30.06.2014 Seite 40 0

Arbeitsgruppe Blitzunfälle in Österreich gegründet

Wie genau wirken Blitzströme, -spannungen und -felder auf Menschen und Tiere? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein interdisziplinäres Expertenteam aus Blitzforschung und Medizin seit einigen Jahren. Im "Arbeitskreis Blitzunfälle" des VDE|ABB werden typische Blitzunfälle untersucht, Wirkungen zusammengetragen und mit anderen bekannten Wirkungen bei Stromunfällen verglichen. Wesentliche Erkenntnisse wurden im VDE-Merkblatt "Unfälle durch Blitzeinwirkung - Pathophysiologie, Präklinische Notfallmedizin, Akut- und Spätfolgen" veröffentlicht.

Doch die bisherigen Beschreibungen von Blitzunfällen reichen noch nicht aus, um ein vollständiges Bild über die Wirkungen von Blitzen zu erhalten, insbesondere mit welcher Häufigkeit die verschiedenen Wirkungen auftreten. Deshalb wird in einem zweiten VDE|ABB-Arbeitskreis "Unfallanalyse" ein Fragebogen entwickelt, mit dessen Hilfe die wesentlichen Informationen nach einem Blitzunfall erhoben werden können, um ein besseres Bild über die Anzahl und Ausprägung der verschiedenen Verletzungen zu erhalten.

Jetzt wurde in Österreich eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich ebenfalls mit Blitzunfällen beschäftigen soll. Vorausgegangen waren intensive Kontakte zwischen dem deutschen Arbeitskreisleiter Professor Kupfer und dem Vorsitzenden des Technischen Komitees Blitzschutz beim ÖVE (TKBL), Herrn Professor Dr. Pack von der Technische Universität Graz. Anfang Juni trafen sich in Wien unter Leitung von G. Kindermann sieben Experten, um über die Inhalte und die nächsten konkreten Schritte in der AG Blitzunfälle zu beraten.