer Prüfung durch Messen unterschieden.

Icon vorherige Veranstaltungen

Bei der Überprüfung wird zwischen einer Sichtprüfung und einer Prüfung durch Messen unterschieden.

Eine detaillierte Beschreibung ist in der VDE-Norm 0185-305-3 Beiblatt 3 zu finden.

Diese Arbeiten werden von einer Blitzschutz-Fachkraft ausgeführt, d.h. einer Person, die mit der Prüfung von Blitzschutzsystemen vertraut ist, den aktuellen Stand der Blitzschutznormung kennt und über eine entsprechende Berufsausbildung verfügt.

Typische maximale Zeitabstände

z.B. für Wohngebäude mit Blitzschutzsystemen der Blitzschutzklasse III sind:

  • Sichtprüfung alle 2 Jahre
  • detaillierte Prüfung alle 4 Jahre.

Für Gebäude mit Blitzschutzsystemen der Blitzschutzklasse I bzw. II betragen diese typischen Zeiträume:

  • Sichtprüfung jedes Jahr
  • detaillierte Prüfung alle 2 Jahre.

Diese typischen Zeiträume können aber auch kürzer ausfallen, wenn das Blitzschutzsystem besonderen mechanischen Belastungen (starker Wind, Zerstörungen durch Personen), korrosiver Umgebung (See, besonders aggressiver Boden) oder ähnlichem ausgesetzt ist.

Bei der Prüfung werden die einzelnen Komponenten des Blitzschutzsystems auf ihre Funktionstüchtigkeit untersucht:

Sichtprüfung

  • Wurden im Bereich des Daches zusätzliche Aufbauten wie z.B. metallene Abgasanlagen (Schornstein), SAT-Antennen montiert, die noch nicht ordnungsgemäß in das Blitzschutzsystem eingebunden sind?
  • Wurden im Bereich der Ableitungen zusätzliche metallene Objekte oder Leitungen so dicht an den Teilen des Blitzschutzsystems montiert, dass es im Falle eines Direkteinschlags zu Überschlägen kommen kann?
  • Sind alle Leitungen noch vorhanden oder Teile durch thermische oder mechanische Einflüsse (Wind, Vibrationen, Gewalt) zerstört? Wie ist der Zustand der Leitungen, sind diese korrodiert und bereits stark beschädigt (z.B. bei nahen Industrieanlagen mit aggressiven Abgasen)? Eventuell werden die Schrauben auf festen Sitz überprüft.

Messung

Gerade die Erdungsanlage kann unter ungünstigen Umständen (Korrosion, Streuströme) mit der Zeit stark beschädigt werden. Mit einer Messung wird die Erdungsanlage überprüft. Dazu werden die Verbindungen zwischen den sichtbaren metallenen Leitungen des Blitzschutzsystems ("Ableitungen") und der Erdungsanlage geöffnet. Falls die Messwerte auf einen schlechten Zustand der Erdungsanlage hindeuten, wird sogar ein Teil der Erder ausgegraben und per Augenscheinnahme überprüft.

Dokumentation

Zusätzlich wird die Dokumentation des Blitzschutzsystems überprüft und falls notwendig ergänzt.

Zum Abschluss wird ein Prüfbericht erstellt, in dem die durchgeführten Prüfungen und deren Ergebnis aufgelistet sind.


Welche Vorschriften gelten für die Überprüfung und Wartung?

Die Prüfung eines Blitzschutzsystems erfolgt generell nach den aktuellen Normen, konkret ist dies VDE 0185-305-3 Beiblatt 3: "Blitzschutz Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen - Beiblatt 3: Zusätzliche Informationen für die Prüfung und Wartung von Blitzschutzsystemen".

Treten dabei Mängel auf, werden diese in Abhängigkeit von der Nutzung des Gebäudes bewertet.

Bei Wohngebäuden müssen i. d .R. die sicherheitstechnischen Einrichtungen nicht zwingend auf dem aktuellen Stand gehalten werden (im Gegensatz z. B. zu Krankenhäusern - hier besteht Nachrüstpflicht). In diesen Fällen überprüft die Blitzschutz-Fachkraft zunächst, ob ein Blitzschutzsystem dem Stand der Technik zum Zeitpunkt des Gebäudebaus entspricht. Es werden die Richtlinien herangezogen, nach denen das Blitzschutzsystem geplant und gebaut wurde. Bei alten Gebäuden kann dies durchaus eine ABB-Richtlinie aus den 1960er-Jahren o. ä. sein.

Die in der Prüfung festgestellten Abweichungen von der ursprünglichen Planung sind Mängel, die im Rahmen einer Wartung oder Instandsetzung behoben werden sollten.

Darüber hinaus werden die in der Prüfung festgestellten Abweichungen zur aktuellen Blitzschutznormung als Mängelhinweise im Prüfprotokoll festgehalten. Damit erhält der Eigentümer bzw. Betreiber wichtige Hinweise, welche zusätzlichen Maßnahmen sinnvoll sind, um den bestmöglichen Schutz nach heutigem aktuellen Kenntnisstand zu erreichen.

Handelt es sich bei den überprüften Gebäuden um solche mit "Nachrüstpflicht", so gelten alle Abweichungen zur aktuellen Blitzschutznormung als Mängel, die behoben werden müssen.


Hinweis

Icon bitte beachten
VDE

Diese VDE-Information enthält allgemeine technische Empfehlungen zum Blitz- und Überspannungsschutz. Eine eigene Überprüfung der jeweils erforderlichen Handlungsweise durch den Nutzer bleibt daher immer unentbehrlich.

Der VDE hat diese VDE-Information mit großer Sorgfalt verfasst. Dennoch kann der VDE weder eine explizite noch eine implizite Gewährleistung für die Korrektheit, Vollständigkeit oder Aktualität des Dokuments übernehmen. Die Anwendung dieses Dokuments geschieht in dem Bewusstsein, dass der VDE für Schäden oder Verluste jeglicher Art nicht haftbar gemacht werden kann.

Die Blitzschutznormen (u. a. DIN EN 62305) werden erarbeitet vom Komitee 251 Blitzschutzanlagen und Blitzschutzbauteile der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE. Es wird empfohlen, die Fassungen mit dem neuesten Ausgabedatum anzuwenden.
Bezug: VDE-VERLAG GMBH oder Beuth-Verlag GmbH

Diese VDE-Information wurde unter der Lizenz CC BY 3.0 DE veröffentlicht.

Der Blitzschutz in der Praxis

Leitfaden-Blitz-und-uebersp

Unter dieser Bezeichnung gibt der VDE-Ausschuss Blitzschutz + Blitzforschung eine Merkblattsammlung für Blitzschutz-Fachkräfte heraus. Diese VDE-Information ist Bestandteil von "Der Blitzschutz in der Praxis".

www.vde.com/blitzschutz-in-der-praxis


Weitere Informationen

PV-Anlage

Blitz- und Überspannungsschutz für spezielle Anwendungen

Der VDE hat für verschiedene Anwendungen wie z. B. PV-Anlagen, Abgasanlagen detaillierte Empfehlungen zum Blitz- und Überspannungsschutz herausgegeben. Diese finden Sie unter > Fachinformationen > Schutz vor Blitzen.

PV-Anlage

Der VDE hat für verschiedene Anwendungen wie z. B. PV-Anlagen, Abgasanlagen detaillierte Empfehlungen zum Blitz- und Überspannungsschutz herausgegeben. Diese finden Sie unter > Fachinformationen > Schutz vor Blitzen.

Deckblatt

ZVDH-Merkblatt Äußerer Blitzschutz auf Dach und Wand

Bereits seit 1999 wird das Merkblatt zum Äußeren Blitzschutz gemeinsam vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V., vertreten durch den Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik, und dem VDE/ABB herausgegeben.

Deckblatt

Bereits seit 1999 wird das Merkblatt zum Äußeren Blitzschutz gemeinsam vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V., vertreten durch den Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik, und dem VDE/ABB herausgegeben.

In dem 40-seitigen Merkblatt (Ausgabe 12/2018) wird detailliert auf die normativen Vorgaben und praktischen Ausführungen eingegangen.

Inhalt

1 Allgemeines
1.1 Geltungsbereich
1.1.1 Notwendigkeit
1.1.2 Blitzschutz-Fachkraft
1.2 Begriffe
1.2.1 Blitzschutzsystem
1.2.2 Blitzschutzklassen/Gefährdungspegel
1.2.3 Äußerer Blitzschutz
1.2.4 Innerer Blitzschutz
1.2.4.1 Blitzschutzpotentialausgleich
1.2.4.2 Potentialausgleichsschiene
1.2.5 Fangeinrichtung
1.2.6 Schutzwinkel
1.2.7 Trennungsabstand (Vermeidung einer Näherung)
1.2.8 Ableitungseinrichtung
1.2.9 Erdungsanlage
1.2.10 Natürlicher Bestandteil
1.2.11 Verbindung
1.2.12 Befestigung
1.2.13 Schutzlage
1.2.14 Einrichtungen zum Befestigen von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA)
1.2.15 Metallener Schornstein bzw. –einsatz
1.2.16 Photovoltaik- und solarthermische Anlagen

2 Werkstoffe und Anforderungen
2.1 Werkstoffe
2.1.1 Verträglichkeit von Werkstoffen
2.1.2 Abmessungen
2.1.3 Konstruktiver Korrosionsschutz
2.2 Anforderungen
2.2.1 Planung eines Blitzschutzsystems

3 Ausführung
3.1 Planungsvorgaben
3.2 Fangeinrichtung
3.3 Ableitungen
3.4 Befestigungen
3.5 Erdung
3.6 Messstellen
3.7 Dachdurchführungen bei Dächern mit Abdichtungen
3.8 Dachaufbauten mit leitfähigen Verbindungen
3.9 Außenwandbekleidung
3.9.1 Metallene Unterkonstruktionen
3.9.2 Metallene Außenwandbekleidungen
3.10 Anschlagsicherung
3.11 Metallene Schornsteine- bzw. einsätze
3.12 Photovoltaik- und solarthermische Anlagen

4 Prüfung und Wartung

Anhang I Tabelle 1 bis 3
Anhang II
Detailskizzen
Verzeichnis der Abbildungen
Anhang III
Übersicht der DIN/VDE-Normen Blitzschutz
Literaturhinweis

Risikoanalyse und Risikomanagement werden auch im Blitzschutz angewendet.

Risikobewertung und Risikomanagement im Blitzschutz

Im Blitzschutz wird oftmals vom "Blitzschutz nach Klasse 3", "LEMP-Schutz", "zusätzlichem Überspannungsschutz" oder "gesetzlich geforderten" Blitzschutz gesprochen.

Risikoanalyse und Risikomanagement werden auch im Blitzschutz angewendet.

Im Blitzschutz wird oftmals vom "Blitzschutz nach Klasse 3", "LEMP-Schutz", "zusätzlichem Überspannungsschutz" oder "gesetzlich geforderten" Blitzschutz gesprochen.

Das Risikomanagement ist in vielen technischen Bereichen eine bewährte Methode, um Gefährdungen und notwendige Schutzmaßnahmen quantitativ zu ermitteln. Im Blitzschutz hat die Methodik 2006 Eingang gefunden mit der Norm VDE 0185-305-2 Blitzschutz Risiko-Management.

Hier finden Sie eine Zusammenstellung von Informationen zu diesem Themenfeld.

Mehr erfahren
Hallenbad mit äußerem Blitzschutz

Informationen zu "ESE-Fangeinrichtungen" und zur "CVM-Berechnungsmethode"

Hallenbad mit äußerem Blitzschutz

Seit einiger Zeit werden in Deutschland sogenannte „nicht konventionelle Blitzschutzanlagen" angeboten und installiert, die ESE-Fangeinrichtungen und die "Collection Volume Method" (CVM) verwenden. VDE und VDB nehmen hierzu Stellung.

Mehr erfahren
Icon Gesetzte und Richtlinien

Müssen Normen angewendet werden?

Icon Gesetzte und Richtlinien

Normen müssen immer dann eingehalten werden, wenn

  • Rechts- oder Verwaltungsvorschriften auf diese verweisen,
  • sie in Verträgen als Grundlagen der Planung/Ausführung einbezogen sind,
  • deren Einhaltung von Versicherungen gefordert wird (ansonsten kein Versicherungsschutz).

Grundsätzlich ist die Anwendung von Normen freiwillig. Um Gefährdungen auszuschließen oder zu minimieren, werden in Normen technische Maßnahmen beschrieben, die von der Fachwelt i. d. R. als Mindeststandard ("allgemein anerkannte Regeln der Technik") angesehen werden.

Mit der Einhaltung von Normen ist im Streitfall eine gewisse Rechtssicherheit (Vermutungswirkung) verbunden. D. h. kommt es zu einem Schadensfall, dann hat derjenige eine gute Ausgangslage, der die Einhaltung der entsprechenden Normen nachweisen kann.
Wer die Normen nicht eingehalten, aber andere Maßnahmen ergriffen hat, die dieselbe oder eine höherwertige Schutzwirkung erzeugen (sollen), muss deren Wirksamkeit nachweisen (häufig gegen die Meinung der Fachwelt).
Wer Normen nicht einhält, hat im Schadensfall eine schlechte Ausgangslage, da jeder Staatsanwalt / jede Versicherung die üblicherweise angewendeten Normen als Beurteilungsgrundlage heranzieht.

Detaillierte Stellungnahmen (abgerufen 17.5.2019): WEKA, DIN, Bauningenieur24